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Düsseldorf: Die besten Ratschläge der Väter​ am Vatertag

Unabhängigkeit, Freundlichkeit, Ehrlichkeit! : Was wir von unseren Vätern gelernt haben

Namhafte Düsseldorfer berichten am Vatertag von den Lebensweisheiten, die sie mit auf den Lebensweg bekamen. Unabhängigkeit, Freundlichkeit, Ehrlichkeit gehören zu den empfohlenen Tugenden.

Der volkstümliche Vatertag wird in Deutschland heute an Christi Himmelfahrt begangen, dem 40. Tag des Osterfestkreises. Für viele namhafte Düsseldorfer ist das auch deshalb ein denkwürdiger Tag, weil sie sich an die Ratschläge ihrer Väter erinnern.

 Wolfgang Sohn konnte sich bei seinem Vater „die wichtigen Werte, die unsere Gesellschaft ausmachen, sehr gut abgucken“.
Wolfgang Sohn konnte sich bei seinem Vater „die wichtigen Werte, die unsere Gesellschaft ausmachen, sehr gut abgucken“. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche hat von seinem Vater gleich drei Ratschläge mit auf den Lebensweg bekommen: „Sei höflich! Das Zitat ist zwar nicht von ihm, sondern von Schopenhauer: ‚Höflichkeit ist wie ein Luftkissen. Es mag zwar nichts drin sein, aber es mildert die Stöße des Lebens‘.“ Pünktlichkeit war beim Vater hoch im Kurs und gute Informationen: „Ich erinnere mich an ganze Seiten aus Tages- und Wochenzeitungen, die wesentlichen Inhalte gelb markiert, auf meinem Schreibtisch oder per Post zugesandt.“

 Stadtdirektor Burkhard Hintzsche erheilt von seinem vater gleich drei Ratschläge.
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche erheilt von seinem vater gleich drei Ratschläge. Foto: Bretz, Andreas (abr)

Andreas Meyer-Falcke, der Beauftragte für Informationstechnik des Landes NRW, hat noch gut im Ohr, wie sein Vater ihm schon als kleinem Jungen immer gesagt hat: „Du hast einen eigenen Mund, nutz ihn und frag‘ selber!  Das war vielleicht nur ein kleiner, aber wichtiger Tipp auf dem Weg, selbstständig zu werden.“

 Ihr Vater wollte sie stark machen und unabhängig. Sie weiß auch, wie man Nägel in die Wand bohrt, und zwar gerade: Bea Kallen
Ihr Vater wollte sie stark machen und unabhängig. Sie weiß auch, wie man Nägel in die Wand bohrt, und zwar gerade: Bea Kallen Foto: Anne Orthen (orth)/Anne Orthen (ort)
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Er heißt mit Nachnamen nicht nur so, er ist es auch: Wolfgang Sohn, Fotograf und Photo-Popup-Fair-Initiator. „Ich konnte meinem Vater die wichtigen Werte, die unsere Gesellschaft ausmachen, sehr gut abgucken. Er war sehr verlässlich in allen Dingen. Was er mir auch mitgegeben hat: mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben und die Menschen – ganz gleich, aus welcher Blickrichtung – gut zu behandeln. Seine Großzügigkeit habe ich sehr geschätzt und sie, glaube ich, auch übernommen.“

 Dinge mit Leichtigkeit und Selbstironie anzugehen und durchzuhalten – das konnte Andreas Turnsek von seinem Vater lernen.
Dinge mit Leichtigkeit und Selbstironie anzugehen und durchzuhalten – das konnte Andreas Turnsek von seinem Vater lernen. Foto: Bretz, Andreas (abr)

Der Vater von Hotelchefin Eva Herrmann (Fritz’s Frau Franzi) war Maler. „Also nicht Künstler, sondern Handwerker. Er hat seinen Job wirklich geliebt. Und ich finde, er war sehr gut darin.“ Er habe immer gesagt: „Die Arbeit ist entweder Himmel oder Hölle auf Erden. Und damit es für Dich nicht zur Qual wird, such Dir das raus, was Dir Spaß macht. Dann wirst auch Dein Leben lang glücklich damit sein.“ Recht hat er in Augen Herrmanns behalten.

