Düsseldorf: Florian Fausch wandelt gern durchs Niemandsland

Fünf Lieblingsorte in Düsseldorf : Florian Fausch wandelt gern durchs Niemandsland

Der Künstler Florian Fausch nennt uns seine Lieblingsorte in Düsseldorf. Der große Reiz für ihn bei seinen Hot-Spots: Einfach mal einen anderen Blick auf die Dinge werfen.

Betritt man das Atelier des Düsseldorfer Künstlers Florian Fausch am Oberbilker Markt, fallen sofort seine großformatigen Farbexplosionen auf der Leinwand ins Auge. Der 38-jährige Meisterschüler von Siegfried Anzinger, Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, bekam 2008 seinen Akademiebrief und arbeitet seitdem als freischaffender Künstler. Seine abstrakten Ölgemälde fallen durch eine enorme Farbvielfalt auf, die Kunstliebhaber begeistern. Fausch wird von mehreren Galerien vertreten und stellt seine Werke regelmäßig im In- und Ausland aus. Eines seiner überdimensionalen Werke war bis vor Kurzem im Gartenpavillon des Künstlervereins Malkasten zu sehen.

Kunstakademie Als einen seiner Lieblingsorte bezeichnet Fausch seine ehemalige Lehrstätte. „Ich habe jede Menge schöner Erinnerungen an die Kunstakademie, und auf deren Dachterrasse fühle ich mich sehr wohl. Es ist ein abgeschiedener Ort mit einer der schönsten Sichten auf Düsseldorf. Aber: Man muss sich dort schon sehr gut auskennen, um die Dachterrasse zu finden.“

Oberbilker Markt Ebenso sei der Oberbilker Markt für ihn ein besonderer Ort; ein lebendiger Kontrast zu seinem ruhigen Atelier, das ganz in der Nähe liege. Außerdem lockten ihn jeden Tag wechselnde Imbisse und Marktstände dorthin. Florian Fausch: „Die Qualität des Oberbilker Markts liegt für mich nicht in der Architektur der Gebäude, die ihn umgeben. Es sind vielmehr das quirlige Leben und die unterschiedlichen Menschen, die sich dort über den Weg laufen.“ Die Vielfalt an diesem Ort fasziniere ihn immer wieder aufs Neue.

Ackerstraße „Ich lebe nun schon seit 15 Jahren in Flingern und habe in dieser Zeit den stetigen Wandel in diesem Viertel hautnah miterlebt“, so Fausch. „Die Stimmung unter den Leuten ist sehr entspannt, die Shops sind individuell, es gibt keine Großketten.“ Dass die Ackerstraße von den Anwohnern so gepflegt werde und die Grünflächen immer wieder von ihnen neu bepflanzt würden, gefalle ihm sehr gut. In Flingern und Umgebung seien auch die vielen Kunststätten sehr interessant. „Bei gemeinsamen Galerie-Eröffnungen bummeln die Besucher von Ausstellung zu Ausstellung und genießen die ausgelassene Atmosphäre.“

Hofgarten Florian Fausch, der ein besonderes Faible für Architektur hat, sieht den Hofgarten aus einem besonderen Blickwinkel. „Es gibt spezielle Sichtachsen von der Natur des Hofgartens in die Stadt hinein. Dabei kommen die Tonhalle, das Dreischeibenhaus und das Schloss Jägerhof, umrahmt von Bäumen, optimal zur Geltung.“ Es sei auch schön, zu sehen, wie sich in letzter Zeit nach und nach die Baustellen verkleinern und die einzelnen Teile des Parks wieder zueinander finden. „Hinter der Oper ist auch eins meiner liebsten Kunstwerke im öffentlichen Raum in Düsseldorf zu sehen, die Henry-Moore-Plastik namens Figur in zwei Teilen aus dem Jahr 1969.“

Das Niemandsland Ein versteckter Geheimtipp ist das sogenannte Niemandsland, ein Hinterhof an der Heerstraße. „Hier ist ein ganz eigener Kosmos entstanden, mit eigenen Regeln und Gebräuchen“, schwärmt der Künstler. „Jeder lebt dort, wie er möchte, und jeder ist willkommen. Es gibt dort einen Bioladen, eine Kita, eine Holzwerkstatt und sogar einen Umsonstladen – die Leute bringen mit, was sie nicht brauchen und nehmen mit, was sie gebrauchen können“, weiß Fausch. Auf dem Gelände befinden sich Gebäude, die kollektiv betrieben werden. Das Niemandsland ist täglich geöffnet und für Mitglieder des gleichnamigen Vereins sowie Gäste zugänglich.

Susanne Mendack

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