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Düsseldorf: In diesem Café kostet der Eisbecher 23,90​ Euro - Ärger über Wucher-Preise

Ärger über Wucher-Preise : Café am Düsseldorfer Rheinufer verlangt 23,90 Euro für Eisbecher

Ein Café am Rheinufer in Düsseldorf bekommt im Internet böse Kommentare ab. Abzocke und Wucher-Preise – so lautet das nahezu einhellige Feedback zum Angebot des Ra Luna. Im Internet rumort es gewaltig. Die Betreiber verteidigen ihre Preise.

Das Café Ra Luna an der Rheinuferpromenade zieht gerade den Zorn vieler Kunden auf sich. Denn die sind regelrecht geschockt von den Preisen, die das Lokal für Eis, Waffeln und Getränke von ihnen verlangt. Überdurchschnittlich teuer kann ein Abstecher in dieses Café werden, wie ein Blick in die Karte verrät. Als Reaktion darauf wird es nun mit einem Sturm der Entrüstung im Internet konfrontiert: 9,90 Euro kostet ein Weizenbier (0,5 Liter), ein Glas Weißwein 14,90 Euro, ein Aperol Spritz ebenfalls – jeweils 0,2 Liter.

Als einer der Ersten ging der Gastronomieberater Markus Eirund auf Facebook in seinem Profil „Gastroportal Düsseldorf“ damit an die Öffentlichkeit – ohne allerdings den Namen des Cafés zu verraten. Bekannte hatten ihm von den Preisen berichtet, in Kommentaren unter Eirunds Posts wird das betreffende Lokal dann klar beim Namen genannt: Ra Luna.

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„Wir sollten in Düsseldorf für einen Eisbecher 15,90 Euro zahlen. Ein ‚Kindereis‘ (zwei Kugeln) sollte 9,90 kosten“, kommentiert ein Nutzer, ein weiterer bezeichnet die Preispolitik des Cafés schlicht als „Unverschämt“, außerdem heißt es in einem Post: „Die Touristen so dermaßen auszunehmen, ich schäme mich für unsere Stadt.“

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Den Vorwurf der Abzocke, der nach zahlreichen Kommentaren unter dem Facebook-Post und auch älteren Feedbacks in Bewertungsportalen wie „Tripadvisor“ in der Luft liegt, weist Ra Luna von sich, wie ein Gespräch am Montagmittag ergab. Unuar Suroglu stand Rede und Antwort. Die Chefin des Lokals, Suroglus Nichte, war zu der Zeit unterwegs. Er managte am Montag die Geschäfte im Ra Luna und nahm Stellung zu den Kommentaren im Netz. Das Café stehe klar hinter der Preispolitik, seit der Übernahme des Lokals im März dieses Jahres liegt die Karte seinen Angaben zufolge für alle Kunden – Einheimische wie Touristen – aus. Jeder wisse, worauf er sich einlasse. Dass es Informationen unserer Redaktion zufolge auch immer mal wieder dazu kommt, dass Gäste nach dem Blick in die Karte fast fluchtartig das Lokal verlassen, nehmen die Betreiber des Ra Luna hin. Suroglu erklärt: „Wir sind ein Familienbetrieb. Anders geht es heutzutage auch nicht mehr. Gastronomie ist unsere große Leidenschaft. Wir sind nicht unbedingt auf den Umsatz angewiesen. Ich selbst bin Ingenieur, meine Nichte studiert Jura.“ Er räumt aber ein: „Wir wollen uns diese Saison anschauen und dann überlegen, ob und wie wir weitermachen.“

Der Standort sei schwierig, erklärt Suroglu weiter. Von Oktober bis Februar würde nichts los sein, oft würde es bekanntlich regnen, es rentiere sich nicht – hinzu komme eine Miete von mehreren tausend Euro im Monat.“ Dem Hinweis, dass etwa im Restaurant Robert. das teuerste Glas Wein auf der regulären Karte (0,15 Liter) acht Euro kostet, im KiT ein Weizen 4,50 und ein Aperol Spritz sieben Euro, begegnet Suroglu so: „Das machen wir, weil wir statt Alkohol lieber unser Essen verkaufen wollen, darauf sollen sich unsere Gäste konzentrieren.“ Dass viele Gäste aber auch die Preise bei Eis (Beispiel: Schokoladenbecher für 14,90 Euro und der „Hausbecher“ für 23,90 Euro) und Waffeln als Wucher bezeichnen, kommentiert er so: „Unsere Eiskugeln sind besonders groß, wir bemühen uns um beste Qualität bei den Produkten und schnellen und freundlichen Service. Außerdem konfrontieren uns unsere Zulieferer auch mit Preiserhöhungen. Wir können das nicht anders machen. Die Preise bleiben daher, wie sie sind. Sonst machen wir ein Minusgeschäft.“ Weitere Vergleiche verdeutlichen, dass das Ra Luna mit seiner Preispolitik alleine da steht: Ein Weizenbier kostet im Goldenen Ring fünf Euro und im Schwan (beide sind am Burgplatz) 5,20 Euro, im Robert. an der Rheinuferpromenade sogar nur 4,90 Euro. Selbst im Eiscafé Leonardo an der Königsallee liegt es bei „nur“ 7,50 Euro.

Im Netz finden sich übrigens neben vielen kritischen Stimmen auch solche: „Dann sollte man vorher auf die Preise gucken und sich später nicht wundern.“ Interessant ist auch, dass die Verbraucherzentrale dann von Wucher im juristischen Sinne spricht, wenn der geforderte Preis mindestens doppelt so hoch ist wie der übliche Marktpreis. Aber: „Der Anbieter muss außerdem eine Notsituation ausnutzen.“ Das ist im Fall Ra Luna nicht der Fall.