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Düsseldorf: Der Schwarzkopf-Hut-Contest läuft noch bis Freitag

Hut-Mode in Düsseldorf: Kreative gesucht für Schwarzkopf-Hut-Contest : Parade der Hüte

Der Henkel-Renntag mit dem Preis der Diana hat Tradition – und ein Hut-Contest gehört dazu. Hut-Fans können diesmal ihre Kopfbedeckungen immerhin im Netz zeigen. Der Wettbewerb läuft noch bis Freitag.

Es ist eines der Top-Ereignisse für Pferdenarren und die Stadtgesellschaft: der Henkel-Renntag am 2. August (Sonntag). Damit verbunden ist der Preis der Diana: Zu dem seit 1857 ausgetragenen traditionellen Galopprennen sind ausschließlich dreijährige Stuten der Rasse Englisches Vollblut zugelassen. Seit 2006 präsentiert Henkel das hochkarätige Sportevent, die Siegerin avanciert unmittelbar zu einem vierbeinigen Star im Millionenwert.

 Im Rennen: Jessica Männel-Hinteregger
Im Rennen: Jessica Männel-Hinteregger Foto: Privat

 Oft herrschte am Renntag schönstes Wetter, und die Düsseldorfer kamen in Scharen auf die Galopprennbahn Grafenberg. Im Teehaus versammelte sich die Prominenz. Gut und gerne 20.000 Besucher hatten jedes Jahr Lust auf Pferderennen und die zugehörige große Hut-Schau. In diesem Jahr wird der Renntag um den Henkel-Preis der Diana jedoch nicht in gewohnter Weise stattfinden können. Aufgrund der Corona-Pandemie sind Großveranstaltungen bekanntermaßen bis zum 31. August untersagt. Stattdessen lässt sich der nun ohne Zuschauer geplante Renntag anders verfolgen: Zusammen mit dem Düsseldorfer Reiter- und Rennverein (DRRV) wird Henkel den Renntag auch digital ausrichten.

 Johanna Polle macht beim Contest mit.
Johanna Polle macht beim Contest mit. Foto: Privat

Damit fehlt aber auch der gefragte Anlass, um einen neuen Hut in der Öffentlichkeit zu zeigen. Um den Fans also auch in dieser Hinsicht etwas Rennbahn-Feeling nach Hause zu bringen, findet der Schwarzkopf-Hut-Contest diesmal virtuell statt. Prämiert werden die schönsten und originellsten Hüte. Bis Freitag können sich die Teilnehmer im Netz unter www.schwarzkopf.de/de/hutcontest registrieren und ein Foto mit ihrem Lieblingshut hochladen. Eine Jury prämiert dann die schönsten Kopfbedeckungen und vergibt Preise.

 Auch im Contest 2020: Katharina Dietrich
Auch im Contest 2020: Katharina Dietrich Foto: Privat

Zahlreiche Einsendungen liegen schon vor, wie die Veranstalter sagen, es seien sogar drei Herren dabei. Zu gewinnen gibt es zum Beispiel ein Fotoshooting mit einem professionellen Fotografen, einen Anhänger „Goldnugget“ des Juweliers Wempe im Wert von 775 Euro oder einen Einkaufsgutschein von Breuninger im Wert von 500 Euro.

Laurence Leleux ist Hutmacherin, Kenner nennen sie auch Modistin. 2019 hatte sie die Hostessen mit ihren Kreationen ausgestattet. In diesem Jahr ist die gebürtige Belgierin, die seit 20 Jahren in Düsseldorf lebt und arbeitet, in der Jury für den Hut-Contest und beteiligt sich auch an den Preisen für die Gewinner mit einem Gutschein im Wert von 300 Euro. Sie erinnert in einem Gespräch an Düsseldorfs spezielle Hut-Tradition: „Es gab mal Terry Steigleder, sie arbeitete in den 1950ern als Star-Modistin in Düsseldorf. Was sie kreierte, gilt heute natürlich nicht mehr als politisch korrekt, damals war das aber sehr originell: Sie verpasste den Damen der besseren Gesellschaft Leoparden-Hütchen, mit denen sie über die Kö flanieren sollten wie Raubkatzen auf Beutezug.“

Nach ihrer Beobachtung hat der Hut sein antiquiertes Image längst verloren: „Der Hut hat wieder Platz in der Alltagsgarderobe, er ist nicht mehr nur ein Thema, das Oma und Opa etwas anging.“ Auch das habe sich verändert: „Früher trugen die Herrschaften eher Hüte im Winter, mittlerweile ist das ein starkes Sommer-Accessoire. Das hat mit Allergien zu tun und einem neuen Körperbewusstsein. Die Menschen wollen sich vor der Sonne schützen. Außerdem hat es einfach was Lässiges.“ Allzu teuer müsse eine Kopf-Bedeckung auch nicht sein: 130 bis 200 Euro könnte ein Hut (eventuell fürs Leben) kosten, sagt sie. In jedem Fall betrachtet sie Hüte als Ausdruck der Persönlichkeit – und Düsseldorf als Mode-Metropole sei ein optimaler Ort für Hut-Fans. „Man merkt hier einen speziellen Pfiff – viel mehr als in Köln oder Berlin etwa.“

Ein paar Tipps für die Teilnehmerinnen des Hut-Wettbewerbs hat Leleux auch: „Der Hut ist nicht losgelöst vom Rest des Körpers. Wenn man zum Beispiel eher kleiner ist, dann passt ein gigantischer Hut meistens nicht so gut. Der Hut sollte zum gesamten restlichen Outfit passen. Er kann extravagant sein, lustig, aber kein Karneval.“ Manchmal seien simple Lösungen die besten: „Schleifen und Bänder aus der Bastelkiste zu Hause können einen Hut sehr schön verzieren.“