Ungewöhnliche Rallye: Durch 50 Düsseldorfer Stadtteile an einem Tag

Ungewöhnliche Rallye: Durch 50 Düsseldorfer Stadtteile an einem Tag

Erschöpft und abgekämpft sitzen Danjal Jacobs (28) und Philipp Schütz (27) in einer Kneipe in der Altstadt. Die beiden Freunde stoßen mit Altbier an. Es ist 0.52 Uhr am frühen Sonntagmorgen. Hinter den beiden liegt ein ungewöhnlicher Tag.

Erschöpft und abgekämpft sitzen Danjal Jacobs (28) und Philipp Schütz (27) in einer Kneipe in der Altstadt. Die beiden Freunde stoßen mit Altbier an. Es ist 0.52 Uhr am frühen Sonntagmorgen. Hinter den beiden liegt ein ungewöhnlicher Tag.

Alle 50 Düsseldorfer Stadtteile haben sie an diesem Tag gesehen - und das in Rekordzeit. 14 Stunden und 54 Minuten misst die Stoppuhr. "Eigentlich hatten wir dafür 24 Stunden veranschlagt", sagt Jacobs.

Auf die Idee für die Stadtteilrallye kam Jacobs vor einem Jahr durch einen Artikel in der Zeitung. "Knittkuhl wird Düsseldorfs 50. Stadtteil", lautete die Schlagzeile. Dass seine Heimatstadt so viele Viertel besitzt, hatte der Physiotherapeut bis dahin nicht gewusst. Mit seinem Freund Philipp beschloss er deshalb, alle Stadtteile kennenzulernen - verbunden mit einem kleinen Bildungsauftrag und der Hürde, die Tour in maximal 24 Stunden zu schaffen, mit dem Auto und zu Fuß.

Als Beweis, dass sie auch tatsächlich in den Stadtteilen waren, machten die jungen Männer, die in Eller und Carlstadt wohnen, von allen Vierteln Fotos und posteten diese in der Facebook-Gruppe "Nett-Werk Düsseldorf". Interessierte konnten so die Tour der beiden live verfolgen.

Auf dem Weg zum Schloss Mickeln in Himmelgeist. Die weißen Armbinden mit dem Düsseldorfer Stadtwappen dienen auf allen Bildern als Erkennungszeichen. Foto: ""

Los geht es am Samstagmorgen um 10 Uhr im Norden der Stadt. Das Schloss Heltorf in Angermund ist die erste Etappe. Es geht weiter zum Hof Kaldenberg in Wittlaer. Kurzer Aufenthalt.

Foto für die Facebookgruppe machen. Keine Zeit verlieren. 25 Minuten nach Beginn der Tour sind sie bereits am Wasserschloss in Kalkum, und wenig später stehen sie in der Ruine der Kaiserpfalz in Kaiserswerth. Für den Blick auf den Rhein haben sie keine Zeit. "An manchen Orten waren wir echt traurig, dass wir sie wieder so schnell verlassen mussten", sagt Jacobs später.

Erst zwei Tage vor dem Start hatten Jacobs und Schütz ihre Route zusammengestellt. Der Plan: Die Stadt von außen (Angermund) nach innen (Altstadt) zu erkunden. Zwar überlegten sich die beiden zu jedem Stadtteil Anlaufpunkte, aber nachdem sie ihr Vorhaben auf Facebook gepostet hatten, entspann sich in der Gruppe "Nett-Werk Düsseldorf" eine rege Diskussion über die Ziele der beiden. "Wenn ihr in Volmerswerth seid, müsst ihr am Deich spazieren gehen und euch dann auf der Parkbank-Insel ausruhen", lautete einer der Tipps. Auch das Rathaus in Gerresheim und die Himmelgeister Kastanie zu besuchen, wurde ihnen empfohlen. "Deshalb haben wir unser ursprüngliches Ziel manchmal umgeworfen", so Jacobs.

Um 13.35 Uhr erreichen sie Flehe. Dort spricht sie eine ältere Dame an, die sich über die weißen Armbinden mit dem Düsseldorfer Stadtlogo wundert, die Jacobs und Schütz während ihrer Tour als Erkennungszeichen tragen. Als sie der 90-Jährigen von ihrer Reise durch die 50 Stadtteile berichten, ist die Frau so begeistert, dass sie die jungen Männer kurzerhand auf eine Kartoffelsuppe zu sich nach Hause einlädt. Gestärkt geht es anschließend weiter nach Volmerswerth.

Beweisfoto 12 von 50 zeigt die Hammer Eisenbahnbrücke. Bei den Fotos haben sich die Männer im Hintergrund gehalten. Sie wollten die Orte dokumentieren. Foto: ""

Viel Wissenswertes über ihre Stadt erfuhren die beiden auf ihrem Streifzug durch die Gemeinde. Nicht nur, dass die größten Teile des Grafenberger Waldes im Stadtteil Ludenberg liegen, sondern auch dass die geografische Stadtmitte in Düsseltal liegt, wissen sie jetzt. Widerlegt wurde für sie auch das Klischee, dass Garath eine Betonsiedlung sei. "Auch dort gibt es schöne Ecken wie zum Beispiel das Schloss Garath", so Jacobs.

Gerne hätten die beiden noch mehr über die einzelnen Stadtteile erfahren, aber dafür fehlte ihnen die Zeit. Deshalb wollen sie sich beim nächsten Mal - sollte es ein nächstes Mal geben - mehr Zeit für die Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Viertel nehmen.

14 Stunden und 52 Minuten nach dem Start in Angermund erscheint um kurz vor 1 Uhr nachts das letzte Foto auf Facebook. Es zeigt zwei Gläser Altbier. Davor liegen die zwei weißen Armbinden mit dem Düsseldorfer Stadtwappen, die sie den Tag über trugen. "Es ist vollbracht. Eine fantastische Tour geht vorüber", schreiben sie unter das Bild.

(RP)