1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtgespräch

Düsseldorf: Mostertpöttches mit Lebenszeichen der Brauchtumskünstler

Endlich wieder Auftritte für Karnevalskünstler : Die Mostertpöttches geben ein Lebenszeichen

Es wurde ausgelassen mitgeklatscht, getanzt, geschunkelt und mitgesungen. Ein genauer Blick offenbarte, dass die aktuell geltenden Pandemie-Beschränkungen penibel eingehalten wurden. Spürbar war aber vor allem: Die 250 Gäste sehnen sich nach Karneval.

Es wirkte, als gebe es die Corona-Pandemie nicht. Auf der Heimatbühne im Rheinpark verbreiteten die Künstler mit ihren Auftritten beste Stimmung. Sie alle sind Mitlieder der Mostertpöttches, also der Gilde der Büttenredner, Sänger, Parodisten, Fanfarencorps’, Tanzcorps’ und Musikkapellen. „Wir sind mit der Anzahl von 250 Zuschauern sehr zufrieden“, meinte Mostertpöttches-Vize-Baas Martin Wilms. „Wir haben ein Lebenszeichen der Brauchtumskünstler gesendet.“

So gut die Stimmung auf und vor der Bühne auch war, die Zukunft für Karnevalskünstler sieht nicht rosig aus. „Das war unser erster Auftritt seit Karnevalssonntag. Da haben wir beim Veedelszoch in Unterbach gespielt. Im Sommer haben wir normalerweise um die 15 Auftritte. Die sind in diesem Jahr alle abgesagt worden“, sagte Enrico Palazzo, Sänger der Düsseldorfer Mundartband Rhingjold. „Wir waren richtig nervös, als wir beim Düsseldorfer Abend auf die Bühne gegangen sind. Da hat man mal wieder gemerkt, wie man Auftritte vermisst hat.“ Die meisten der Mostertpöttches-Mitglieder (90 Prozent) sind nicht auf Einnahmen durch Auftritte angewiesen. „Die meisten gehen einem normalen Beruf nach“, sagt Mostertpöttches-Vorstandsmitglied Manfred Castor. So auch Shooting-Star Yasmin-Marie Hutchins-Schier. Sie ist Vorstandsassistentin bei einem Versicherungsmakler, und Karnevals-Urgestein Michael Hermes, der bereits 28 Mal das Sessionslied des Düsseldorfer Karnevals verantwortete, ist Werkstattmeister bei der Rheinbahn.

Das die Session 2020/21 groß gefeiert wird, glaubt in diesen Kreisen kaum jemand. „Es wird eventuell ein paar Feiern mit viel Luft zwischen den Besuchern geben. Ich glaube aber nicht, dass der Rosenmontagszug stattfindet“, sagt Hermes. „Ich bin seit der Session 1985/86 im Karneval aktiv und habe viel erlebt wie Absagen wegen Sturm oder Krieg. Eine Pandemie war bisher noch nicht dabei. Wer weiß, was uns noch alles blüht.“