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Schlagerbarde aus Düsseldorf Heino will in seiner Heimat-Kirche singen

Düsseldorf · Heino tritt wieder in Gotteshäusern auf. Eine Kirchentournee führt ihn auch wieder in seine Heimat Düsseldorf. Vor allem seiner Schwester erfüllt er mit einem Konzert in der Christuskirche einen großen Wunsch. Er hat inzwischen eine neue Wahlheimat gefunden.

Sänger Heino steht vor dem Altbier-Brauhaus Schumacher an der Oststraße. In wenigen Tagen geht der 83-Jährige wieder auf Tournee.

Sänger Heino steht vor dem Altbier-Brauhaus Schumacher an der Oststraße. In wenigen Tagen geht der 83-Jährige wieder auf Tournee.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Die Fans des Schlagersängers Heino dürfen aufatmen: „Ich will so lange singen und auftreten, bis ich keine Lust mehr habe.“ Das sagte der fast 84-Jährige am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Brauhaus Schumacher an der Oststraße. Und er fügte frohen Mutes hinzu: „Und ich glaube, ich werde nie aufhören, Lust zu haben.“

 Heino 2021 auf der Kirchstraße, wo er aufwuchs.

Heino 2021 auf der Kirchstraße, wo er aufwuchs.

Foto: Wolfgang Harste

Am 4. Dezember ist es somit auch mal wieder an der Zeit für ein Konzert in seiner Heimatstadt Düsseldorf, wie Heino findet. Seine Schwester Hannelore (90) war es, die ihn darum bat, doch wieder einmal in der Christuskirche in Oberbilk zu singen. „Da konnte ich natürlich nicht Nein sagen“, sagte Heino, der 1938 in einer Klinik neben dieser Kirche zur Welt kam.

An der Kirchstraße und am Kirchplatz in Oberbilk wurde er groß, Heino und seine Jungs spielten dort Fußball oder kletterten damals auf die Christuskirche und ließen zu Weihnachten die Glocken läuten. „Wenn ich heute daran denke! Das war lebensgefährlich.“ Heino kennt die Landeshauptstadt noch autofrei, wie er erzählte. Später machte er eine Bäcker- und Konditorlehre, „aber mit 19 war dann Schluss, ich wollte singen“. Der Rest seiner außergewöhnlichen Karriere ist bekannt. Fast jeder kennt heute Heino. 

Eine Kirchentournee führt den blonden Barden mit dunkler Sonnenbrille in die alte Heimat. Dafür hat er sakrale Lieder ausgesucht und in ein festliches musikalisches Gewand gekleidet. „Die Himmel rühmen“ – so der Titel der Tournee. Mit im Team ist der Organist Franz Lambert. Heinos sonore Bariton-Stimme wird etwa zu den Kompositionen „Ave Verum Corpus“ (Wolfgang Amadeus Mozart), „Ave Maria“(Franz Schubert), „Die Himmel rühmen“ (Ludwig van Beethoven) und „Guten Abend, gut´ Nacht“ (Johannes Brahms) erklingen. Weihnachtslieder stehen ebenfalls auf dem Programm, außerdem will er eventuell „Junge“ von den Ärzten und „Sonne“ von Rammstein festlich interpretieren. 

Bilder des Tages aus Düsseldorf
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Foto: Wolfgang Harste

Drei Mal tritt Heino bald in Nordrhein-Westfalen auf, am Adventssonntag (4. Dezember) das einzige Mal in Düsseldorf – und das dritte Mal in der Christuskirche. „Wenn ich in Düsseldorf bin, dann bin ich immer ein wenig befangen“, erzählte er. „Als ich zehn Jahre alt war, da haben wir an den Oststraße Schrott gesammelt und damit Geld verdient.“ Mit Freunden ging er in der Kurbelkiste (damals ein Kino, das es längst nicht mehr gibt) und schaute John-Wayne-Filme. „Der war schon sehr früh mein Idol. Als wir aus dem Kino raus sind, gingen wir auch wie der Westernfilmheld.“

2023 wird für Heino ein besonderes Jahr: Er wird 85 Jahre alt, steht 65 Jahre auf der Bühne, der Film mit dem Titel (nach Heinos Hit) „Blau blüht der Enzian“ feiert 50-Jähriges, und Heino lernte dann vor 50 Jahren seine Ehefrau Hannelore kennen. Mit ihr lebt er mittlerweile größtenteils in Kitzbühel, und möglicherweise ist das sein Jungbrunnen: „Die Luft dort tut uns sehr gut. Aber ich lebe auch gesund, trinke ab und an abends mal ein Glas Rotwein.“ Und Kältesauna-Einheiten scheinen ihre Wirkung zu tun, sodass sich Heino „fit wie ein Turnschuh fühlt“ – nicht Wandern oder Ähnliches, denn eigentlich sei er ein „fauler Hund“. 

Seine Pläne, irgendwann wieder nach Düsseldorf zu ziehen, sind noch nicht ganz vom Tisch, und Heino gestand: „Wenn ich alleine zu entscheiden hätte, dann würde nach Düsseldorf zurückkehren, aber Hannelore hat natürlich mitzureden.“ Der bekennende Christ (sein Vater und viele andere aus der Familie waren und sind Katholiken) und seine Frau haben auch einen Lieblingsschutzheiligen: „Das ist der Heilige Antonius, den wir immer dann rufen, wenn wir weggelegte Sachen finden müssen. Der arme Teufel wird ziemlich strapaziert.“

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