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Düsseldorf: Outdoor-Fitness bei Alma Sports

Behörde gab grünes Licht: Outdoor-Training bei Alma Sports möglich : Outdoor-Fitness bei Alma Sports

Holger Schütt wagte den Vorstoß und hatte Erfolg: Das Ordnungsamt gab grünes Licht für sein Fitness-Training im Freien. Sit-ups und Hantel-Training sind in dem Heerdter Studio nun möglich. Die Fitness-Freaks freut es.

Ein Statement ist Holger Schütts Club Alma Sports, der im Juli 2020 eröffnete: Das komplette Areal in Heerdt nahe Oberkassel erstreckt sich über gut 7000 Quadratmeter. Die Investitionen gingen Schütt zufolge in die Millionen. „Sicherlich keine Selbstverständlichkeit mitten in der Corona-Krise, aber ich habe mir meinen Traum erfüllt und glaube eben an unser Konzept.“ Aber der zweite Lockdown erwischte auch den 48-jährigen Fitness-Unternehmer. Am 2. November schaltete er die Geräte aus, schloss die Türen und schickte seine Mitarbeiter in Kurzarbeit. Doch nun gibt es Hoffnung auf andere Zeiten – und zwar nicht nur wegen der neuen Pläne der Bundesregierung zur stufenweisen Öffnung. Der Alma-Sports-Club hat nämlich seit dem 22. Februar wieder auf – zumindest draußen.

Einen 450 Quadratmeter großen Bereich hatte Schütt für sogenannte Outdoor-Trainings ohnehin schon längst vorgesehen. Den Impuls, bei den Düsseldorfer Behörden wegen einer Erlaubnis nachzufragen, gab ihm kürzlich ein Konkurrent: McFit-Gründer Rainer Schaller. Denn der hatte auf Parkplätzen vor zehn seiner über ganz Deutschland verteilten Studios Geräte aufgestellt und Training im Freien angeboten. Bei Schaller machten die Behörden Ärger, sodass dessen Outdoor-Studios sofort wieder schließen mussten. Bei Holger Schütt aber hat es funktioniert. „Inspiriert durch diese Aktion habe ich dem Ordnungsamt unser Konzept erklärt, das hat freundlich geantwortet und uns die Erlaubnis erteilt.“

Nur wenige der weit mehr als 1000 Mitglieder werden dieses Outdoor-Training nutzen können, „aber immerhin, wir sehen das als extra Service zusätzlich zu unseren Online-Trainings“, sagt Schütt. Drei Zeitfenster täglich gibt es, bis zu 50 Kunden können sich so jeden Tag auf der Alma-Außenfläche austoben. Schütt hat dafür mehrere Parzellen eingeteilt, auf denen maximal zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten trainieren dürfen. Ein Rig-System ist aufgebaut, an dem Klimmzüge möglich sind, kurze und lange Hanteln stehen bereit, Therabänder, Kettlebells, die Kunden machen Liegestütze und Sit-ups.

Das Konzept kommt an, sagt Schütt: „Unsere Kunden sind glücklich, dass sie ein bisschen was machen können, die vermissen ihren Sport und uns.“ Das merke er auch daran, dass viele Mitglieder ihn einfach mal so am Studio besuchten, um am Zaun ein Pläuschchen zu halten. „Die sind treu, wir haben viele Stammkunden, Alma hat eine lange Geschichte in der Stadt. Ich spüre da auch ganz schön viel Solidarität.“ Viele kennt Schütt seit 1995, als er als Inlineskate-Lehrer bei Alma anfing.

Schaller und seinen Studios wünscht Schütt nur das Beste. Auch in Düsseldorf ist der Fitness-Unternehmer mit McFit und John Reed vertreten – beide Ketten gehören zu Schallers RSG Groop. Der fordert eine klare Öffnungsperspektive für die Fitnessbranche und klagt derweil in allen zehn Städten darauf, seine Outdoor-Studios wieder öffnen zu können. „Bis diese Verfahren nicht zu Ende sind, öffnen wir auch keine weiteren Standorte im Freien“, sagt Unternehmenssprecher Pierre Geisensetter auf Anfrage.

Wenn die Pandemie unter Kontrolle ist, können sich die Alma-Mitglieder in der Eventhalle mit drei Indoor-Beachvolleyball-Plätzen austoben. Zudem hat Schütt ein Areal für die Anhänger des verhältnismäßig neuen Fitnesstrends Crossfit geschaffen. Die Gymnastik- und Ausdauerbereiche sind in großen Hallen mit hohen Decken untergebracht mit Laufbahnen, Indoor-Cycling und einem neuen Belüftungssystem. Dazu gibt es einen Wellnessbereich und ein Café.