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Meine Stadt: Die fünf Lieblingsorte von Wolfgang Hein

Meine Stadt : Die fünf Lieblingsorte von Wolfgang Hein

Seine Großmutter und ihre Gastwirtschaft auf dem Land sind schuld daran, dass Wolfgang Hein keine Bank-, sondern eine Schneiderlehre gemacht hat. Denn als kleiner Junge hat er immer all die fein gemachten Damen in ihren dunklen Kostümen und die Herren im edlen Zwirn bewundert, die sich nach den Beerdigungen auf dem benachbarten Dorf-Friedhof bei seiner Oma zu Kaffee und Kuchen versammelten.

Sein Handwerk hat der heute 43-Jährige dann von der Pike auf bei Düsseldorfs legendärem Modemacher Hanns Friedrichs gelernt. Bevor Hein nach Düsseldorf zurückkehrte, hat er in Paris studiert und bei Claude Montana gearbeitet. Heute lebt der stets top Gestylte als freiberuflicher Designer in Oberkassel, entwirft für das Unternehmen Sieger die Herren-Kollektion und engagiert sich als Projektmanager des Vereins Fashion Net für Düsseldorf als Modestandort. Der Rheinischen Post verrät er seine fünf liebsten Orten in der Landeshauptstadt:

Kleingarten in Niederkassel "Ich mag die Gegensätze und als Ausgleich zur Modewelt, zu den Stoffen, Farben und all dem Glamour bin ich gerne draußen in der Natur. Am liebsten grabe ich in meinem Kleingarten am Rheinufer in Niederkassel alles um, lege Blumenbeete an, säe Möhren und Mangold aus, ernte Kartoffeln und schneide Rosen."

Meuser "Nicht weit von meiner Wohnung und dem Garten entfernt ist das Meuser auf der Dorfstraße in Niederkassel. Ich finde dieses Traditionslokal so herrlich normal und bin froh, dass es Derartiges ganz ohne Schickimicki überhaupt noch gibt. Natürlich esse ich dort am liebsten den berühmten Speckpfannkuchen und dazu den Salat, der wie bei Omma mit Dosenmilch, Essig und Zucker angemacht ist."

Kunsthalle "Die besten Ausstellungen und Diskussionsrunden habe ich in der Kunsthalle erlebt. Vor allem die derzeit laufende Schau ,Lichten' mit den Foto-Kunstwerken von Thomas Ruff finde ich ungemein anregend. Genossen habe ich in dem Zusammenhang den Abend, als Albert Kriemler, Chef der Modefirma Akris, bei einer Modenschau seine von Ruffs Arbeiten inspirierte Kollektion präsentierte. Kunst und Mode sind eben ein vielversprechendes Duo."

Salon des Amateurs "Dieser Club im Gebäude der Kunsthalle, eine Mischung aus Café und Bar, könnte überall sein - in New York oder London - und kaum einer vermutet so einen Ort bei uns in der Stadt. Dort stehen keine Orchideen-Gestecke auf der Theke, dort trifft sich die Musik-, Kunst- und Mode-Szene. Tagsüber kommen Teetrinker und Zeitungsleser, abends Liebhaber von Cocktails, zeitgenössischer Literatur, Musik und Kunst. Das Programm ist ambitioniert und spannend."

Ela "Einmalig ist auch Ela, alias Gabriele Holscher. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist sie avantgardistischer und progressiver Mode auf der Spur. In ihrem Laden im Hinterhof an der Volmerswerther Straße finden sich immer wieder neue, frische Marken und junge Designer, denen Ela auf die Sprünge hilft. Ich stöbere gerne dort und habe zuletzt einen schwarzen Anzug gekauft von dem mir bis dato unbekannten Label ,FPPO' eines Kölner Modemachers." Dagmar Haas-Pilwat

(RP)