Düsseldorf: Stockheim lädt zur Geburstagsfeier mit vielen Archivbildern

Unternehmens-Jubiläum in Düsseldorf : Stockheim feiert den 70. Geburtstag nach

Nach dem überstandenen Insolvenzfahren gibt es bei dem Unternehmen Stockheim nun wieder Grund zum Feiern: Am Wochenende wird der 71. Geburtstag des Unternehmens zelebriert. Dabei wird den Besuchern auch ein Blick in das Archiv gewährt.

Die meisten feiern den 70. oder  den 75. Geburtstag, nicht aber bei Stockheim. Dort wird an diesem Wochenende der 71. Geburtstag zelebriert. Ein seltsames Jubiläum, genau genommen gar keins. Doch für Juniorchefin Carla Stockheim gibt es genügend Grund zu feiern. „Den 70. Geburtstag haben wir schlicht vergessen, weil wir  komplett mit der Restrukturierung  beschäftigt waren“, erzählt sie. Damit meint sie das Insolvenzverfahren, das das Unternehmen im vergangenen Jahr abgeschlossen hatte.

Vor der Insolvenz hatte das Unternehmen 750 Mitarbeiter in der  Catering-, Messe- und Systemgastronomie und versorgte Flughäfen, Bahnhöfe, Messen und Hallen. Durch den Verlust von Großkunden geriet Stockheim allerdings in wirtschaftliche Schieflage. Nach der Umstrukturierung sind noch 120 Mitarbeiter übrig. Neben der Unternehmensgröße hat sich auch die Führungsstruktur verändert. Carlas Vater Karl-Heinz Stockmann hat sich zurückgezogen, die Unternehmensleitung liegt nun in den Händen von Carla und ihrer Mutter Margret.

Wann  der genaue  Gründungstermin  war, das kann Carla Stockheim gar nicht genau sagen.  „Wir sind noch bei der Recherche“, berichtet sie. Dazu sei sie eigens zum Archiv nach Langenfeld gefahren  und habe sozusagen in letzter Minute wichtige Dokumente gerettet. Dortige  Mitarbeiter hatten nämlich schon alles in Container geschmissen,  was  älter als zehn Jahre  war, doch Carla Stockheim konnte die Dokumente noch retten. Beim Durchstöbern der Akten stieß sie zwar nicht auf das gesuchte Datum, dafür aber auf viele andere interessante Dinge. „Ich hatte unglaublich viele Aha-Effekte“, erzählt sie. So fand sie alte Speisenkarten,  Schwarz-Weiß-Fotografien und  Gästebücher des Unternehmens. Ein Teil davon soll am Wochenende ausgestellt werden. Beispielsweise eine Speisekarte aus den 1970er Jahren, wo es noch „echte Schildkrötensuppe“ für 4,50 Mark gab und die Serbische Bohnensuppe 3,80 Mark kostete. Gerichte, die heute auf keiner Speisekarte mehr zu finden sind. Auch  zahlreiche Berühmtheiten  werden auf Fotos zu sehen sein –  wie Bundeskanzler Konrad Adenauer,  Bundespräsident Theodor Heuss, Kardinal Josef  Frings die britische Königin oder der Schah  von  Persien.

Gefeiert wird zunächst am kommenden Samstag mit geladenen Gästen und am Sonntag in der Zeit von 12 bis 18 Uhr mit allen Interessierten in den Rheinterrassen. Und wie früher soll es einen Tanztee geben mit  dem Kännchen Kaffee „und die legendäre Sahnetorte nach einem Rezept von meinen Opa“, sagt Carla Stockheim.

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