Düsseldorf: Stefania Lettini verrät ihre fünf Lieblingsorte

Fünf Lieblingsorte in Düsseldorf : Stefania Lettini über das „Dorf“ mit Weltstadtflair

Die Gastronomin liebt das internationale Flair Düsseldorfs, aber schätzt gleichzeitig die Möglichkeit, auch einmal durchatmen zu können. Zum Beispiel bei einem „floralen Boxenstopp“, den sie jede Woche in Bilk einlegt.

Schon früh am Morgen schmettert sie ein fröhliches „Buongiorno“ und strahlt dabei pure Lebensfreude aus. Stefania Lettini, 42, ist Düsseldorferin mit italienischen Wurzeln und seit 14 Jahren Inhaberin des gleichnamigen Delikatesshandels im Stadtteil Bilk. Die Gastronomin sucht mit Herzblut und Akribie italienische Köstlichkeiten aus – Schinken, Wein, Salami, Pasta, Dolci, kurz alles, was einen italienischen Abend rundmacht. Dafür reist sie fast jeden Monat nach Italien. Ihre zweite Leidenschaft gilt der Fotografie, vor allem der Foodfotografie. So habe sie ein kleines, angeschlossenes Studio im Laden und könne sich frei entfalten.

Jeden Samstagmorgen stehe sie bei Wind und Wetter auf dem Aachener Platz. Denn dies sei einer ihrer Lieblingsorte in Düsseldorf, genauer gesagt, der Blumenstand von „Mo“, einem Blumenhändler aus den Niederlanden. „Seit über 14 Jahren kaufe ich hier meine frischen Blumen für Zuhause und für meinen Laden“, so die Gastronomin. „Ich nenne es meinen floralen Boxenstop“, scherzt sie. Oft verweile sie noch ein wenig zum Plaudern.

Bewegung sei ihr sehr wichtig – schließlich sei sie ein ausgeprägter Genussmensch. Und Genuss habe wie alles im Leben auch seine Schattenseiten, weiß Lettini. „In meinem Job als Wein- und Feinkost-Importeurin muss ich alle Produkte probieren – und das geht natürlich nicht jahrelang spurlos an einem vorüber. Da sind regelmäßige Laufrunden ein echtes Muss.“ Und die absolviert sie am liebsten am Unterbacher See. Früh am morgen laufe sie einmal um das Gewässer, wenn die Wiesen noch leicht vom Morgentau bedeckt sind. „Ich liebe diese Strecke – so nah an der Stadt und doch so schön ländlich. Bei jeder Kurve werde ich mit purer Natur und Blick aufs Wasser belohnt – das nenne ich Digital Detox.“

Die Lorettostraße ist für sie ein gelungenes Beispiel dafür, wie Einzelhandel funktionieren kann. „Die Straße fasziniert mich mit ihren alten Baumbeständen, den stuckverzierten Altbauten und charmanten Hinterhöfen“, schwärmt sie. „Hier sind die Boutiquen noch inhabergeführt, die kreative Händlergemeinschaft leistet wirklich Beeindruckendes. Und die vielen gemeinsamen Feste sind das Tüpfelchen auf dem i. Die Menschen hier sind fröhlich, aufgeschlossen und sehr entspannt.“

Der Messeplatz habe es ihr besonders angetan, „die vielen internationalen Ausstellungen bringen Flair und Leben in die Stadt. Und dafür ist Düsseldorf ja auch weltweit bekannt.“ Sie tauche gern in den Trubel einer Messe ein, ihre Lieblingsmesse sei die Prowein, auf der sie auch die besten Tropfen für ihre Gäste entdeckt. „Seitdem es auch die Veranstaltungsreihe Prowein goes City gibt, kommt die Vielfalt der Weinwelt auch in die Stadt, denn die Messe ist ja nur für Fachbesucher geöffnet.“ Daher sei das bunte Rahmenprogramm an Verkostungen und mehrgängigen Weinbegleitungen einfach ideal, um dem Wein den Stellenwert zu geben, den er ihrer Meinung nach verdient.

Und zuletzt hat es ihr der Flughafen angetan. „Ich reise für mein Leben gern, jeden Monat fliege ich nach Italien und suche in Provinzstädtchen wie ein kleines Trüffelschwein neue Produkte und kulinarische Trends, um diese in mein Sortiment aufzunehmen.“ Der Rückflug über den Rhein sei für sie immer ein besonderer Moment. „Das wohlige Gefühl, wieder in meiner Wahlheimat zu sein, ist immer wieder toll,“ schwärmt sie. „Ich liebe unser charmantes Dorf an der Düssel, in dem man jeden einerseits irgendwie über die eine oder andere Ecke kennt und andererseits internationale Besucher der Stadt ein Weltstadtflair verpassen.“

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