Politik-Nachwuchs: Clara Deilmann - die erste schwangere Ratsfrau

Politik-Nachwuchs : Clara Deilmann - die erste schwangere Ratsfrau

Den Mitgliedern des Stadtrats bietet sich seit einigen Monaten, seit zwei Sitzungen auch deutlich sichtbar, ein Bild, das es so wohl noch nie im Düsseldorfer Stadtrat gegeben hat: Clara Deilmann aus der Fraktion der Grünen und somit aktives Mitglied des Stadtrats ist schwanger.

Den Mitgliedern des Stadtrats bietet sich seit einigen Monaten, seit zwei Sitzungen auch deutlich sichtbar, ein Bild, das es so wohl noch nie im Düsseldorfer Stadtrat gegeben hat: Clara Deilmann aus der Fraktion der Grünen und somit aktives Mitglied des Stadtrats ist schwanger.

Allen Recherchen zufolge ist die 36-jährige Lehrerin damit die erste schwangere Ratsfrau. Zumindest können sich altgediente Mitglieder des Rates wie Marit von Ahlefeld (Grüne, seit 1984 dabei) oder Alexander Fils (CDU, seit 1994 im Rat) nicht an ein solches Ereignis erinnern. Sollte es anders sein, bitten wir die Vergessenen gleich vorab um Entschuldigung.

Jedenfalls trägt Deilmann stolz ihren inzwischen großen Babybauch durch den Plenarsaal. "Ich habe mich von Charlotte Beissel anstecken lassen", erzählt sie lachend. Beissel arbeitet im OB-Büro und sitzt als Schriftführerin im Stadtrat stets an der Seite von OB Dirk Elbers. Vielmehr saß, denn Beissel hatte am 12. Dezember ihre letzte Ratssitzung, bevor sie in den Mutterschutz geht. Die Fraktionen dankten ihr mit einem Blumenstrauß und Applaus.

Sie war also die Vorreiterin, Deilmann folgte als Mitglied des Rates — und erhält fraktionsübergreifend von Müttern Zuspruch: "Wenn es draußen ist, ist alles gut", versprach ihr Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), die drei erwachsene Kinder hat. Sie erkannte auch sofort, dass Deilmann einen Jungen erwartet: "Das sieht man Ihnen an", so die Liberale.

Am 11. März soll der Junge zur Welt kommen. Sie habe zwar mit ihrem Lebensgefährten, dem Kreativ-Direktor Elmar Gerlach, geplant, erst zusammenzuziehen und irgendwann ein Kind zu kriegen. "Es ging so schnell: Wir hatten es nur gedacht — und da war's schon so", erzählt Deilmann lachend. In den Stadtrat, dem sie seit 2004 angehört, will sie dennoch wieder einziehen. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai nächsten Jahres wird sie einen guten Platz auf der Liste haben.

Durch den Wahlkampf will sie, so weit möglich, mit dem Baby ziehen. Auch bei Fraktionssitzungen soll der kleine Deilmann dabei sein. Bei der Betreuung setzt sie auch auf die Hilfe ihrer Eltern: "Sie werden beide pensioniert und wollen helfen."

Noch arbeitet Deilmann voll als Lehrerin am Franz-Jürgens-Berufskolleg, der Mutterschutz beginnt Ende Januar. Geplant hat sie zunächst eine Auszeit von einem halben Jahr — "dann kann ich nach und nach wieder einsteigen".

(dr)
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