Düsseldorf: Vom Polizisten zum Firmen-Chef

Neuanfang : Vom Polizisten zum Firmen-Chef

Im Polizeidienst hatte Karl Drack eine sichere Zukunft vor sich. Doch dann entschied sich der Düsseldorfer für einen Neuanfang, um seiner wahren beruflichen Leidenschaft nachzugehen.

Dies ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Karriere. Weil sie einen Mann beschreibt, der in den Staatsdienst ging, aber ihn wieder verließ, weil er kein Weiterkommen sah. Nicht beruflich, sondern persönlich. Oder anders gesagt: Der Mantel des Staates, der warm ist, aber eng, war ihm zu eng. Deshalb zog er ihn aus. Bereut hat er das nie.

1966 verlässt Karl Drack mit 14 die Volksschule und fängt eine Lehre beim Düsseldorfer Verkehrsbetrieb Rheinbahn an. Man ahnt, was dahinter steckt – vermutlich der Rat der Eltern: „Mach was Solides, geh zur Rheinbahn, da kann dir nix passieren.“ Was aus damaliger Sicht wohl auch stimmte.  Also machte er dort eine Ausbildung zum Industriekaufmann und die folgenden Jahre zeigten, dass da Potenzial war. Denn das Unternehmen versetzte ihn (auf seinen Wunsch) in die Rechtsabteilung, förderte den jungen Mann 1971/1972 mit dem Besuch der Wirtschafts- und Verwaltungsakademie und entsandte ihn in die Kommission, die damals die Gründung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) vorbereitete. Offenbar hatte man erkannt, da einen Mitarbeiter zu haben, der weiter sehr nützlich sein würde.

Aber Karl Drack hatte andere Pläne. 1977, also mit 25, wechselte er zur Polizei, wo er auch die Mittlere Reife nachholte.  Womöglich schien ihm das spannender.

Das ging über zehn Jahre auch gut. Nach polizei-karrieretypischen Stationen in Essen und Brühl kam er schließlich zurück nach Düsseldorf, seine Heimat, und tat  dort seinen Dienst in verschiedenen Dienststellen. In dieser Zeit lebte er in seiner Eigentumswohnung und musste sich zwangsläufig mit Hausverwaltung beschäftigen. Aus dieser eher zufälligen Beschäftigung wurde nach und nach ein immer umfassenderes Engagement für andere Immobilieneigentümer. Drack entdeckte sein Talent für die Organisation von Wohneinheiten und auch sein Interesse an diesem Wirtschaftszweig.

Er erkannte außerdem, wie wichtig es war, Immobilieneignern einen möglichst umfassenden Service zu bieten, sich um ihr Haus, ihre Mietwohnungen oder sonstigen Objekte zu kümmern – eine Art Rundumsorglospaket, das den Leuten das Gefühl gab, sich um nichts kümmern zu müssen. Kurz und gut – die Branche faszinierte ihn.

1994 dann der Bruch: Längst verbeamtet, also mit sicherem Job auf Lebenszeit, verließ er, gegen den Rat und das Bemühen ziemlich irritierter Vorgesetzter, den Staatsdienst und stieg bei dem Unternehmen ein, das er gerade zuvor kennengelernt hatte: Tonne Beckmann Hausverwaltung.  Schnell bot sich die Chance, es zu übernehmen. Wie er das finanzierte? Mit einem Konzept, das eine Bank überzeugen konnte, ihm einen Kredit zu gewähren.

Was folgte, ist eine Erfolgsgeschichte in der Düsseldorfer Immobilienwirtschaft. Der Betrieb – den alten Namen Tonne Beckmann hat er nie geändert – wurde er einer der hiesigen „Hidden Champions“, eine der Firmen also, die hier sehr erfolgreich sind, aber deren Namen nie an der großen Glocke hingen. Zuletzt hatte er vor allem ein Problem: zuviel Nachfrage, zu wenig Kapazität. Da er Bestandskunden nicht enttäuschen will, nimmt er neue nur noch dann an, wenn er sicher sein kann, auch deren Ansprüche zu erfüllen. Vor allem Personalknappheit zwingt ihn zur Zurückhaltung, derzeit (im 40. Jahr nach Firmengründung) werden 150 Objekte betreut – mit circa  2000 Wohnungen.

Dennoch will er jetzt, im Alter von 66 Jahren, einen Neustart wagen: Auf Sylt, seit vielen Jahren seine Trauminsel, gründet er ein neues Unternehmen, unter dem Namen „Drack Immobilienmanagment DI“ – und spricht damit dortige Immobilieneigner an.

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