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Sport: Das Wochenende der kuriosen Turniere

Sport : Das Wochenende der kuriosen Turniere

Sofasportler bewegen sich nicht gerne. Außer vielleicht von der Couch zum Kühlschrank und wieder zurück. Doch genau sie will Sportökonomin Birgit Stenger zu mehr Bewegung motivieren. Seit sieben Jahren organisiert sie deshalb den "Scheißwetterlauf gegen den inneren Schweinehund". Am Samstag war es wieder so weit: In der Altstadt-Kneipe Knoten trafen sich die Sportler, um dann über Oberkasseler- und Kniebrücke sowie durch die Altstadt für einen guten Zweck zu laufen - dieses Mal für die Aktion "Neue Bäume für Düsseldorf".

Sofasportler bewegen sich nicht gerne. Außer vielleicht von der Couch zum Kühlschrank und wieder zurück. Doch genau sie will Sportökonomin Birgit Stenger zu mehr Bewegung motivieren. Seit sieben Jahren organisiert sie deshalb den "Scheißwetterlauf gegen den inneren Schweinehund". Am Samstag war es wieder so weit: In der Altstadt-Kneipe Knoten trafen sich die Sportler, um dann über Oberkasseler- und Kniebrücke sowie durch die Altstadt für einen guten Zweck zu laufen - dieses Mal für die Aktion "Neue Bäume für Düsseldorf".

"Viele Menschen, die nicht ganz so sportlich sind, trauen sich nicht, bei Volksläufen mitzumachen. Für sie soll unser Lauf eine Motivation sein. Wir laufen in einem ganz lockeren Tempo und ohne Zeitmessung", sagt Stenger. Zudem soll der Lauf mitten im kalten Januar zeigen, dass Ausreden wie "Es ist zu kalt" oder "Es ist schon dunkel" keine Argumente dafür sind, keinen Sport zu treiben. Und weil Sofasportler eben auch ihre Pausen brauchen, gab es auch in diesem Jahr wieder mehrere Stationen bei dem Lauf: Mit Capri-Sonne-Trinkpäckchen stimmte man sich im Knoten auf den Lauf ein, dann ging es ins Linksrheinische und wieder zurück und zu Bäcker Josef Hinkel, der Plätzchen und Quarkbällchen für die müden Sportler spendierte. Im Knoten wurde dann mit Bier auf die zurückgelegte Strecke angestoßen.

Was also eigentlich nach einer perfekten Einstiegsdisziplin für die Sofasportler klingt, blieb in diesem Jahr leider ein wenig ungenutzt: Die meisten der 30 Teilnehmer des Laufs waren schon erprobte Hobby-Läufer. "Aber es macht trotzdem Spaß, zum Beginn der Saison in lockerem Tempo eine Runde zu laufen", sagt Dirk Westmeier, der mit der Laufabteilung der Fortuna gekommen war. "Ich laufe sonst auch Marathon, aber das hier macht genauso viel Spaß - vor allem, weil es ja für den guten Zweck ist", sagt Stephan Klein. Er war der wohl auffälligste Kandidat des diesjährigen Laufs: Als leicht bekleideter Wikiniger legte er die Strecke zurück. "Das Outfit ziehe ich immer bei Wettkämpfen an", erzählt er stolz. Am Ende konnten er und seine Mitstreiter ganze 560 Euro für die Wiederherstellung des städtischen Grüns nach Orkan "Ela" erlaufen.

Dabei waren die Läufer nicht die einzigen Düsseldorfer, die an diesem Wochenende kuriosen Wettkämpfen nachgingen: Am Hauptbahnhof hatte ein Brothersteller zum Wettsitzen eingeladen. Passanten konnten dort messen lassen, wie lange sie an die Wand gelehnt in einer Kniebeuge sitzen können. Düsseldorf konkurriert dabei mit anderen Städten um einen Preis. Ob die Landeshauptstadt auch in diesem Turnier mit Spitzen- anstatt Sofasportlern punkten konnte, ist allerdings noch offen: Bis Februar beteiligen sich noch drei weitere Städte. Laura Ihme

(lai)