Düsseldorf: Bettina Böttinger moderiert ihre 500. "Kölner Treff"-Sendung

Kölner-Treff-Talkerin mit Düsseldorfer Wurzeln : Bettina Böttinger mag den Wundertüten-Effekt

„Gut gemachtes Wohlfühl-Fernsehen“ - so charakterisiert Bettina Böttinger ihre Talkshow „Kölner Treff“. Seit 2006 bringt sie Menschen zusammen, die sich in dieser Kombination sonst wohl nie treffen würden. Jetzt gibt es ein Jubiläum zu feiern.

2006 begrüßte Bettina Böttinger zum ersten Mal als Gastgeberin des Kölner Treff. Manche Gäste-Konstellationen waren außergewöhnlich: So saßen Kardinal Rainer Maria Woelki und Reality-Show-Darstellerin Daniela Katzenberger in einer Sendung. Charlotte Roche ohrfeigte Jessica Schwarz – aber zum Glück nur im Spaß. Gerburg Jahnke erklärte im Kölner Treff, wie man sich kurzfristig und unkompliziert für einen Abend liften kann. Und auch die 500. Sendung soll was Besonderes werden.

Der „Kölner Treff“ – das ist die Talkrunde mit Bettina Böttinger. Prominente und weniger prominente Gäste stellen bei ihr ihre bewegenden, lustigen, skurrilen und ganz persönlichen Geschichten vor. Insgesamt nahmen inzwischen exakt 3117 Gäste auf den roten Sesseln im Kölner Studio Platz.

„Kölner Treff“ Folge 1 am 3. März 2006: Bettina Böttinger im Gespräch mit dem Schauspieler Peter Weck. Foto: WDR/Melanie Grande

Am Freitag (17. Mai) geht der 500. „Kölner Treff“ über die Bühne. Dieses Jubiläum ist eine willkommene Gelegenheit, eine kleine Bilanz zu ziehen und zu sprechen mit der Frau, die die Fernsehnation vor allem mit der Domstadt in Verbindung bringt, die ihre Wurzeln aber in Düsseldorf hat – auch ihre beruflichen.

Ex-WDR-Intendant Friedrich Nowottny ist zu Gast in der 500. Sendung. Foto: © WDR/dpa/Oliver Berg,

Mit der Moderation von „Hier und Heute“ ging es für die heute 62-Jährige schon 1991 los. Das war sozusagen ihre Geburt als Moderatorin. Journalistin wollte sie vor allem immer sein, um die Arbeit vor der Kamera riss sie sich nicht besonders. Das zeigte sich auch, als Böttinger 1993 das Format „B. trifft …“ angeboten wurde, aber Böttinger zauderte. Ihr wichtigster Vertrauter war der damalige Intendant Friedrich Nowottny (der 90-Jährige ist auch zu Gast in der Jubiläumssendung), der riet ihr klar zu der neuen Sendung, mit der sie ja dann auch Geschichte schreiben sollte. Er sagte schlicht: „Machen Sie das.“ Und sie machte.

Die rheinische Gelassenheit und Freundlichkeit sind ihr Markenzeichen, Düsseldorfer behaupten stolz, dass auch nichts anderes zu erwarten sei von einer Frau, die in der City aufwuchs, in der Schützenstraße, einer Seitenstraße vom Werhahn. Böttinger mag ihre Heimatstadt. „Hier kann man einfach besonders gut shoppen gehen.“

Sport macht sie, um sich fit zu halten. „Ich bin begeisterte Joggerin, ich mache Yoga, aber ich muss täglich meinen inneren Schweinhund überwinden“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Golf zählt auch zu ihren Leidenschaften, immerhin mit Handicap 29,5 gar nicht so schlecht. Trotzdem meint Böttinger: „Wenn man über 50 ist und damit anfängt, dann kannst du keine Wunder erwarten.“ Dackel Finchen („Dackel Nummer 3“) hält sie auf Trab. „Die Hunde haben es bei mir gut und werden alt. Finchen ist acht, die ersten beiden wurden 16.“

Wundervoll ist für sie immer noch ihr Job: „Die Sendung ist ein großes Vergnügen. Sie wissen vorher nicht, was passiert, ich treffe viele interessante Menschen, das ist ein großes Privileg, ich bin sehr dankbar, dass ich das so lange machen kann.“ Denn auch hierum geht es der Talkerin: „Wir wollen diese Gesprächskultur pflegen, und ich bin wahnsinnig gerne Gastgeberin“, sagt die Frau, die zudem im WDR-TV noch die Specials „Böttinger trifft“ moderiert und dazu erfolgreiche Produzentin ist und Chefin ihrer Firma Encanto in Köln. Böttinger lachend: „Meine Eltern haben mir gute Gene vererbt.“

„Für meine Mutter war klar, dass jede Frau unabhängig und selbständig sein muss. Ich halte mich für sehr hilfsbereit und großzügig, ich verlasse mich gerne auf andere, aber auch gerne auf mich selber“, sagt sie klar. Der Wundertüten-Effekt ist für Böttinger noch lange nicht vorbei: „Es ist immer wieder überraschend, ich lasse mich von Gästen mitreißen, freue mich, wenn wir Authentizität rüberbringen können.“ Miteinander reden sei eine Urform der menschlichen Kommunikation, resümiert sie. Ein großes Kompliment sei es, wenn ein Gast sage, er vertraue ihr.

Wie bei Schauspieler Jürgen Prochnow, dessen Frau ihr erzählte, dass er Talkshows hasse, bei Böttinger aber sehr nahbar war. An dem Sänger Herbert Grönemeyer waren sie Jahre dran, bis er kürzlich dann endlich kam. „Aber es ist nicht nur die Prominenz“, betont sie.

Gerade war eine Frau aus dem Münsterland da, die einen Schlaganfall hatte und ihre Geschichte erzählte. „Einmalig.“ Die Düsseldorferin hatte auch schon mal den Düsseldorfer Heino zu Gast – der Schlagersänger ist in Oberbilk aufgewachsen. „Er ist unheimlich gelassen. Es ist ein Vergnügen, ihn zu erleben, den Düsseldorfer Jung.“

Mehr von RP ONLINE