Düsseldorf: Netzwerker ebnen Frauen den Weg an die Spitze

Frauenförderung: Auf dem Weg an die Spitze

Kienbaum-Managerin Sabine Hansen rief ein bemerkenswertes Netzwerk ins Leben. Jetzt ist Bergfest.

Die Frauenförderung wird in vielen Firmen weiter vernachlässigt. Ändert sich nichts, werden erst in 60 Jahren genauso viele Frauen wie Männer Führungskräfte sein. „Die Unternehmen verschenken ein enormes Potenzial“, sagt Sabine Hansen. Zusammen mit den Düsseldorferinnen Nathalie Daghles (Latham & Watkin), Petra Schlieter-Gropp (Schlieter & friends) und Alexandra Iwan (Agentur Textschwester) hat die Kienbaum-Personalberaterin deshalb vor einem Jahr IWiL, die Initiative Women into Leadership, gegründet.

Frau Hansen, was macht den gemeinnützigen Verein IWiL so besonders?

Hansen Wir sind eine aus der Düsseldorfer Wirtschaft entstandene Initiative, die den Unternehmern ein Angebot macht, selber die Nachfolge für ihr Top-Management in die Hand zu nehmen und von innen heraus zu entwickeln. Top-Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Gesellschaft, Medizin und Kultur wie Coca Cola, Douglas mit Vorstand Tina Müller, Sparkasse Düsseldorf, Qiagen oder Volkswagen mit Vorstand Hiltrud Werner als Mentoren stehen zur Verfügung. Sie begleiten hochqualifizierte Frauen aus den eigenen Reihen auf ihrem Weg an die Spitze. Der Verein steht für die nachhaltige Verpflichtung zu mehr weiblichen Führungskräften.

Wie funktioniert das Cross Mentoring Programm?

Hansen Die Mitgliedsunternehmen nominieren ihre weiblichen Top-Performer. Die Vereinsführung führt persönliche Interviews mit den Nominierten und klärt Erwartungshaltung bezüglich persönlicher Präferenzen. Im Rahmen der Kick-off-Veranstaltung treffen Mentees auf ihre potentiellen Mentoren. Im anschließenden Matching bilden sich die Tandems für die Dauer von einem Jahr. Pro Quartal ist mindestens ein Treffen für die Tandems vorgesehen.

Wer ist die Zielgruppe?

Hansen Programme für Talente gibt es viele, aber keins, das sich an Frauen ein oder zwei Ebenen unterhalb des Top-Managements richtet.


Ist IWiL ein reiner Frauenverein?

Hansen Unter den 44 persönlichen Mitgliedern hat IWiL, Stand heute, zwölf männliche Mitglieder. Wichtig ist es, eine ausbalancierte Sicht auf Führung zu ermöglichen, und wir freuen uns über engagierte Männer, die daran mitwirken wollen.

Gibt es Kooperationen auf städtischer Ebene?

Hansen Ja, mit der LandeshauptsStadt Düsseldorf, um den städtischen Unternehmen eine Plattform zu bieten.


Was feiern Sie heute beim Bergfest in der Erdinger Hütt’n am Lindner Congress Hotel, zu dem 120 Frauen aus ganz Deutschland erwartet werden?

Hansen Die ersten sechs Monate Cross-Mentoring-Programm: Der erste Jahrgang ist vom Stand weg mit 30 Tandems gestartet. Wir nutzen das Bergfest auch zum Expertenaustausch und Netzwerken.

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