1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Streetart in Düsseldorf: Stadt sucht Freiflächen für Graffiti

Streetart in Düsseldorf : Stadt sucht Freiflächen für Graffiti

Bei der Suche nach Wänden an städtischen Gebäuden, die Jugendliche mit Graffiti versehen dürfen, hat die Stadtverwaltung erste Ergebnisse erzielt. Mehrere Jugendeinrichtungen und Kirchengemeinden meldeten auf Anfrage, dass sie freie Flächen zur Verfügung haben, die Jugendliche unter bestimmten Voraussetzungen mit der Spraydose bemalen können.

Es gibt aber noch keine konkreten Vorhaben — ob und wie das Projekt jemals umgesetzt wird, bleibt unklar.
Der Jugendhilfeausschuss hatte die Verwaltung im Oktober auf Antrag der Grünen mit der Suche beauftragt. Diese argumentieren, dass Graffiti eine anerkannte Kunstrichtung sei und zur künstlerischen Freizeitgestaltung vieler Jugendlicher zähle. Deshalb sei die Freigabe von Flächen notwendig. Davon könnten nach Ansicht der Grünen auch private Hauseigentümer profitieren, die dadurch von unerwünschten Sprayereien verschont blieben, weil die Sprayer ja dann auf die legalen Wände ausweichen könnten. Die CDU äußerte seinerzeit zwar Bedenken an dieser Argumentation; schließlich wurde der Antrag aber angenommen.

In der Sitzung gestern stellte Jugendamtsleiter Johannes Horn nun erste Resultate vor. Es gebe ein "Grobkonzept", wie die Graffitiflächen eingerichtet werden könnten, sagte er, es sei aber noch nicht "umfassend abgestimmt". Rückmeldungen gibt es von der Zionskirchengemeinde Derendorf, den Jugendeinrichtungen OT Eller, OT Kruppstraße und OT Werstener Dorfstraße sowie von der evangelische Kirchengemeinde Eller Am Straußenkreuz .

Klar ist: Die Flächen sollen im Rahmen von Aktionen gemeinsam bemalt werden und nicht einfach zur Benutzung freigegeben werden. Wer die Wände nutzen will, müsse zudem einer vertraglichen Vereinbarung zustimmen, erklärte Horn.

Weiter unklar ist, ob die zweite Idee der Grünen zum Thema Graffiti Zuspruch findet. Sie schlagen vor, dass die Vertretungen der zehn Stadtbezirke Überschüsse aus ihrem für die Graffiti-Entfernung vorgesehenen Budget an das Anti-Graffiti-Projekt des Jugendrings "Einwandfrei" übergeben. Der Jugendhilfeausschuss ist in dieser Sache nicht befugt zu entscheiden — das ist eine Angelegenheit, die in den Sitzungen der Bezirksvertretungen besprochen werden muss.

(RP)