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Düsseldorf: Schauspielhaus geht in Sommerpause

Schauspielhaus : Kunstvoller Abschied in die Sommerpause

Wenn das Schauspielhaus in Sommerpause geht, dann verabschiedet sich das Ensemble mit einer großen Party auf der Bühne. Diese Show war erneut ein großer Publikumserfolg.

Mehr Happyend geht nicht. Das Schauspielhaus feierte im Central ein fulminantes Finale und gleichzeitig mit dem Liederabend „Boys don´t cry and girls just want to have fun“ eine umjubelte Premiere. „Dass uns dies am letzten Abend noch gelungen ist, freut mich besonders“, sagte Intendant Wilfried Schulz. Wie anders als „mit großer Erleichterung nach einer sehr guten Spielzeit“ sollte er nun auch in die Sommerpause gehen. „Was haben wir für ein Glück mit diesem Intendanten“ bringt es Zuschauerin Vera Bittner auf den Punkt. „Uneitel wie er ist, lässt er seinen Schauspielern den ganzen Ruhm.“

 Michael Strahl, Vorsitzender des Freundeskreises, mit Intendant Wilfried Schulz (v.l.)
Michael Strahl, Vorsitzender des Freundeskreises, mit Intendant Wilfried Schulz (v.l.) Foto: Bretz, Andreas (abr)

Nach und nach gesellt sich das Ensemble des Liederabends zur Saison-Abschlussparty auf die Foyer-Brücke, den Applaus noch im Ohr. „Einen besseren Start hätte ich mir nach der Babypause nicht wünschen können“, sagt Hanna Werth. „Es ist wunderbar, wieder dabei zu sein, ich fühle mich sehr geehrt.“ Dennoch, mit ihrem Sohn (der Vater ist Schauspieler Philipp Alfons Heitmann vom Neusser Theater) habe sich ihr Leben komplett verändert: „Ich bin Mama, das gehört jetzt zu mir und macht mich reich.“

 Elke und Peter Haeffs, Stifter des Theaterpreises „Gustaf“ für ein Mitglied im Jungen Schauspiel
Elke und Peter Haeffs, Stifter des Theaterpreises „Gustaf“ für ein Mitglied im Jungen Schauspiel Foto: Bretz, Andreas (abr)

Dramaturg Frederik Tidén, bis eben als Drag Queen auf der Bühne, stöckelt noch in Kostüm und Maske herum: „Das will ich auskosten nach dem stundenlangen Schminken.“ Laura Jil liebte das Kinderstück „Der kleine Angsthase“ im Jungen Schauspiel, bei Christina und Miriam war es „Jeff Koons“ in der Sammlung Philara.

Marion und Werner Sesterhenn beeindruckten in der letzten Spielzeit vor allem „Caligula“ und „Der Sandmann“. Der Vorsitzende der Besucher-Organisation Volksbühne bricht eine Lanze fürs Central: „Ein erfrischender Standort. Wir freuen uns immer, wenn wir aus der U-Bahn steigen und herkommen. Ich hoffe, er bleibt uns erhalten. Zumal ja das ganze Bahnhofsviertel aufgewertet werden soll.“ Das wünscht sich auch die Kulturpolitikerin Karin Trepke (Bündnis 90/Die Grünen). Den Liederabend fand sie grandios: „Diese Schauspieler beherrschen wirklich alles.“ Jetzt ist sie gespannt auf „Menschen im Hotel“, die erste Saison-Premiere am Gustaf-Gründgens-Platz. „Ich habe das Buch von Vicki Baum als Jugendliche gelesen, mal sehen, wie die Bühnenfassung auf mich wirkt.“

Elke und Peter Haeffs, Stifter des Theaterpreises „Gustaf“, den ein Mitglied des Jungen Schauspiel erhalten soll, verteilen je ein Lob an die fabelhaften Sänger des Abends und an den Intendanten: „Bemerkenswert, wie Wilfried Schulz es geschafft hat, für jeden Geschmack etwas Gutes zu bieten und das Publikum zu verjüngen. Möge es im Jungen Schauspiel mit dem neu formierten Ensemble nun ebenso positiv weitergehen.“ Michael Strahl, der Vorsitzende des Freundeskreis, schwebte auf Wolke sieben: „Sensationell. Wir spielen wieder in der Champions League. Dieses Ensemble ist zu einer großen Theaterfamilie zusammengewachen.“ Regina Goldlücke