Modeszene: Düsseldorferin ist Berlins Salon-Dame

Modeszene : Düsseldorferin ist Berlins Salon-Dame

Wenn heute Abend in Berlin die Fashion Week auf Hochtouren läuft und John Cloppenburg, Chef des Modeunternehmens Peek & Cloppenburg, gemeinsam mit der berühmten Londoner Modedesignerin Stella McCartney (Tochter von Ex-Beatle Paul), die Gewinnerin des von den Düsseldorfern ausgeschrieben Nachwuchsawards "Designer for Tomorrow" bekannt gibt – dann ist auch Yasmine Orth nicht weit.

Wenn heute Abend in Berlin die Fashion Week auf Hochtouren läuft und John Cloppenburg, Chef des Modeunternehmens Peek & Cloppenburg, gemeinsam mit der berühmten Londoner Modedesignerin Stella McCartney (Tochter von Ex-Beatle Paul), die Gewinnerin des von den Düsseldorfern ausgeschrieben Nachwuchsawards "Designer for Tomorrow" bekannt gibt — dann ist auch Yasmine Orth nicht weit.

Die gebürtige Düsseldorferin zieht als moderne Salon-Dame im Hintergrund die Strippen. Denn egal, wie die Mode für den nächsten Sommer ankommt, sie will gefeiert werden, kommt ohne Partys und Gäste nicht aus.

Als "Creative Connectorin" bezeichnet sich die 34-Jährige. Eine Berufsbezeichnung, die sich in keiner Tabelle des Arbeitsamtes findet, aber so viel bedeutet wie: Sie ist eine kreative Macherin, die das Netzwerken zu ihrem Beruf gemacht hat.

Und wie wird man das, wie entdeckt man so ein Talent? "Keine Ahnung, vielleicht ist es angeboren?" Ihre Mutter jedenfalls hatte ein Restaurant in der Altstadt ("sie war eine großartige Gastgeberin"). Als Teenager tauchte Yasmine Orth in der Techno- und Rave-Kultur ab, hat schon in der Schulzeit Partys organisiert, studierte Public Relations, traf auf Techno-Ikone Sven Väth und gründete "Orange Ape", ihre eigene Agentur, die Discjockeys vermittelte. Sie war viel unterwegs, lernte ständig neue Leute kennen und sammelte Kontakte von Grafikern, Architekten, Künstlern, Filmemachern, Musikern, eben von Menschen, die gerne andere treffen. Dieses Netzwerk ist heute ihr Kapital. Modemarken wie Nike und Patrizia Pepe, Diesel und Abury gehören zu ihren Kunden, aber auch 4711 Nouveau Cologne, Absolut Vodka und viele andere.

Von ihrem Büro in einem Altbau am Prenzlauer Berg liefert die Mutter der kleinen Luca die Zutaten für ein Event. "Ich setze wie ein Kurator den Rahmen", sagt die Frau mit dem Gesicht voller Sommersprossen, die 2004 vom Rhein an die Spree gezogen ist. Es gibt Veranstaltungen, die sie zusammen mit dem Kunden erarbeitet, es gibt fertig geplante, wo sie dann einlädt, und es gibt ihre eigenen Salons. "Ich lade immer nach Themen ein, schon die Einladung erzählt eine Geschichte, und ich überlege genau, mit welcher Gruppe man eine Veranstaltung bereichert." Denn bei allem Spaß sollen die Anlässe Sinn machen, die Gäste miteinander verknüpfen. Spannende Inhalte, authentische Kommunikation und außergewöhnliche Menschen — wenn diese Mischung stimmt, dann ist Yasmine Orth zufrieden. Und weil Mode ein hartes Geschäft ist, hat sie gleich im Anschluss an die Fashion Week einen Salon D'Amour im Spa des Designhotels Stue geplant: 15 Frauen und Mütter spinnen dann zwischen Sauna und Massage Netzwerke, die sie auch beruflich weiterbringen. Dagmar Haas-Pilwat

Hier geht es zur Bilderstrecke: Seltsame Kopfbedeckungen bei den Fashion Weeks

(RP)