 Der Schauspieler Serkan Kaya hört auf seinen Vater: „Sag die Wahrheit und du kriegst weniger graue Haare.“
Der Schauspieler Serkan Kaya hört auf seinen Vater: „Sag die Wahrheit und du kriegst weniger graue Haare.“ Foto: Thomas Rabsch

„Mein Vater hat mir vor allem beigebracht, Selbstvertrauen zu haben. Das fing damit an, Fahrradreifen zu flicken, Nägel in die Wand zu schlagen – und das bitte gerade, Bilder aufzuhängen, eine Wasserwaage zu benutzen, Autoreifen zu wechseln, kurz: mich in Alltagsdingen unabhängig von ‚einem Mann im Haus‘ zu machen“, sagt Gastronomin Bea Kallen (Café a Gogo). „Und das Wichtigste: immer das zu tun, was ich für richtig halte und dazu zu stehen, meine Positionen zu verteidigen. Er hat mich auf ein Gymnasium gehen lassen, obwohl das für ein Mädchen aus der Arbeiterklasse 1970 noch längst nicht selbstverständlich war. Mich stark zu machen, das war sein Ziel, auch wenn er es nicht immer problemlos für alle Beteiligten umsetzen konnte.“

 Ihren Beruf hat Hotelchefin Eva Herrmann genau genommen ihrem Vater zu verdanken.
Ihren Beruf hat Hotelchefin Eva Herrmann genau genommen ihrem Vater zu verdanken. Foto: Bretz, Andreas (abr)

Andreas Turnseks Vater hatte – 1930 geboren – aus schwerer Zeit gelernt, Dinge mit Leichtigkeit und Selbstironie anzugehen und durchzuhalten. Daher waren es Sinnsprüche wie: „Nimm es leicht. Denn es ist ja alles nicht so einfach, was doppelt ist“, deren Bedeutung der Journalist und Vorsitzende des Vereins „Heinrich-Heine-Kreis“ später als Lebenshilfe erkannte. „Als mein Vater starb, war für mich die Zeile der Toten Hosen am treffendsten: dass es viele Freunde, aber nur einen Vater gibt‘.“

Dirk Mecklenbrauck, Rechtsanwalt und designierter Karnevalsprinz, bekam den väterlichen Rat: „Erzähl das nur mir, bloß nicht deiner Mutter!“ – vor allem mit Blick auf typische Vorkommnisse am Vatertag, von denen er ihm dann berichtet hatte.

Für Köchin und Gastronomin Agata Reul ist ihr Vater einer der wichtigsten Menschen. „Er gibt nicht nur gute Ratschläge, er lebt es vor. Er ist nicht nur für mich, sondern für alle immer da. Er ist hilfsbereit, verständnisvoll, liebevoll und manchmal auch zu uneigennützig. Er sieht immer das Gute im Menschen und hat noch nie ein böses Wort über andere verloren.“ Aus diesen und noch vielen anderen Gründen ist ihr Vater „mein Held und nicht nur zum Vatertag, sondern für immer“.

Der Schauspieler Serkan Kaya war in seiner Jugend eine „pubertierende Hormonschleudern und des öfteren wenig brav“, wie er sagt. „Es kam nicht selten vor, dass ich erst um 2 oder 3 Uhr morgens nach Hause kam. Ich bin kein besonders guter Lügner, aber musste mir immer kreativere ‚alternative‘ Wahrheiten überlegen, um mich gegenüber meinen Eltern zu erklären, wo ich denn nachts so war.“ Irgendwann nahm ihn sein Vater zur Seite und meinte nur: „Mein Sohn. Lügen ist doch viel zu anstrengend. Du musst dir was ausdenken und dir dann merken, wem du was gesagt hast. Sag die Wahrheit und du kriegst weniger graue Haare.“ Kaya sagt: „Danke Vater! Ich bin 44 und hab wenig graue Haare.“