Düsseldorf: Wo Günther Pannenbecker Zigarre raucht

Fünf Lieblingsorte in Düsseldorf : Wo Günther Pannenbecker Zigarre raucht

Nachdem Günther Pannenbecker im vergangenen Jahr in den Schützen-Ruhestand ging, hat er jetzt mehr Zeit, Stadt und Leben zu genießen. Uns hat er verraten, wo er das am liebsten tut.

Fast 40 Jahre war Günther Pannenbecker Oberst des St. Sebastianus Schützenvereins von 1316. Im Sommer hat er beim großen Schützenfest zum letzten Mal das Regiment angeführt, ritt mit seinem Pferd Starwick durch die Stadt, um auf der Reitallee dem Vorstand, den Ehrengästen und dem Publikum das Regiment für die große Parade anzukündigen. Nach 38 Jahren war seine Arbeit getan. Der Ur-Düsseldorfer hatte seinen Rücktritt erklärt, und die Institution Pannenbecker wurde am Feuerwerksfreitag feierlich verabschiedet. Jetzt hat er endlich Zeit, sich mehr um die Familie, vor allem um Enkelin Allegra zu kümmern. Doch seine Lieblingspätze haben – das kann man verstehen – teilweise auch mit dem Sommerbrauchtum zu tun.

Reitallee All die Jahre kam er angeritten und hatte für einen kurzen Moment die Reitallee ganz für sich allein. Vom Hofgarten kommend sei der Blick auf Schloss Jägerhof einmalig. Und wenn er dann zu seinen Schützen zurückgaloppierte, „war das immer ein wunderschöner Anblick“ auf den Jrönen Jong, und es sei einfach einmalig, an den vier schnurgeraden Baumreihen der Reitallee entlang zu reiten. Oder auch spazieren zu gehen. „Da genieße ich jedes Mal wieder die schöne Aussicht“, meint der Oberst, und im Sommer sei die Allee wunderbar Schatten spendend.

Rheinwiese in Oberkassel Wenn er an die Rheinwiese denkt, dann werden Erinnerungen aus seiner Jugendzeit wach, schließlich ist Pannenbecker in Oberkassel aufgewachsen. Dort ließ er – wie es die Kinder und Jugendlichen tun – im Herbst seinen Drachen steigen. Als kleiner Junge liebte er es, den Abhang nach unten zu rasen. Und heute nur selten: „Im Winter fuhren wir mit unseren Schlitten den Abhang runter.“ Die Rheinwiesen gehen für Pannenbecker bis zum Niederkasseler Damm. Dort war er auch oft auf dem Minigolf-Platz, „und das könnte ich demnächst mal wieder in Angriff nehmen.“ Selbstverständlich ist für ihn im Juli der Platz zwischen Rheinknie- und Oberkasseler Brücke täglich ein Ziel, wenn die Größte Kirmes am Rhein steigt. Und er freut sich schon, im nächsten Jahr ganz ohne Stress die Kirmes zu besuchen, weil er ja nicht mehr im Offiziersdienst sei.

Reitstall Bauenhaus Nur noch selten fährt Günther Pannenbecker nach Rath, dort wo der Reitstall am Bauenhaus steht. Pannenbecker, leidenschaftlicher Reiter, der schon als Kind ein Pony namens Peron hatte, hat lange Zeit immer ein eigenes Pferd gehabt. „Zunächst Katjana, die war aber noch bei uns untergebracht, dann Sonnenball, ein richtiges Rennpferd“, erinnert er sich. Mit Exzellenz und später Astor, die am Bauenhaus in den Stallungen standen, sei er gerne durch den Aaper Wald geritten. „Jedes Mal, wenn ich dort vorbei fahre, geht mir das Herz auf“, sagt er. Und er mag die alte Strecke vorbei am Segelflughafen – der Siebenhügelweg, eine Straße, die eher aus alten Zeiten kommt.

Terrasse Parkhotel „Welch ein Blick“, sagt Pannenbecker und meint damit die Aussicht von der Terrasse am Steigenberger Parkhotel. Für ihn mit der schönste Blick von einer Düsseldorfer Terrasse. Dort einen Kaffee trinken oder ein gutes Glas Rotwein und die Aussicht auf den Kö-Bogen und den Corneliusplatz genießen. „Ich rauche ja selten, aber dazu noch eine gute Zigarre und ich bin wunschlos zufrieden.“ Obwohl: Die alte Terrasse, vor dem Umbau, mit dem Blick in den Hofgarten, die vermisse er schon.

Ehrenhof Es war eine kluge Entscheidung der Stadt und der Architekten, in den 20er Jahren dieses Kleinod – ein Ort der Ruhe und Ausgeglichenheit – zu schaffen. Für Pannenbecker ein wunderbarer Ort zur Entspannung, vor allem wenn abends der Ehrenhof beleuchtet ist. Die erstreckt sich bis zur Tonhalle. „Dort am Oberdeck bei Sonnenuntergang auf den Rhein und Ober- und Niederkassel zu blicken – das hat was“, sagt Pannenbecker.

Birgit Wanninger