Düsseldorf: Hertie-Preis für MS-Selbsthilfeprojekt F.u.MS

Hertie-Preis in Düsseldorf : Auszeichnung für Selbsthilfeprojekt

Mit der Gruppe „F.U.MS“ will Daniel Bunk anderen an Multipler Sklerose Erkrankten Mut machen.

Als man ihm vor acht Jahren die Diagnose „Multiple Sklerose“ (MS) präsentierte, war Daniel Bunk wütend, schockiert. Er stellte er sich Fragen wie: Warum ich? Wie geht es weiter, beruflich und privat? „Im Verarbeitungsprozess hat die Wut nachgelassen, die Emotionen haben sich gedreht. Aus wutgeladener Energie entwickelte sich positiver Wille“, sagt Bunk heute. Also entwickelte der Mitarbeiter eines Musikmagazins mit „Fuck U Multiple Sclerosis – Turning anger into hope“ (F.U.MS) eine moderne Selbsthilfegruppe für MS-Erkrankte, die vor allem Hoffnung spenden soll.

MS ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Als er sich über seine Krankheit informierte, hatte sich Buck an eine Geschichte erinnert, die in seinem Musikmagazin einmal über Aaron Solowoniuk stand. Der Schlagzeuger der erfolgreichen Rockband Billy Talent ist ebenfalls an Multipler Sklerose erkrankt und hat bereits im Jahr 2006 F.U.MS in Kanada ins Leben gerufen. Im Internet gestalteten Bunk und seine Mitstreiter Nils Klein, Achim Stemel, Anne Schmidt und Sabrina Giese eine deutsche F.U.MS-Version (fums-nrw.org), organisierten eine Facebook-Gruppe, einen Youtube-Kanal und laden alljährlich die inzwischen 654 Mitglieder starke Facebook-Gruppe zu einem Barbecue ein.

F.U.MS-NRW bietet umfassende Informationen über die Erkrankung und fördert den Austausch mit anderen Betroffenen. Für dieses ehrenamtliche Engagement erhielten Bunk und Klein jetzt den „Preis für Engagement und Selbsthilfe“ der gemeinnützigen Hertie-Stiftung. „Mit ihrem Projekt F.U.MS haben Daniel Bunk und Nils Klein aus ihrem Ärger eine Kampfansage gegen die Erkrankung gemacht“, sagt Eva Koch, Leiterin Multiple-Sklerose-Projekte bei der Hertie-Stiftung: „Sie haben innovative Angebote für junge Menschen geschaffen: Information und Austausch in Verbindung mit Konzerten und Videos.“ Koch sprach von einem „mutigen und zukunftsweisenden Einsatz“.

Den Preis im Wert von 5000 Euro übergaben Koch sowie Sabine Schipper und Andrea Arntz von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft NRW. „Das Geld geht eins zu eins in unsere Projekte, unter anderem in die Finanzierung des Barbecues im kommenden Jahr“, sagt Bunk.