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Talismane: Das sind die Glücksbringer der Düsseldorfer

Talismane : Das sind die Glücksbringer der Düsseldorfer

Hufeisen, Schornsteinfeger oder ein vierblättriges Kleeblatt sind Symbole des Glücks. Viele Menschen haben ihr eigenes Symbol - eine Kette oder vielleicht auch ein Stofftier, das sie in allen Lebenslagen begleitet. Wir haben bei den Düsseldorfern nachgefragt.

Jessica Kolbert ist Biologiestudentin an der Heinrich-Heine-Universität. Schon seit der siebten Klasse begeistert sie sich für dieses Fach und ist heute immer noch glücklich über ihre Studienwahl. Doch kommt die 21-Jährige um die Prüfungsphasen und Hausarbeiten, die während des Studiums anfallen, nicht herum. Sie gesteht, dass sie ein bisschen Prüfungsangst habe. Der schlimmste Fall wäre ein Blackout. Damit dies nicht passiert, trägt sie, nicht nur während der Klausuren, ihren persönlichen Glücksbringer. Ein Goldkettchen mit einem Steinbock als Anhänger — ihrem Sternzeichen. Das Schmuckstück hat die Studentin zur Geburt von ihren Eltern geschenkt bekommen. "Ich trage sie jeden Tag."

Langstreckenläufer André Pollmächer von Rhein-Marathon braucht bei Wettkämpfen kein Maskottchen — sein Glücksbringer ist die Musik. Bis 20 Minuten vor dem Start hört er eine sorgsam ausgesuchte Playlist, um sich voll zu fokussieren. "Die Musik hilft mir, eine Gänsehaut zu bekommen", sagt er. Die positive Einstellung sei entscheidend. "Man darf sich nicht fühlen, als müsse man aufs Schafott." Pollmächer — im vergangenen Jahr EM-Achter im Marathon — hört dann Lieder, die ihn auch in der Vorbereitung begleitet haben, gerade ist das viel spanischer Hip-Hop. Auch zum bevorstehenden Trainingslager in Portugal wird er den iPod mitnehmen. Das nächste Ziel steht bevor: der Metro-Marathon am 26. April.

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Es ist eine Erdbeere, die für Katharina Lütten das Glück symbolisiert. Das kleine rote Täschchen mit vielen Zetteln darin ist der Glücksbringer der Schauspielerin. Die 28-Jährige nahm sich vor, höchstens viermal bei einer Schauspielschule vorzusprechen. Hamburg, Lüttens Geburtsort, war der letzte Versuch. Sie steckte ihre Erdbeere ein und spielte, was sie konnte: Agafia aus Gogols Komödie "Die Heirat". Die kann sich für keinen Mann entscheiden, zückt daher ein Zettelchen aus der Erdbeere und, voilà: Lütten hat ihren Platz. Am Schauspielhaus spielt sie gerade "die Wand im Sommernachtstraum". Die Beere ist seit Hamburg immer dabei. Und wenn es sein muss, dann verleiht sie die sogar an Freunde.

(bur) Auf Reisen kann Taka Kubo seine Schere zwar nicht mitnehmen, dafür bringt das 5000 Euro teure Stück ihm in seinem Friseurgeschäft an der Immermannstraße Glück. "Ich habe sie mir speziell in Japan anfertigen lassen, von einem Schmied in Osaka", sagt Kubo. Die Schmiede des Ortes seien bekannt dafür, schon die rasiermesserscharfen Katana — Samuraischwerter — hergestellt zu haben. Ebenfalls typisch japanisch ist Kubos zweiter Glücksbringer: eine geschmackvolle Winkekatze aus Glas. "Die nehme ich manchmal mit, wenn ich Freunde oder Verwandte besuche", sagt Kubo. Die rechte Katze bringe ihm Geld und Glück im Geschäft, während die linke seine Kunden freundlich begrüße.

Oft haben Kollegen die evangelische Schulreferentin Yvonne Stegmann schon auf ihren Ring angesprochen. Der ist nämlich alles andere als gewöhnlich, denn hebräische Schriftzeichen zieren das kleine Schmuckstück. Übersetzt lautet der eingravierte Psalm: "Gott ist mit mir, ich fürchte mich nicht." "Wann immer ich in einer brenzligen Situation bin, lasse ich den Ring kreisen", sagt die 38-Jährige. Vor zwölf Jahren kaufte Stegmann ihn auf einem christlich-jüdischen Sommerfest, seitdem verlässt sie ohne ihn nicht mehr das Haus. Der hebräische Text erinnere sie an den jüdischen Ursprung des Christentums. "Der Ring gibt mir Gelassenheit und ist gleichzeitig ein Symbol meines Glaubens", sagt Stegmann.

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(arl, her, bur, jpk)