Düsseldorf: Ein amüsanter Abend im Namen der Wissenschaft

Science Slam in Düsseldorf : Ein amüsanter Abend im Namen der Wissenschaft

Beim „Heinrich“-Science-Slam traten fünf Mitglieder der philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität im Haus der Universität gegeneinander an und präsentierten auf der Bühne verschiedenste Themen. Es ging um Frauen in Kühlschränken und die Tücken der Attraktivität.

Ernste Wissenschaft und lockere Unterhaltung – funktioniert das zusammen? Diese Frage lässt sich nach „Heinrich“, dem Science Slam der philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität, mit einem klaren „Ja“ beantworten. Die Idee hinter dem Wettbewerb, welcher im Haus der Universität veranstaltet wurde, erklärt Slam-Koordinatorin Simone Brandes: „Das Ziel vom ‚Heinrich’ ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse unterhaltsam und bürgernah zu vermitteln.“

Jeder der fünf Teilnehmer hatte zehn Minuten Zeit, das Publikum mit einer originellen Darstellung seines jeweiligen Forschungsthemas zu überzeugen. Der Abend zeichnete sich durch eine bunte Themenvielfalt aus: Die Psycholinguistin Kathi Sternke erklärte, warum Begriffe und ihre Bedeutung im Gehirn nach der Häufigkeit ihrer Verwendung abgespeichert werden. Der Universitätsprofessor Ulrich Rosar erläuterte, welche Vor- und Nachteile es hat, besonders attraktiv zu sein. Sein Fazit: „Machen Sie sich keine Sorgen um ihre generelle Attraktivität: Es reicht in den meisten Fällen schon einfach, besser als die Konkurrenz auszusehen.“

Eine Auswahl an verschiedenen Wahlplakaten hatte der Politikwissenschaftler Constantin Wurthmann im Gepäck. Von einer Darstellung von Frauke Petry mit Baby über den Spruch „Keine Sau braucht die FDP“, den die Partei 2014 bei der Landtagswahl in Brandenburg gebrauchte, bot er dabei ein breites Spektrum an Beispielen. Der letzte Vortrag des Abends kam von Nico Gaspers. Der Germanist zeigte die stereotype Darstellung von Frauen in der Comic-Kultur. Anhand der Lautstärke des Applauses wurde im Anschluss an die Vorträge der Sieger des Abends bestimmt.

Wurthmanns unterhaltsame Analyse der Wahlplakate konnte sich beim Publikum durchsetzen. Für ihn war der Science Slam eine Premiere: „Ein Kollege hat mich überredet, hier mitzumachen. Ich habe das ein bisschen als Übung gesehen, wenn ich später meine Doktorarbeit verteidigen muss“, erzählte er mit einem Lachen. „Dass ich gewinne, hätte ich wirklich nicht gedacht. Aber ich freue mich natürlich sehr.“

(cwe)
Mehr von RP ONLINE