Düsseldorf: Anna Laudel ist wieder in ihrer Heimat

Galerie-Eröffnung in Düsseldorf : Anna Laudel ist wieder in ihrer Heimat

Vor vielen Jahren zog es die Textil-Unternehmerin und Kunstfreundin Anna Laudel in die Welt. In Istanbul fasste sie Fuß und eröffnete eine Galerie, eine Dependance in ihrer Heimatstadt Düsseldorf eröffnete sie Anfang dieses Jahres. Überglücklich wirde sie am Mittwoch, als sie einen ihrer Star-Künstler in ihrer Heimatstadt vorstellte.

Dem Künstler Daniele Sigalot konnte es am Mittwoch nicht schnell genug gehen. Schon 15 Minuten nach den ersten offiziellen Worten anlässlich seiner Ausstellung „Einmal ist keinmal“ in der erst Anfang dieses Jahres eröffneten Galerie von Anna Laudel in der Altstadt setzte er seinen ersten Post ab. „Back in Düsseldorf“ schrieb er in seinem Account auf der Fotoplattform Instagram und servierte dazu ein Foto von sich und der Galeristin.

Textil-Unternehmerin und Galeristin Anna Laudel (l.) und Psychologin Gabriele Birnstein (Insider Consulting). Foto: Brigitte Pavetic

Die will nicht die Hauptrolle spielen, tut es aber unweigerlich. Zu ausstrahlungsstark ist diese Frau, die aussieht wie Ende 50, aber wohl weit älter ist. Ihr Lachen ist befreiend, ihr Leben ist bewegt, ihre Lust auf Kunst immer noch nicht erloschen. Jetzt präsentiert sie den international renommierten Sigalot in ihrer Düsseldorfer Dependance. Das ist ein wunderbar erhaltener Altbau mit schöner Stuckfassade, zuletzt war die Galerie Remmert & Barth hier Mieter, nur ein Haus weiter betrieb Daniel Spoerri seine Eat Art Gallery. Die Haupt-Galerie Laudels befindet sich in Istanbul, wo sie seit über 20 Jahren lebt. Inmitten der Großinstallationen und Mosaike Sigalots kam Laudel ins Plaudern mit unserer Redaktion, und ähnlich wie die Werke ihres aktuellen Star-Künstlers überraschte sie in der fünften Etage des Altbaus mit Humor und Esprit. Geboren wurde die Textilunternehmerin in Meerbusch-Büderich. „Die Geschichte meiner Mutter Anna ist bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgbar“, sagt Laudel und lächelt warm. Ihre Heimat wurde damals aber schnell Düsseldorf. Hier nahm sie für ihr Textil-Business Zeichenunterricht, hatte goldene Zeiten mit den Kunstgrößen Joseph Beuys, Jörg Immendorff und Gabriele Henkel. „Wenn man hier lebt, muss man Kunst mitnehmen“, meint die Unternehmerin, die Kontakte zu Designern wie Thomas Rath und Peter O. Mahler pflegt. Die opulenten Karnevalsbälle in der Kunstakademie waren legendär, wie sie betont, im berühmten „Bermuda-Dreieck“ – damals bestehend aus dem Club Sam’s, Tino’s Bar und dem Breidenbacher Hof – machte auch sie Party. Mit dem Mauerfall hatte sie dann aber Düsseldorf verlassen, wollte raus in die Welt, landete zunächst in München, um sich dann in die Metropole Istanbul zu verlieben. „Ich hatte dort gefunden, was Düsseldorf mir auch gibt. Ich fühle mich jung in dieser Stadt, ich konnte alles machen.“

Unternehmerinnen: Anja Halfmann (Mode) und Nicola Schröder (Beauty) (v.l.). Foto: Brigitte Pavetic
Der Künstler Daniele Sigalot und die Schauspielerin und Kunstberaterin Jeannine Burch. Foto: Brigitte Pavetic

Aufs Wasser kann sie am Bosporus blicken – wie auch in Düsseldorf, wo sie nur in Hotels eincheckt, von deren Zimmern aus sie direkt den Rhein sehen kann. Ihre Galerie „Anna Laudel Contemporary“, die Sigalot schon seit Jahren als Stammkünstler führt, ist in Istanbul im Finanzviertel Karaköy – „wenn ich das Wort höre, dann denke ich an die schöne Kö“, sagt Laudel lachend. „Ich wollte der Welt etwas zurückgeben“, sagt sie. „Deshalb beschäftige ich mich mit Kunst.“ Weitere Expansionen sind geplant: London steht auf ihrer Agenda, New York. Ihr künstlerischer Berater Ferhat Yeter ist treu an ihrer Seite. Auch am Mittwoch war er dabei und brachte den Ladys, die zum Flying Buffet geladen waren, Sigalots Kunst näher. Maike Borgwardt-Coenen (General Manager Christies Germany), Jeannine Burch (Schauspielerin und Ausstellungsmacherin „Tiger und Burch“), Mode-Unternehmerin Anja Halfmann, Psychologin Gabriele Birnstein (Insider Consulting), Tatjana Kimmel (Stiftung Insel Hombroich) und Kosmetikunternehmerin Nicola Schröder (npunkt) waren dabei. Laudel freute sich: „Meine Heimatstadt ist so schön übersichtlich, viele Frauen kamen ganz locker mit dem Fahrrad.“ Brigitte Pavetic