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Michael Bolton: Der Superstar, der Düsseldorf vergaß

Michael Bolton : Der Superstar, der Düsseldorf vergaß

In der Comedyserie "Two and a half Men" gibt es diese Folge, in der Hauptfigur Walden seiner Freundin einen Heiratsantrag macht und Superstar Michael Bolton für die musikalische Untermalung engagiert. Der schmettert den Liebenden beherzt und wiederholt seine Version von "When a man loves a woman" - immer nur ein paar Zeilen, denn der Antrag läuft komplett schief, der Sänger wird schroff gestoppt. Die Szene ist richtig komisch, und sie zeigt eine andere Seite des zweifachen Grammy-Gewinners: Er nimmt sich selbst aufs Korn, ist witzig und ironisch, und das ist er auch gestern, als er mit einer Handvoll Journalisten in einem Golzheimer Hotel sitzt. Eine Kellnerin sieht, dass Boltons Milchkaffee fast leer ist (zuerst hat er übrigens den Keks in den Schaum geschubst, rausgeangelt und gegessen), und fragt, ob denn alles in Ordnung sei. Nein, sagt Bolton ernst - die Frau erstarrt. Er deutet auf den Fernseher, wo in den Nachrichten über den Passagier berichtet wird, der aus einem Flugzeug gezerrt wurde: "Das da, das ist absolut nicht in Ordnung." Dann grinst er, bis die Frau aufatmet.

In der Comedyserie "Two and a half Men" gibt es diese Folge, in der Hauptfigur Walden seiner Freundin einen Heiratsantrag macht und Superstar Michael Bolton für die musikalische Untermalung engagiert. Der schmettert den Liebenden beherzt und wiederholt seine Version von "When a man loves a woman" - immer nur ein paar Zeilen, denn der Antrag läuft komplett schief, der Sänger wird schroff gestoppt. Die Szene ist richtig komisch, und sie zeigt eine andere Seite des zweifachen Grammy-Gewinners: Er nimmt sich selbst aufs Korn, ist witzig und ironisch, und das ist er auch gestern, als er mit einer Handvoll Journalisten in einem Golzheimer Hotel sitzt. Eine Kellnerin sieht, dass Boltons Milchkaffee fast leer ist (zuerst hat er übrigens den Keks in den Schaum geschubst, rausgeangelt und gegessen), und fragt, ob denn alles in Ordnung sei. Nein, sagt Bolton ernst - die Frau erstarrt. Er deutet auf den Fernseher, wo in den Nachrichten über den Passagier berichtet wird, der aus einem Flugzeug gezerrt wurde: "Das da, das ist absolut nicht in Ordnung." Dann grinst er, bis die Frau aufatmet.

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Etwas müde ist Bolton außerdem, er hat den Morgen im nahen ZDF-Studio bei der Sendung "Volle Kanne" verbracht. Von Düsseldorf, die Frage stellt natürlich jemand, hat er daher nichts gesehen, er kann sich auch nicht erinnern, hier mal gesungen zu haben: "Berlin, Köln, Hamburg, München, Frankfurt...", zählt er auf, und als er irgendwann bei Stuttgart ankommt, sieht man ein, dass der Auftritt eben einer von Tausenden war. Er war nämlich durchaus mal da, im Dezember 2010 in der damaligen Philipshalle. Im Gepäck hatte er da Hits wie "How am I supposed to live without you" und seine Version von "To love somebody". Die Klassiker also, die sein Image als, ja, Schmusesänger so nachhaltig geprägt haben; für die seine Fans noch bis heute in seine Konzerte strömen. Das weiß der Star, und so ist seine neue CD "Songs of Cinema" wieder eine, auf der er Klassiker interpretiert, diesmal aus Filmen. "Irgendwann in einem Konzert kommt der Moment, in dem ich sagen muss: Nun ein Song aus meinem neuen Album", sagt er. "Da hilft es, wenn es ein Song ist, den die Fans schon lieben - dann müssen sie noch meine Interpretation gut finden." Er hat die Stücke wie "Stand by Me" oder "Old Time Rock sorgsam ausgewählt, "denn wenn sie ankommen, werde ich sie oft singen, da sollte ich sie mögen". Langweilig würden ihm seine Hits aber nie, beteuert der Sänger, der mehr als 50 Millionen Alben verkauft hat, und man glaubt ihm das angesichts der Begeisterung, mit der er über seine Liebe zur Musik spricht. "Ich wollte natürlich erfolgreich sein, aber ich wollte das vor allem, um weiter das machen zu können, was ich mache." Er erinnert sich an eine Begegnung vor ein paar Tagen mit einem langhaarigen Straßenmusiker in Berlin. Dessen Stimme habe er gemocht und sei stehengeblieben, sagt er, schnipst mit dem Finger, "und es hat mich sofort viele Jahre zurückversetzt." Plötzlich erzählt der 64-Jährige von den Tagen als junger (ebenso langhaariger!) Sänger in Kalifornien, wo er mit Straßenmusik das Geld fürs Mittagessen verdiente, "und manchmal brauchten wir noch was extra für Benzin." Er spricht von Herzblut und Leidenschaft und der Freude über die ersten Erfolge. Von der Notwendigkeit, hart an seinem Talent zu arbeiten, sich nicht darauf auszuruhen, sein Leitspruch: "Gut ist der größte Feind von großartig." . Und über die PR-Arbeit: Um in Norwegen bekannter zu werden, habe er einst 18 Interviews an einem Tag gegeben, sagt er und spielt ein Aufschrecken aus dem Halbschlaf vor, man fühlt sich kurz schuldig, aber Bolton lächelt.

Auch als er nach Helene Fischer gefragt wird ("tolle Stimme"). Und als es es um seine neuen Projekte geht, in denen er auch wieder vor der Kamera stehen wird. Sein großes satirisches Special zum Valentinstag beim Streamingdienst Netflix, in dem er sein Schnulzen-Image aufs Korn genommen hat (und trotzdem viel sang), soll nicht das letzte bleiben. "Meine Tochter hat mir geschrieben, das sei das Abgedrehteste, das ich je gemacht hätte. Und dass sie es toll fand." Nicole Lange

(RP)