Bühne: Die Krise des Mannes kann sehr lustig sein

Bühne : Die Krise des Mannes kann sehr lustig sein

Das Leben spielt ja viele Streiche, und einer davon ist d as Älterwerden. Oft schon thematisiert wurde das bei Frauen, nun sind die Männer dran, was nicht weniger komisch ist. Zumindest wenn man Matthias Freihof glaubt, der im neuen Stück an der Komödie in der Steinstraße Regie führt. "Mann über Bord" lautete der Titel, "eine musikalische Midlife-Krise" die Unterschrift, und das Ganze spielt auf, am und manchmal auch im Wasser.

Das Leben spielt ja viele Streiche, und einer davon ist d as Älterwerden. Oft schon thematisiert wurde das bei Frauen, nun sind die Männer dran, was nicht weniger komisch ist. Zumindest wenn man Matthias Freihof glaubt, der im neuen Stück an der Komödie in der Steinstraße Regie führt. "Mann über Bord" lautete der Titel, "eine musikalische Midlife-Krise" die Unterschrift, und das Ganze spielt auf, am und manchmal auch im Wasser.

Der Plot handelt von vier Schulfreunden, die sich regelmäßig ein gemeinsames Wochenende gönnen, diesmal treffen sie sich zu einer Angeltour am Bodensee. Natürlich kämpfen sie mit den Widrigkeiten einer solchen Unternehmung, Mücken etwa, Gewitter und Fischen, die lieber schwimmen als beißen wollen, doch die eigentlichen Probleme dieser Männer um die 50 sind andere. Was passiert nun? Soll das schon alles gewesen sein? Natürlich nicht, will man sagen, doch bis sie zu dieser Erkenntnis gelangen, vergehen knapp zwei Stunden, die nicht nur mit Dialogen gefüllt sind, sondern auch mit den Hits der letzten 50 Jahre - leicht abgewandelt mit deutschen Texten, die zur Situation passen. Die Krise des Mannes birgt eben einigen Stoff für Lacher.

"Die Inszenierung spielt mit den Klischees", sagt Freihof, das sei es auch, was das Publikum erwarte. Dennoch sei das Stück eines mit Tiefgang, mit Brüchen und mit Humor, was gerade auch am Ensemble liege. Da ist etwa René Hofschneider, dessen Figur Martin ein hypochondrischer Eigenbrötler ist, der sich nichts so sehr wünscht wie eine Frau. "Für mich handelt das Stück auch von Freundschaft, wie wichtig es eben ist, diese zu pflegen", sagt Hofschneider, der so in seiner Rolle aufzugehen scheint, dass er bereits zweimal sein Knie untersuchen ließ, seit er den Martin spielt. "Das ist kein Spaß auf der schrägen Bühne", sagt er. Simon van Parys hingegen zeigt sich genügsam wie der Charakter, den er spielt. Bert ist Familienvater mit zwei Töchtern, der gern mal eine Auszeit vom Familientrubel nimmt. "Er führt eine Ehe mit Abnutzungserscheinungen", sagt van Parys, der sehr überzeugend den genügsamen Teddy gibt. Stefan hingegen, gespielt von Jens Schnarre, ist ein Mann, der bald 50 wird und sich immer noch um sein Coming Out bemüht. "Seine Freunde können mit dem Schwulsein nicht umgehen, was immer wieder zu Turbulenzen führt." Der letzte im Bunde ist Boris, gespielt von Stephan Bürgi, ein besonders bei Frauen erfolgreicher Typ, der sich mit einer 24-jährigen Freundin abplagt. "Ein Problem, das ja viele Männer in diesem Alter haben", sagt Bürgi.

Letztlich käme es ja auch darauf an, dass sich die Zuschauer in dem Stück wiedererkennen, ergänzt Freihof. So sehe man im Zuschauerraum immer wieder Besucher, die sich gegenseitig anstoßen, "der Wiedererkennungswert ist größer, als man denken mag."

"Mann über Bord" läuft von heute an bis zum 2. Dezember in der Komödie an der Steinstraße.

Torsten Thissen

(RP)
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