Düsseldorf: Till Westheuser leitet das Hyatt House

Luxushotel in Düsseldorf : Till Westheuser leitet das Hyatt House

Seit Mitte Juli verantwortet Till Westheuser den Betrieb im Hyatt House in der Düsseldorfer Altstadt. Mit ihm wechselt ein erfahrener Hotelier aus dem Luxussegment in das Hyatt House Düsseldorf. In seiner Vita finden sich berufliche Stationen wie Hilton und Kempinski. „Diese Mischung bietet sonst in Düsseldorf keiner, und das hat mich extrem gereizt“, sagt er über die edle Altstadt-Herberge.

Für Till Westheuser ist es eine Rückkehr in die alte Heimat. Der neue Chef des Düsseldorfer Luxushotels Hyatt House mitten im Andreas Quartier (AQ) hat sein Fach in der Landeshauptstadt gelernt. Mit 16 Jahren machte er seine Ausbildung im Hilton in Golzheim, faltete Bettlaken und servierte Frühstück. In der Familie ist die Hotellerie Alltag, der junge Till war auch oft bei seinem Onkel und seiner Tante in Essen, die dort das Landhotel Mintrop betreiben.

Fast 20 Jahre später ist Westheuser nun General Manager eines der spannendsten Hotelprojekte in der Stadt. Das Fünf-Sterne-Haus an der Mühlenstraße, zwischen Kunstsammlung K20 und Altstadt perfekt gelegen, ist eine außergewöhnliche Mischung aus wuchtigem Grand Hotel in einem denkmalgeschützten Gebäude, künstlerisch feinsinnigem Boutique-Haus und einer Luxus-Herberge nach Boarding-Prinzip, mit voll ausgestatteter Küche in den großzügig gestalteten 102 Zimmern.

„Diese Mischung bietet sonst in Düsseldorf keiner, und das hat mich extrem gereizt“, sagt Westheuser, der nach Stationen in Bahrain und in München (Mandarin Oriental) zuletzt als Vertriebschef im Hotel Atlantic in Hamburg arbeitete. Wer als Hyatt-House-Gast auf der Empore über dem imposanten Treppenhaus frühstücken darf, muss dem Mann recht geben. In einem edleren Ambiente lässt sich in dieser Stadt kaum der Morgenkaffee trinken. Aber gibt es in Düsseldorf nicht längst zu viele Hotels? „Jein“, sagt Westheuser. Im Segment der luxuriösen Fünf-Sterne-Häuser gebe es keine Übersättigung. „Ich kann mit der Konkurrenz gut leben.“ Der Breidenbacher Hof, das Steigenberger Parkhotel und das Interconti sind fußläufig zu erreichen. Das Hyatt House versucht, seine Nische zu finden, indem es sich zwischen Kunstakademie und Kunstpalast als Haus der Kultur vermarktet (die Ai-Weiwei-Ausstellung hat viele Gäste gebracht), und zugleich bietet sich das Hotel einer internationalen Business-Klientel als Apartment-Haus an. Anwälte, Investoren, Berater, Manager bleiben über mehrere Wochen oder sogar Monate, weil sie in den großzügigen Apartments mit den vier Meter hohen Decken nicht nur eine Küche, sondern mit Waschmaschine und Trockner das Rundum-Paket für Wohnen auf Zeit bekommen. 102 Zimmer gibt es, Ende August gab es zwischenzeitlich nur noch etwa zehn Zimmer im freien Verkauf. Eine gute Auslastung, genaue Zahlen will Westheuser aber nicht nennen. Der 35-Jährige weiß um die Verschwiegenheit der Branche, wenn es um wirtschaftliche Details geht. Im Schnitt kostet ein Zimmer 200 Euro pro Nacht. Demnächst sollen die Gäste in dem Hotel, das wie das gesamte Andreas Quartier zur Frankonia Immobilienfirma gehört, nicht nur gut essen und schlafen, sondern auch feiern können. Am 1. Oktober eröffnet das neue Bistro „Frank’s“ und ein neuer Nachtclub im ehemaligen Palais Spinnrad. Es soll Live-Musik, Konzerte und ein Bühnenprogramm geben. Damit öffnet sich das Andreas Quartier sichtbar zur Partymeile. Für die Hyatt-Gäste soll es durch die Tiefgarage aber einen separaten Vip-Eingang geben. So viel Exklusivität muss dann doch sein. Michael Bröcker

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