Düsseldorf: Pepe Lienhard ist Udo Jürgens unendlich dankbar

Konzert : Pepe Lienhard ist Udo Jürgens unendlich dankbar

Er war schon oft in Düsseldorf: Der Musiker und Bandleader Pepe Lienhard. Auch mit dem unvergessenen Udo Jürgens. Für den hat er viel Lob mit Blick auf seinen Auftritt am 26. April in der Tonhalle.

Er ist ein Dinosaurier. Peter Rudolf Lienhard – auch „Pepe“ genannt – ist ein Vollblutmusiker und dazu noch einer aus der alten Big-Band-Zeit. Früher kannte jedermann die großen Bandleader Max Greger, Paul Kuhn oder Hugo Strasser. In fast jeder Samstagabend-Fernsehshow sorgte eine der pompösen Formationen im Studio für die musikalischen Begleittöne. Auch Lien­hard sammelte in den 1970er und 1980er Jahren jede Menge Fernseherfahrung. So war der gebürtige Schweizer mit Band beispielsweise in der ersten „Wetten, dass ...“-Sendung an der Seite von Frank Elstner.

„Heute wird in den meisten Shows doch nur noch Playback gespielt. Das ist einfacher und kostet nicht so viel“, meint Lien­hard. „Ich bin wohl der letzte Mohikaner aus der alten Garde. Aber so lange es den Leuten gefällt, mache ich weiter. Ich wüsste auch nichts Schöneres als als Musiker auf der Bühne zu stehen.“ So auch am 26. April in der Tonhalle Düsseldorf.

Die Pepe-Lienhard-Big-Band mit insgesamt 27 Musikern, darunter auch Vokalkünstlerin Natascha Wright, präsentiert „World of Music“ mit Welthits wie „Fever“ und „Bohemian Rhapsody“ im unvergleichlichen Big-Band-Duktus mit perlenden Bläsersounds, drängenden Beats und groovenden Rhythmen. „Wir spielen aber auch Swing-Klassiker wie ‚In the Mood’ und ein großes Udo-Jürgens-Medley“, verrät der 73-Jährige Musiker.

Zu Udo Jürgens hat der Mann, der selber meisterhaft Altsaxophon spielt, eine ganz besondere Beziehung. Über Jahrzehnte war Pepe Lienhard samt Band der musikalische Tournee-Begleiter des „Mannes im weißen Bademantel“. „Ich bin Udo unendlich dankbar. Er wollte auf Tournee immer mit großer musikalischer Unterstützung spielen. Ohne Udo wäre es mir wirtschaftlich nicht möglich gewesen, die Band zu halten“, gesteht Lienhard. „Man kommt ja nicht umhin, auch auf die Zahlen zu schauen. Nur wegen meiner schönen blauen Augen spielt kein Musiker für mich.“

Mit Udo war Lienhard auch ein paar Mal in Düsseldorf gewesen. „Nach den Konzerten sind wir immer zu Charly Büchter ins Sam’s an die Kö gegangen“, erinnert sich Lienhard. „Es waren immer tolle Konzerte und tolle Abende.“ Im Laufe der Zeit fanden Jürgens und Lienhard nicht nur musikalisch zusammen, sondern wurden auch dicke Freunde. „Am Abend vor seinem Tod war ich mit Udo essen. Wir haben über Gott und die Welt gequatscht. Udo wollte in der Tour-Pause in sein Haus an die Algarve in Urlaub fahren. Wir haben uns ganz normal verabschiedet. Ein Ende unserer gemeinsamen Arbeit war nicht geplant“, so der Bandleader wehmütig.

Seine Liebe zur Musik blieb bestehen. „Der Swing-Sound der Big Band ist mein große Liebe“, bekennt Lienhard. Seine „Liebe“ hat ihm auch die Bekanntschaft, Zusammenarbeit und Anerkennung vieler Weltstars eingebracht. So stand er bereits mit Frank Sinatra, Sammy Davis Jr., Paul Anka, Ute Lemper, Shirley Bassey oder auch Quincy Jones auf der Bühne. Und jetzt also zum x-ten Mal Düsseldorf. „Jede Halle hat ihren eigenen Klang. Wir stellen technisch alles speziell auf die Tonhalle ab“, erläutert Lienhard. „Es soll ja wieder ein wunderschöner Abend mit Musiker-Freunden für unsere treuen Fans werden.“
Tino Hermanns

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