Apollo in Düsseldorf: Das magische Duo Sonambul

Duo Sonambul in Düsseldorf : Magische Momente im Apollo-Varieté

Die Shows sind fast alle ausverkauft: Mit ihrer magischen Show verzaubern Roman von Thurau und Vivian Sommer das Publikum im Apollo-Varieté.

Es ist einfach nicht zu begreifen: Vivian Sommer errät einen in Deutschland eher seltenen Vornamen, den man verdeckt auf eine Karte geschrieben hat. Gesehen haben kann sie den Namen nicht. Beim Schreiben schaut sie in eine andere Richtung, und ihr Partner Roman von Thurau hat die Karte gut in einem Etui und einem Briefumschlag verborgen.

Auch wenn man verzweifelt versucht, eine Erklärung zu finden, man kommt nicht dahinter, wie sie es macht. „Das ist einfach Magie“, sagt sie. Und mit Magie verzaubern die beiden als Duo Sonambul gerade das Publikum des Apollo-Varietés. Mit Telepathie, leichter Hypnose und Gedankenspielen möchten sie in ihrem Programm „Magic Hotel“ das Weltbild der Gäste auf den Kopf stellen. „Wir wollen die Menschen durch Magie in eine Welt transportieren, die sie nicht mehr kennen“, sagt von Thurau. „Es wäre schön, wenn sie nach Hause gehen und sich fragen, ob es Magie vielleicht doch gibt“, sagt Sommer weiter.

Die Magie begleitet Sommer schon ihr Leben lang. „Ich bin in Brasilien groß geworden, da ist das Magische noch verbreiteter, und es gibt viel Aberglauben. Dort habe ich auch brasilianischen Voodoo kennengelernt.“ Aber eigentlich ist Magie für die 45-Jährige überall. „Man denkt an jemanden, und er ruft an. Oder man betritt einen Raum und sieht einen Menschen, in den man sich auf einen Blick verliebt. Hat das nicht etwas Zauberhaftes?“

So können auch die kleinen Dinge im Leben für die Gedächtniskünstlerin etwas Magisches an sich haben. „Ich muss unbedingt noch mal mit dem Riesenrad fahren“, sagt sie ganz begeistert. „Ich mag alles, was mich an die Kindheit erinnert. Und ein Laden an der Aachener Straße hat magisch gute Speckpfannkuchen“, erzählt sie lachend.

Von Thurau, der vorher Zauberkünstler war, scheint das Ganze etwas wissenschaftlicher anzugehen. „Ich liebe es, mir Zauber-Meistershows anzusehen. Das ist gut angewandte Psychologie.“ Der 52-Jährige hat auch Psychologie studiert, fand es aber interessanter, sein Wissen auf der Bühne anzuwenden. „Da hört man nie auf, dazuzulernen. Die Medizin hat unser Inneres schon gut erfasst, aber über unser Hirn weiß man so vieles noch nicht.“ Daher freut er sich auch immer wieder, wenn Unerwartetes auf der Bühne geschieht. „Neulich, da ging es gerade um Wünsche, war hier eine Frau, die plötzlich von der Bühne gelaufen ist und ihre Tochter umarmt hat“, erzählt von Thurau. „Oder, wenn sich jemand etwas Ungewöhnliches wie ein Brotmesser wünscht, das macht Spaß.“

In Düsseldorf fühlt sich das Duo sehr wohl. Das Publikum sei hier am Anfang immer abwartend, man müsse es erst gewinnen, aber dann sei es voll dabei, berichtet Sommer. „Die Düsseldorfer haben oft schnelle Antworten und sind sehr schlagfertig. Sie haben Freude daran, sich zu amüsieren.“ Das merke man auch, wenn man in der Stadt ausgeht, meint von Thurau. „Hier gibt es eine sehr niederschwellige Art der Kontaktaufnahme. Jeder duzt sich. Wenn man das in München oder Hamburg versucht, wird man schief angeschaut.“ Aber der Künstler geht in Düsseldorf auch sehr gerne Japanisch essen. Das habe etwas Magisches, weil man in eine andere Welt abtauche. Deutsche Besucher seien natürlich auch willkommen. „Aber ich habe immer das Gefühl, dass japanische Restaurants für Japaner gemacht zu sein scheinen.“ Überhaupt scheint die asiatische Welt eine große Faszination auf von Thurau auszuüben. „Ich möchte mir auch gerne noch die japanischen Gärten und das Eko-Haus anschauen.“

Nicole Esch