Düsseldorf: Peter Rütten und Oliver Kalkofe sind die Biotonne der Filmwirtschaft

SchleFaZ-Komiker Peter Rütten und Oliver Kalkofe : „Wir sind die Biotonne der Filmwirtschaft“

Bei Tele 5 präsentieren Oliver Kalkofe und Peter Rütten die schlechtesten Filme aller Zeiten (SchleFaZ). Uns haben die beiden erzählt, was einen Trash-Film sehenswert macht und warum „Plan 9 aus dem Weltall“ die Mutter aller schlechten Filme ist.

Als Ed Wood 1959 seinen Film „Plan 9 aus dem Weltall“ produzierte, hatte er ein Problem: Sein Wunschdarsteller Bela Lugosi war bereits verstorben. Doch das sollte den Filmemacher nicht aufhalten: So nahm Wood kurzerhand Archivaufnahmen des Schauspielers und ließ ihn für weitere Szenen von dem Chiropraktiker seiner Ehefrau doubeln. Das ist jedoch nur einer der Gründe, warum der Streifen als ein Paradebeispiel des schlechten Films gilt. „Wood hat ein Meisterwerk des Scheiterns geschaffen“, sagt Peter Rütten.

Und er muss es wissen, denn zusammen mit Oliver Kalkofe präsentiert er bei Tele 5 regelmäßig die „Schlechtesten Filme aller Zeiten“ (SchleFaz), die dort von den beiden Komikern bissig kommentiert werden. Am Donnerstag zeigten die beiden Woods Werk zuerst im Rahmen ihrer Live-Tour vor rund 1500 Zuschauern in Düsseldorf, am heutigen Freitag läuft der Film um 22.25 Uhr bei Tele 5.

Den Einfall für die Showreihe hatte Kalkofe 2013, einer Zeit, in der Tele 5 viele B-Movies ausstrahlte. „Alle sagen, wir haben die besten Filme, warum sagen wir nicht, dass wir die schlechtesten haben“, erklärt er seine Idee.

Schnell hatte sich die Reihe eine große Fangemeinde aufgebaut. „Wir dachten, es wird ein Nischenprodukt“, so Peter Rütten. Doch es kam anders, im September läuft bereits die 100. Ausgabe des Formats, das gewissermaßen auch sehr nachhaltig ist, wie Oliver Kalkofe erklärt: „Wir sind am Puls der Zeit, quasi die grüne Biotonne der Filmwirtschaft.“

Doch ein schlechter Film ist nicht gleich ein schlechter Film. Nicht jede Story schafft es in die Show der beiden. „Ein guter Trash-Film ist einer, bei dem jemand versucht hat, einen bedeutsamen Film zu machen“, sagt Peter Rütten. Und das ist auch bei Woods „Plan 9 aus dem Weltall“ der Fall. „Da wollte jemand etwas, hat es aber nicht gekonnt“, resümiert Oliver Kalkofe.

Manchmal drängt sich dabei als Zuschauer jedoch die Frage auf, wie es sein kann, dass der Irrsinn nicht bereits während der Dreharbeiten auffiel. „Das frage ich mich auch oft selbst“, erzählt Peter Rütten, „es gibt ja schließlich noch einen Cutter oder die Testvorführung." Nicht zuletzt, weil Woods Film im Grunde eine Aneinanderreihung von Ungereimtheiten ist. „Es ist ein verfilmtes Schülertheater“, sagt Oliver Kalkofe. Ed Wood habe gewissermaßen den schlechten Film erfunden.

Und deshalb mache das Zuschauen auch so viel Spaß. Insbesondere dann, wenn er wie in Düsseldorf zusammen mit dem Publikum geschaut wird, was jedes Mal eine riesige Party sei, wie Kalkofe resümiert. Deshalb ist auch für kommendes Jahr wieder eine Tour geplant, voraussichtlich auch mit Halt in der Landeshauptstadt.

Sorgen, dass ihnen irgendwann einmal der Stoff ausgehen könnte, haben die beiden nicht. Dafür werde genug Schund produziert. Zudem haben sie noch einige Filme ihrer Liste. Zum Beispiel „Herkules in New York“ mit Arnold Schwarzenegger oder „Mister Boogie“ mit dem Ex-Big-Brother-Bewohner Zlatko.

Der Konsum schlechter Filme ist laut Oliver Kalkofe übrigens nicht nur eine Frage der Unterhaltung: „Nur wenn man schlechte Filme gesehen hat, lernt man die guten zu schätzen." Das gilt erst recht für Plan 9 aus dem Weltall.

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