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Heino Ferch: Auf den Spuren eines Mörders

Heino Ferch : Auf den Spuren eines Mörders

Samuel Finzi blickt auf die Gebäude an Orangerie- und Poststraße und staunt. "Die Häuser sehen ja aus wie aus Pappe", sagt der Schauspieler ("Unserer Mütter, unsere Väter"). "Besser hätte die Kulisse in den Filmstudio Babelsberg auch nicht sein können."

Samuel Finzi blickt auf die Gebäude an Orangerie- und Poststraße und staunt. "Die Häuser sehen ja aus wie aus Pappe", sagt der Schauspieler ("Unserer Mütter, unsere Väter"). "Besser hätte die Kulisse in den Filmstudio Babelsberg auch nicht sein können."

Weil die Häuser noch fast so aussehen wie in den 1930er-Jahren, ist die Carlstadt zurzeit Schauplatz von Filmdreharbeiten. "Der andere in uns" heißt das Doku-Drama, mit dem Regisseur Gordian Maugg eine der bekanntesten Düsseldorfer Geschichten erzählt: In den späten 1920er-Jahren war Düsseldorf der Schauplatz einer Mordserie.

Neun Frauen fielen dem Mörder Peter Kürten zum Opfer, bis Kürten gefasst, verurteilt und hingerichtet wurde. Aber nicht von diesem Drama allein berichtet der Film. Vielmehr rückt Maugg den Regisseur Fritz Lang in den Vordergrund. Lang, der mit "Metropolis" (1927) weltberühmt wurde, war Ende der 1920er-Jahre nach Düsseldorf gekommen, um Kürtens Geschichte für einen Film zu bearbeiten. Aus dem, was Fritz Lang damals erfuhr und beobachtete, machte der den Welterfolg "M - eine Stadt sucht einen Mörder".

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Fritz Lang wird gespielt von Heino Ferch Er freut sich, einen so berühmten Filmemacher zu verkörpern. "Unser Film wird dem Schaffen von Fritz Lang ein Denkmal setzen", sagt er. Um so wichtiger, dass Poststraße und Orangeriestraße perfekt in das Düsseldorf der 1920er-Jahre verwandelt werden. Die Statisten tragen die Mode der Weimarer Republik und über das Kopfsteinpflaster klappern fast 100 Jahre alte Autos, die Ford zur Verfügung gestellt hat.

Um so auszusehen wie Fritz Lang damals, setzt sich Heino Ferch ein Monokel aufs Auge und zieht sich eine Perücke über. Etwas mogeln ist für die Filmkunst aber schon drin: Die Szene, in der Schauspieler Thomas Thieme als Kriminalrat den Mörder Kürten endlich festnimmt, wird zwar vor dem Hotel Orangerie an der Bäckerstraße gedreht. Verhaftet wurde Kürten aber tatsächlich am Rochusplatz. "Aber dort erinnert nicht mehr viel an die 1920er-Jahre, daher drehen wir die Szene hier", sagt Filmproduzentin Nicole Ringhut, die sich gut über Düsseldorf und die grausamen Morde informiert hat.

Hilfe bekam sie von Hanno Parmentier. Der Düsseldorfer Autor hatte im vergangenen Jahr ein Buch über Kürten geschrieben und konnte mit seinem Fachwissen die Filmleute gut informieren. Die Produktion "Fritz Lang - der andere in uns" bekommt auch viel Geld aus Düsseldorf. "Wir fördern den Film mit 300000 Euro", sagen Erna Kiefer und Christina Bentlage von der Filmstiftung NRW, die ihren Sitz im Medienhafen hat.

Wenn die Dreharbeiten rund um die Orangeriestraße abgeschlossen sind, packen Heino Ferch und seine Kollegen ihre Sachen und fahren ins Neandertal für weitere Aufnahmen. Holger Lodahl

(RP)