Düsseldorf: Spiesratze fahren mit Kölner Geißbock im Rosenmontagszug

Innovation : Spiesratze fahren mit Kölner Geißbock im Rosenmontagszug

Köln ist häufig zwar die große Konkurrenz, aber im Karneval machen die Düsseldorfer gerne mal eine Ausnahme.

Der Geißbock gehört zu Köln wie der Dom. Aber in diesem Jahr läuft er im Düsseldorfer Rosenmontagszug mit – als Figur auf dem Wagen der Spiesratze Der Spruch dazu: „Bock auf Fortuna“. Auf dem Wagen feiern zudem die Kölner Haie zusammen mit ihren Rivalen, den DEG-Löwen. Die Kölner und Düsseldorfer Narren ein Herz und eine Seele? „Trotz aller Frotzeleien, die im Karneval nun mal dazu gehören, haben wir dieselbe Mentalität, sind wir im Brauchtum gute Freunde“, sagt Bernhard Lück von den Spiesratzen. So heißt denn der Wagen „Düsseldorf und Köln – gemeinsam jeck“. Und das ist noch nicht alles.

Auch die KG Weissfräcke haben angekündigt, in irgendeiner Form Köln auf ihrem Prunkwagen darzustellen. Die Herren im weißen Frack pflegen ohnehin schon eine intensive Freundschaft mit den Nachbarjecken, legen jedes Jahr bei ihrer Schiffstour in Köln an, wo das Düsseldorfer Prinzenpaar das Dreigestirn empfängt. Ziel bleibt für die Lackschuhkarnevalisten: das Dreigestirn einmal für eine Sitzung nach Düsseldorf zu holen. Die Niederkasseler Tonnengarde blickt ebenfalls auf die Domstadt, will auf einem ihrer Fässer beim traditionellen Tonnenrennen am Karnevalssonntag sogar ein Foto des Kölner Prinzen zeigen. Köln-Motive tragen laut Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) auch die Wagen von Lott Jonn, AVDK und der Funkenartillerie Rot-Wiss.

Wie freundschaftlich mittlerweile das Verhältnis zu den Nachbarstädtern ist, zeigt übrigens auch der Film, der bei der Prinzenpaarkürung gezeigt wurde. Düsseldorfer und Kölner Gardisten, alle mit roten Pappnasen und total jeck, schunkeln gemeinsam fröhlich am Dom. Im Text des dazugehörigen Mottliedes wird Köln natürlich ebenfalls erwähnt.

Die passionierten Karnevalisten wissen das schon längst: Fast schon Routine geworden sind mittlerweile die zahlreichen gegenseitigen Besuche der Karnevalsbosse beider Städte. Und der Prinzenclub empfängt zur großen Kirmes alle zwei Jahre sein Pendant, die Traditionsgemeinschaft der Kölner Dreigestirne. Also doch ein Herz und eine Seele? Bei Kölner Sitzungen wird jedenfalls im Publikum gelegentlich immer noch gepfiffen, wenn nur der Name Düsseldorf fällt. Ein „Helau“ kommt da so schnell nicht über die Lippen.

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