Wohnzimmer-Lesung : Besuch von den Krimi-Cops

RP-Leserin Gabriele Wenzl hatte die Lesung der Polizisten gewonnen. Freundin Andrea Heinz stellte ihr Wohnzimmer dafür zur Verfügung.

Wenn die Polizei im eigenen Wohnzimmer steht, ist das für die Bewohner selten ein Anlass zur Freude. Von Gabriele Wenzl und Andrea Heinz wurde das Eintreffen der Beamten am Freitag trotzdem sehnsüchtig erwartet. Denn Martin Niedergesaehs und Ingo Hoffmann kamen in Zivil, hatten statt einer Dienstwaffe nur ein humoristisches Potpourri ihrer Literatur an der Seite. Ihr Einsatzziel an diesem Abend: Für gute Laune unter den fünf Gästen zu sorgen.

Gerufen hatte sie Wenzl, doch der genaue Einsatzort stand lange Zeit nicht fest. „Ich hätte sie schon viel früher eingeladen, aber immer kam etwas dazwischen“, erklärte die Gewinnerin der RP-Verlosung vom vergangenen Jahr. Querelen mit dem Vermieter, der folgende Umzug und andere Dinge hatten immer wieder verhindert, dass sie die gewonnene Wohnzimmerlesung mit den Krimi-Cops endlich einlösen konnte. Bevor es noch ein weiteres Jahr gedauert hätte, sprang Freundin Andrea Heinz ein und bot ihr gemütliches Wohnzimmer als Lesesaal samt kulinarischer Verköstigung an. Für Niedergesaehs und Hoffmann war es ein Einsatz der angenehmeren Art: „So etwas mache ich lieber als große Lesungen vor hunderten Leuten. Da ist man näher am Publikum“, sagt Niedergesaehs.

Zwar ist das Schreiben von Krimis ihre große Leidenschaft – als erste Pflicht bleibt für Niedergesaehs und Hoffmann aber genau wie bei den anderen drei Autoren Carsten Rößler, Klaus Stickelbroeck und Carsten Vollmer der Dienst am Bürger. Schichtdienst ist auch der Grund, weshalb nur zwei der fünf Krimi-Cops anwesend sein können.

 Zum Aufleben der spannenden Fälle von Kriminalhauptkommissar Pit „Struller“ Struhlmann und seinem Kompagnon Christian Jensen reichen in jedem Fall zwei der Autoren. Der kernige Struller ist ein Polizist der alten Schule, sein aufstrebender Azubi Jensen hingegen frisch von der Fachhochschule. Freundschaftliche Differenzen mit viel Humor stehen bei der Arbeit auf der Tagesordnung. Vergleichbar mit dem Münsteraner Tatort-Duo Thiel und Boerne. Oder auch mit Niedergesähs und Hoffmann selbst. Ihre gegenseitigen Sticheleien unterstreichen den Spaßfaktor.

Von Kölschfässern erschlagene Altbier-Köbese, eine enthauptete Jan-Wellem-Statue, den Toten Hosen werden die Hosen gestohlen – aus der Sicht von Struller scheinen Düsseldorfer Polizisten nie Langeweile zu haben. Doch das Gros der Geschichten ist fiktional, höchstens ergänzt durch einige wahre Begebenheiten. Die Szene von Jensen, der fälschlicherweise während einer Fahndung von einem Swinger-Ehepaar als der bestellte Stripper gehalten wird, gehört zum Beispiel dazu. Christopher Trinks

Mehr von RP ONLINE