Düsseldorfer Dario Naunheim war „Dragtikant“ bei Olivia Jones

Schrilles Praktikum: Düsseldorfer war „Dragtikant“ bei Olivia Jones

Dario Naunheim hat einen Traum: Drag-Queen werden. Dafür machte er ein Praktikum bei der wohl bekanntesten Drag-Queen Deutschlands Olivia Jones und hat sich „toll geschlagen“.

Dass Dario Naunheim mal komplett die Worte fehlen, war bei dem sonst so redegewandten Mann eigentlich kaum zu erwarten. Als der 18-jährige Gerresheimer aber nun sein Idol traf, brachte er erst einmal kaum einen richtigen Satz zustande. „Wundervoll, unbeschreiblich schön, ein Traum“, sagt er und scheint immer noch ein wenig von den Socken. Grund für seine Begeisterung: Ein Praktikum bei Olivia Jones, zurzeit Deutschlands bekannteste Drag-Queen. Denn Dario hat einen Traum: Er möchte wie sein Hamburger Idol auch erfolgreiche Karriere als Drag-Queen machen, also in Frauenrollen schlüpfen und in auffallenden Kleidern, Schuhen und mit bunten Perücken sowie viel Make-up ein Publikum unterhalten.

Den Künstlernamen Diana Dyamond hat sich Dario schon mit 16 Jahren ausgesucht. Bereits vor zwei Jahren fragte er erstmals bei Olivia Jones wegen eines Praktikantenplatzes an. Eigentlich gern, teilte das Management mit, aber weil Dario noch nicht volljährig war, wurde aus dem Plan erst mal nichts. Kaum 18 Jahre alt, ging es Ende Juli endlich an die Große Freiheit, an der Olivia Jones ihre Bar und eine Travestiebühne führt. Logisch, dass dieser Sommerjob alles andere als gewöhnlich war. Immerhin hat Olivia für ihren Düsseldorfer Zögling eine neues Wort erschaffen: Dragtikant.

Der Düsseldorfer Dario Naunheim war „Dragtikant“ bei Olivia Jones und zeigt stolz ein T-Shirt mit ihrem Autogramm. Foto: Endermann, Andreas (end)

„Ich freue mich doch, dem Drag-Nachwuchs etwas von meinem Wissen und Können weitergeben zu können“, sagt Olivia. Darios erste Dragtikanten-Aufgabe: Auf dem Hamburger Kiez stehen, Touristen ansprechen und sie zu einem Besuch in Olivias Bar überreden. Ein harter Job, der aber an Wert gewonnen hat. „Auf der Straße stehen, mit den Leuten in Kontakt kommen, das war am Anfang doch etwas schwierig für mich.“ Da half ein guter Rat von seinen Drag-Queen-Kolleginnen: „Die Straße ist deine Bühne, und dort ist das Publikum, das du haben möchtest.“

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So war die Große Freiheit die beste Schule, die auch den Charakter stärkt. Eine Drag-Queen, so wurde Dario klar, kann nur mit einen extrem großen Selbstbewusstsein überleben. „Ich habe gelernt, dass es egal ist, was andere über mich denken“, sagt Dario. „Ich bin wie ich bin.“ Aber auch abseits der Großen Freiheit hat Olivia Jones ihrem Zögling viel von seiner Kunst beigebracht. „Wir haben Dario überall mal ein bisschen reinschnuppern lassen, bei den Kieztouren und in unseren Bars und Clubs. Er hat sich wirklich toll geschlagen“, sagt Olivia Jones und bescheinigt dem Jungspund eine große Karriere. „Wenn er irgendwann mal nach Hamburg zieht, ist er in der Olivia-Jones-Familie auf jeden Fall herzlich willkommen. Oder wir veranstalten zusammen Kieztouren in Düsseldorf. Könnten wir uns auch gut vorstellen. Talent hat er auf jeden Fall.“

Sein Talent zeigte Dario bei einem Auftritt in der Olivia-Jones-Bar, auf der er als Diana einen Helene-Fischer-Hit als Playback-Nummer präsentierte. „Zuschauer und Kollegen fanden meinen Auftritt gut.“ Inzwischen ist Dario zurück in Düsseldorf und hat neue Drag-Queen-Pläne.

Am 1. September tritt er in der Gaststätte am Ostpark (Ölbachweg 5) auf und präsentiert eine Drag-Show mit Playback- und Live-Nummern. Für solche Auftritte hat ihm Olivia Jones einen Tipp auf den Weg gegeben: „Du musst aus dir herauskommen, eine richtige Rampensau werden.“ Sein größtes Ziel: Am liebsten würde er in Düsseldorf ein Künstlercafé eröffnen: tagsüber als Gastronomie, abends als Auftrittsort für Drag-Queens und andere Paradiesvögel.

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