1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtgespräch

Interview mit Miriam Lahnstein: Die Gräfin der "Verbotenen Liebe"

Interview mit Miriam Lahnstein : Die Gräfin der "Verbotenen Liebe"

Seit nahezu 20 Jahren steht sie in der ARD-Soap "Verbotene Liebe" als böse Gräfin Tanja von Lahnstein vor der Kamera. Privat lebt die 40 Jahre alte Schauspielerin Miriam Lahnstein in Düsseldorf mit ihrem Lebensgefährten und den beiden Kindern (sieben und neun Jahre alt).

Seit nahezu 20 Jahren steht sie in der ARD-Soap "Verbotene Liebe" als böse Gräfin Tanja von Lahnstein vor der Kamera. Privat lebt die 40 Jahre alte Schauspielerin Miriam Lahnstein in Düsseldorf mit ihrem Lebensgefährten und den beiden Kindern (sieben und neun Jahre alt).

Frau Lahnstein, erst vor wenigen Wochen lautete die Nachricht: Aus für die ARD-Serie "Verbotene Liebe". Jetzt soll es plötzlich mit der Serie weitergehen, nicht mehr täglich, sondern wöchentlich. Was bedeutet das für Sie?

Lahnstein Das kann ich noch nicht sagen. Wir Schauspieler haben die neue Entwicklung bislang auch nur aus den Medien erfahren. Es gibt jedoch weitere Gespräche mit der ARD über die Zukunft, und das wird sich wohl in Kürze klären. Fest steht, dass die letzten 15 Folgen der laufenden Staffel, die wir ab Mitte Oktober drehen, nicht mehr täglich, sondern wöchentlich ausgestrahlt werden.

Das heißt, Sie hängen in der Luft. Wie erleben Sie diesen Schwebezustand?

Lahnstein Es ist ein komisches Gefühl. Erst war ich sehr traurig, dass alles zu Ende sein soll. Gleichzeitig löste die Nachricht positive Energie aus und weckte die Lust auf neue Aufgaben. Jetzt bin ich ein bisschen gebremst. Aber es ist schön, dass sich so wahnsinnig viele Leute über die Fortsetzung der Serie gefreut haben. Ich habe viele Mails und Nachrichten bekommen, die Resonanz ist unglaublich. Viele Zuschauer erkennen "Verbotene Liebe" als starke Marke an.

Sie schauen also entspannt in die Zukunft?

Lahnstein Durchaus, wir hatten eine lange gute Zeit, und ich mache mich jetzt nicht verrückt. Ich fühle mich sehr geerdet und als glücklicher Mensch, was nicht unbedingt vom Job abhängig ist.

Sind Sie seit dem Start der Serie 1995 dabei?

Lahnstein Ich bin drei Monate nach dem Serienstart eingestiegen und mit der Figur Tanja erwachsen geworden. Die Rolle der Gräfin hat mich mein halbes Leben begleitet, und was die alles erlebt hat - mehr als ich privat.

Wie sieht das Leben einer Soap-Darstellerin aus?

Lahnstein Von montags bis donnerstags stehe ich um 5.30 Uhr auf, düse um 6 Uhr nach Köln und bin abends nicht vor 19 Uhr zu Hause. Dann bringe ich die Kinder ins Bett, räume Legosteine aus dem Weg, mache die Wäsche und lerne den Text für den nächsten Tag. Ganz klassisch knipse ich dann das Licht aus. Damit es am Set klappt, muss ich mit dem Text im Kopf einschlafen.

Sie sind in Düsseldorf geboren, aufgewachsen im Zooviertel. Wo wohnen Sie heute?

Lahnstein In Grafenberg. Davor habe ich einige Zeit gerne im Medienhafen gelebt, doch mit zwei Kindern im fünften Stock ohne Aufzug war das ein bisschen zu stressig.

Was bedeutet Ihnen denn Düsseldorf?

Lahnstein Meine Heimat. Hier habe ich meine Freunde, von hier fahre ich in mein zweites Leben in die Medienwelt nach Köln. Das schafft Distanz. Düsseldorf bietet mir die Freiheit, gut zu leben.

Sie haben Psychologie studiert, wird daraus noch etwas?

Lahnstein 2005 habe ich mein Diplom an der Heinrich-Heine-Uni-gemacht, derzeit läuft meine Zusatzausbildung als Kinder- und Jugend-Psychotherapeutin. 2015 will ich das zu Ende zu bringen. Das ist ein Berufsweg, den ich mir durchaus vorstellen kann. Vielleicht bin ich auch deshalb zurzeit so entspannt, weil ich einen Plan B habe.

Sie spielen seit Jahren die fiese Gräfin, färbt das nicht ab?

Lahnstein Früher habe ich allen erklärt, dass ich ganz anders als Tanja bin. Inzwischen lasse ich sie in dem Glauben, denn das ist für mich ein Kompliment, dass ich meine Rolle gut spiele. Was ich bei "Verbotene Liebe" alles spielen darf, kann man kaum toppen. Als Tanja kann ich mir so viel erlauben, was ich als Miriam nie machen würde. Das ist schön und befreiend. Mal schau'n, was die Zukunft bringt.

DAS INTERVIEW FÜHRTE DAGMAR HAAS-PILWAT.

(RP)