Knacki Deuser: "Die Düsseldorfer sind mir die liebsten"

Knacki Deuser : "Die Düsseldorfer sind mir die liebsten"

Ach, dieses Düsseldorf. Erst lernte er in dieser Stadt vor 20 Jahren seine spätere Ehefrau kennen – die aus der Familie des Malers Anton Hackenbroich stammt – und dann wuchs ihm diese Stadt auch noch ans Herz. Und das im Karneval.

Ach, dieses Düsseldorf. Erst lernte er in dieser Stadt vor 20 Jahren seine spätere Ehefrau kennen — die aus der Familie des Malers Anton Hackenbroich stammt — und dann wuchs ihm diese Stadt auch noch ans Herz. Und das im Karneval.

"Das Publikum in Düsseldorf ist echt besser als in anderen Städten, und es ist mir das liebste", sagt Klaus-Jürgen, genannt Knacki Deuser (). Von den 120 Auftritten, die der 51-jährige Comedian im Karneval absolviert, ist ein Großteil in Düsseldorf. Der nächste am Freitag bei der Fernsehsitzung, dann folgen weitere in Brauhäusern, bei der Damensitzung in Gerresheim oder anderen Stadtteilen. "Mittlerweile kenne ich viele Vereine und Säle und finde mich gut zurecht."

Dabei sollte und wollte der junge Klaus-Jürgen aus Koblenz eigentlich was anderes werden. Weil er ein guter Sportler (Leichtathletik) war und immer noch ist (Laufen, Tennis, Ski), sollte es in diese Branche gehen. Entweder Sportmoderator oder Regie führen, waren seine Berufsziele. Daraus wurde nichts — jetzt steht Knacki auf der Bühne und erzählt witzige Sachen. Das aber so frech und schlau, dass er nun als Berufsbezeichnung "Stand-Up-Comedian" angibt. Weil Deuser so sportlich ist und auch lange professionell getanzt hat — zum Beispiel als Step-Tänzer in New York oder als Ensemble-Mitglied einer Modern-Dance-Tanzcompagnie in seiner Heimatstadt Koblenz — bewegt er sich auch sehr elegant, sehr sportlich auf der Bühne. Vor drei Jahren kam der Karneval in sein Leben. Mit verantwortlich dafür ist unter anderem auch Stefan Kleinehr, Literat des CC und Moderator der Fernsehsitzung. Im Jahr 2011 stand Deuser auf seine Anregung hin zum ersten Mal auf der Bühne. "Da bin ich noch gestorben — jetzt macht es richtig Spaß."

Er sagt aber auch: "Auf einer Karnevalsbühne zu stehen, ist wie ein Gladiatorenkampf." Es sei ganz entscheidend, zu welcher Uhrzeit er auftrete. "Herren- oder Damensitzung als einer der letzten Programmpunkte? Geht gar nicht." Düsseldorf erlebt ihn am nächsten Freitag um 21.40 Uhr — "eine super Zeit". Wenn Deuser merkt, dass ihn sein Publikum ablehnt, schon zu betrunken ist oder Party feiern statt zuhören will, klinkt er sich aus. "Dann mache ich nur ein paar Minuten und gehe von der Bühne. Bringt ja nichts." Und erzählt gleich drei bis vier Beispiele aus Pulheim und anderen Orten, in denen er nicht ankam. Problematisch sind auch Auftritte nach Bands — wie den bekannten in Köln —, die eine Dreiviertelstunde gespielt haben, und dann soll er als Stand-Up-Comedian weiter für Stimmung sorgen. "Es ist viel besser, viele kurze Programmpunkte einzuplanen, als wenige lange", hat er festgestellt. Und noch eins weiß er nach seinen ersten drei Jahren im Karneval: "Es gibt zwar auch in Düsseldorf gute Bands, aber alle gehen viel entspannter miteinander um. In Düsseldorf sind die Bands nicht ganz so wichtig wie in Köln." Sicher gehe Köln professioneller mit dem Karneval um. "Aber Düsseldorf habe ich schnell ins Herz geschlossen." Düsseldorfer Vereine haben ihn für die Session 20 mal gebucht: "Mehr als in Köln. Und die ersten Anfragen für 2015 kommen auch schon."

In diesem Jahr redet Deuser ("Das ist meine stärkste Rede bislang") über "Muttis, die Deutschland regieren", aber auch über pubertierende Jungen und Mädchen. Dass die eine eigene Sprache entwickelt haben, dass die Jungs immer eine Hand in der Hosentasche behalten ("vor allem beim Ausräumen einer Spülmaschine, spannend") und dass man als Eltern ruhig mal mit seinen Kindern reden sollte. "Es geht im Leben doch viel um Mut."

Deuser, dessen Markenzeichen auch ein schickes Outfit ist, hat sich für nächste Woche gegen einen schwarzen Anzug entschieden. "Ich komme in einem blau-gelben Outfit. Habe ich von der FDP. Ein Schnäppchen. Haben erst unter fünf Prozent getragen." Sogar die Schuhe passen dazu. "Knatschblau, Lack, mit einer tollen Spitze." Wo er die gefunden hat? Glaubt ihm kein Mensch. "Auf der Königsallee. Die Schuhe hatte ich zuerst und dann den Rest des Kostüms."

Anke Kronemeyer

(RP)
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