1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtgespräch

Düsseldorf: Ärger um Übertragung im Rosenmontagszug

Toleranzwagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug : Ärger um Übertragung des Rosenmontagszugs

Das fanden die Karnevalisten auf dem Toleranzwagen gar nicht lustig. Vernachlässigt in der ARD-Berichterstattung – so lautet der Vorwurf, die Enttäuschung ist groß.

Nach dem Abschluss des Rosenmontagszuges gab es offenbar Aufregung um den Toleranzwagen. Große Kritik soll es laut dem Brauchtumsexperten Walter Schuhen besonders aus den Reihen derjenigen gegeben haben, die auf dem interreligiösen Wagen mitgefahren waren – dieser soll ein Zeichen für die Vielfalt in der Stadt Düsseldorf sein. Gemeinsam fuhren zum zweiten Mal Christen, Juden und Muslime im Rosenmontagszug mitfahren. Der Grund für den Ärger: In der 90-minütigen ARD-Übertragung des Zochs, der gut drei Stunden dauerte, war der Toleranzwagen (aus aktuellem Anlass nach dem Vorfall in Hanau mit Trauerflor bestückt) so gut wie gar nicht zu sehen.

Der WDR bedauert das Versäumnis, den Toleranzwagen nicht berücksichtigt zu haben, und ein Sprecher erklärt auf Anfrage: „Die für die Zusammenfassung verantwortliche Redaktion musste unter immensem Zeitdruck möglichst viele Facetten des Zuges für die Zusammenfassung im Ersten auswählen: Die in diesem Jahr besonders hervorstechenden politischen Persiflagen, aber auch das persönliche Engagement und die Kreativität der beteiligten Gesellschaften und Fußgruppen sowie die Begeisterung der Hunderttausenden am Zugweg.“ Im WDR-Fernsehen sei der Zug aber in seiner gesamten Länge übertragen worden, also inklusive Toleranzwagen. Außerdem gäbe es noch ein besonderes Angebot für alle im Karneval aktiven Gesellschaften, Vereine und Schulen: „Die WDR JeckCam zeigte durchgehend und ohne Zwischenschnitte alle vorbeiziehenden Zug-Gruppen.“ Es sei bedauerlich, dass sich die ARD selbst um die Chance gebracht habe, das Thema überregional zu platzieren, meint Schuhen abschließend.