Düsseldorf: Catherine Yannidakis-Hahne macht sich stark für Völkerverständigung

Freundschaft : Catherine Yannidakis-Hahne glaubt an Freundschaft

Verständigung und Austausch zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Griechen lagen ihr schon damals sehr am Herzen. Seit mehr als 20 Jahren ist Catherine Yannidakis-Hahne inzwischen die Vorsitzende der Gesellschaft. Sie erhielt auch das Bundesverdienstkreuz.

Als sie 1972 ihr Geschichts- und Archäologiestudium in Athen abgeschlossen hatte, zog es die Griechin Catherine Yannidakis-Hahne eigentlich nach England. „Ich wollte nicht nur der Militärdiktatur entkommen, sondern zudem auch Psychologie studieren“, sagt sie. Diesen Studiengang habe es in Griechenland nicht gegeben. Über einen Bekannten hörte sie schließlich von einem kleinen Import-Export-Unternehmen in Bonn, bei dem sie stundenweise arbeiten konnte – und so führte sie ihr Weg stattdessen nach Deutschland. Die deutsche Sprache hatte sie während des Studiums in Griechenland bereits gelernt – innerhalb von nur acht Monaten. Und weil sie auf einen Studienplatz in ihrem Wunschfach Psychologie wegen des Numerus Clausus’ fünf Jahre lang hätte warten müssen, studierte sie Geschichte und Pädagogik. Das Heimweh nach Athen sei anfangs groß gewesen, sagt Yannidakis-Hahne. Dennoch blieb sie und lernte kurze Zeit später ihren Ehemann kennen, der damals in Bonn Jura studierte.

Zwar wollte sie eigentlich keinen Deutschen heiraten und kehrte nach Abschluss des Studiums erst einmal zurück nach Griechenland und gab dort Deutschunterricht - doch wieder kam es anders als gedacht. „Mein Mann war sehr hartnäckig und hat mich trotz der hohen Flugkosten einmal monatlich in Athen besucht“, erzählt Yannidakis-Hahne. Als sie sich dann bei einem Besuch in ihre heutige Wahl-Heimat Düsseldorf verliebte, stand der Entscheidung für ein Leben in Deutschland nichts mehr im Weg. Schnell hatte sie in der Landeshauptstadt Arbeit gefunden: Zunächst lehrte sie Griechisch an der Volkshochschule, unterrichtete dann an einer Hauptschule in Benrath und war später bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand vor drei Jahren Gymnasiallehrerin am Leibniz-Gymnasium.

Während ihrer Zeit als Lehrkraft gewann sie schnell neue Freunde. „Ich hatte Kontakte zu griechischen Gastarbeiterfamilien gesucht und bin schon seit 1977 Mitglied der Deutsch-Griechischen Gesellschaft geworden“, erinnert sie sich. Verständigung und Austausch zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Griechen lagen ihr schon damals sehr am Herzen.

Seit mehr als 20 Jahren ist sie inzwischen Vorsitzende der Gesellschaft. In dieser Zeit ist es ihr gelungen, die Kontakte zwischen Düsseldorfern und den in der Stadt lebenden Griechen zu intensivieren und die Mitgliederzahl der Gesellschaft zu verdreifachen. Darüber hinaus hat Yannidakis-Hahne sich von Anfang an für eine gute Ausbildung der Kinder griechischer Zuwanderer eingesetzt. So sorgte sie entscheidend mit dafür, dass ein bilingualer deutsch-griechischer Bildungsgang am Leibniz-Gymnasium eingeführt wurde. „Ich bekam sogar die Aufgabe, das Konzept und die Lehrpläne selbst zu entwickeln“, erzählt sie. Zusätzlich leitete sie einen Schüleraustausch mit einer Schule in Athen in die Wege und gründete mit den Schülern eine Theatergruppe.

Ohne die Unterstützung und das Verständnis des Dezernenten und eines sehr guten Teams hätte sie das alles aber kaum geschafft, sagt die 68-Jährige rückblickend. Schließlich hatte sie – ganz nebenbei – auch noch eine Familie mit drei Kindern zu versorgen. „Das hat – mit Unterstützung einer Kinderfrau – prima geklappt“, erinnert sie sich. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass man nicht immer alles genau planen muss. Oftmals sei es besser, die Dinge auf sich zukommen zu lassen und dann eine Lösung zu finden. Für ihr außergewöhnliches Engagement erhielt sie kürzlich auch das Bundesverdienstkreuz. „Das war schon ein besonderer, großer und auch sehr berührender Moment für mich“, sagt sie mit strahlenden Augen.

Beate Werthschulte

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