1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtgespräch

Düsseldorf: Thomas Baumgärtel sprüht Bananen für Unicef

Alles Banane in Düsseldorf : Thomas Baumgärtel sprüht Bananen für Unicef

Namhafte Künstler kreieren Unikate für das Kinderhilfswerk. Der bekannte Sprayer kam dafür ins Andreas-Quartier in der Altstadt. Er bewies einmal mehr, wie Aufsehen erregend Kunst sein kann.

Innerhalb von wenigen Sekunden kann aus einem einfachen Holzhocker ein Kunstwerk werden. Das bewies Thomas Baumgärtel, der auch als „Bananensprayer“ bekannt ist, am Montag in der Düsseldorfer Altstadt. Er zückte seine Spraydose und schmückte einen Hocker mit einer seiner leuchtend gelben Bananen, die schon an Kunstmuseen und Galerien auf der ganzen Welt zu finden sind. „Dieses Mal muss ich nicht schnell weglaufen“, scherzte er. Möbeldesigner ist der Künstler allerdings nicht geworden. Vielmehr unterstützt er mit seiner Kunst die Unicef-Kunst-Aktion „Kinderrechte – Ein Platz für jedes Kind“. Zu ihrem 75. Geburtstag möchte die Hilfsorganisation den Fokus gezielt auf die Rechte der Kleinsten legen. „Das Thema Kinderrechte ist sehr wichtig und oft in den Medien. Aber es ist immer noch nicht im Grundgesetz, auch wenn wir fast am Ziel sind“, sagte Heribert Klein, Mitglied des deutschen Komitees für Unicef.

Für die Aktion werden 18 Hocker von nationalen und internationalen Künstlern zu einem Kunst-Platz für jedes Kind gestaltet. Baumgärtel musste auf jeden Fall dabei sein, findet Klein. „Die Banane ist die Lieblingsfrucht der Kinder. Kochbananen retten vielen Kindern in Afrika das Leben, und die Bananenblätter decken ihre Häuser ab“, sagt er. „Was könnte also näher liegen, als den Bananensprayer für die Aktion zu gewinnen?“

  • Mit drei verschiedenen Schablonen sprüht der
    Kunstaktion des Bananensprayers : Die erste Impfbanane in Rheinberg
  • Neue Projekte der Künstlerin Meral Alma aus Jüchen : Mit Kunst Menschen im Alltag erreichen
  • Graffiti-Künstler Jens Lagemann (r.) hat eine
    Kunstwerk in Leverkusen : Höhner-Sänger lächelt auf Schlebuscher Marktplatz
  • Baustelle Werner-Jaeger-Halle in Nettetal : Sanierung startet erst nächstes Jahr
  • Das Coronavirus fällt wie ein Meteorit
    Bildung in Meerbusch : Kunst-Projekt unterstützt die Mensa
  • Ausstellung in Viersen : Wie Kunst jüdisches Leben sichtbar macht

Und auch für den Künstler war sofort klar, dass er an der Aktion teilnehmen möchte. „Kinder sind das Tollste und Wichtigste im Leben neben der Streetart“, sagt er. Das sei ihm durch die Geburt seines Sohnes besonders deutlich geworden. Diesen hat er mittlerweile auch zu einem kleinen Künstler herangezogen, erzählt er. Zusammen ziehen sie schon mal um die Häuser, um ihre Kunst zu verbreiten. Während des Lockdowns hätten die beiden zusammen kleine Bilder von der berühmten Romanfigur Pippi Langstumpf an Kitas geklebt, um den Kindern eine Freude zu machen. Und das war nur eine von vielen Aktionen, die der Künstler während der Pandemie gestartet hat.

Auch mit seiner Impfbanane, mit der er die Menschen zur Corona-Impfung anregen wollte, hat er Aufsehen erregt. „Der Lockdown war wie eine Vollbremsung. Die Museen waren geschlossen. Ausstellungen fanden nicht statt. Und ich habe mich gefragt, was ich machen kann. Also habe ich entschlossen, die Kunst auf die Straße zu bringen“, sagt Baumgärtel.

Die 18 Hocker werden ab Oktober in fünf Städten Deutschlands in einer Ausstellung zu sehen sein. Start ist im Andreas-Quartier – wo auch die Aktion am Montag stattfand – in Düsseldorf. Nach einem Jahr sollen die Schemel für den guten Zweck versteigert werden, wobei das Mindestgebot bei 1000 Euro liegen wird. Zu wenig, wie Baumgärtel findet, aber Klein ist sich sicher, dass die Gebote höher liegen werden.