Düsseldorf: Stadt lehnt dritten Offenen Sonntag ab

Düsseldorf : Stadt lehnt dritten Offenen Sonntag ab

Der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband möchte auch am 27. September zur Büchermeile die Geschäfte öffnen. Die Stadt sieht keinen ausreichenden Anlass für eine Genehmigung. Das letzte Wort hat der Rat.

Mit Spannung sieht der Einzelhandel der nächsten Ratssitzung am 5. Februar entgegen. Denn dann wird sich entscheiden, ob die Händler in der Innenstadt in diesem Jahr einen dritten verkaufsoffenen Sonntag genehmigt bekommen. Die Mitglieder des Ordnungs- und Verkehrsausschusses gaben gestern keine Empfehlung zu dieser Frage ab, die Entscheidung darüber trifft der Stadtrat.

Für den Verkauf am Sonntag, 29. März, begleitend zu den Messen Beauty und Top Hair sowie Sonntag, 13. Dezember, während des Weihnachtsmarktes gab die Verwaltung bereits grünes Licht. Den dritten Termin, den sich die Händler am 27. September, begleitend zur Büchermeile an der Rheinpromenade wünschen, lehnte die Verwaltung ab. Zur Begründung führt sie den städtischen Kriterienkatalog an.

Danach müsse der zugrundeliegende Anlass der Sonntagsöffnung, eine "erhebliche Besucherzahl erwarten lassen". Dies treffe auf die Büchermeile nicht zu. Erfahrungsgemäß sei bei dieser Veranstaltung an der Rheinuferpromenade mit etwa 4000 Besuchern für das gesamte Wochenende zu rechnen.

Bei der Beantragung dieses Termins sei noch nicht hinreichend deutlich geworden, dass die Büchermeile im September etwas anders als in Vorjahren ausfallen solle, erklärt Rainer Gallus, Geschäftsführer beim Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband. So sei geplant diesen Termin stärker zu bewerben und mit besonderen Attraktionen aufzuwerten. Insofern könne man entsprechend auch mit mehr überregionalen Besuchern rechnen. Er hofft darauf, dass er im Vorfeld der Ratsentscheidung noch Skeptiker von den Vorteilen eines verkaufsoffenen Sonntags im September für den Handel wie die Stadt überzeugen kann. "Es wäre ein Versuch wert, ob Büchermeile und Handel von dem offenen Sonntag gegenseitig profitieren können", sagt Gallus.

Das Ladenöffnungsgesetz sieht vor, dass an maximal vier Sonn- und Feiertagen pro Jahr ein Verkauf genehmigt werden kann. Dabei kann sich die Freigabe auf bestimmte Ortsteile beschränken. Auf diese Weise sind über die Stadt verteilt an bislang neun Sonntagen im Jahr Läden geöffnet. Möglich wären maximal zwölf Termine. "Wir haben den Rahmen auch mit einem weiteren offenen Sonntag nicht ausgeschöpft", betont Gallus. Es habe den Handel daher irritiert, dass der zusätzliche Termin zurückgewiesen wurde.

Dies vor allem auch, weil die Stadt als attraktive Einkaufsstadt für sich wirbt. Schließlich stehe Düsseldorf auch in Konkurrenz zu den Nachbarstädten. In der Kölner Innenstadt sind beispielsweise an drei Sonntagen die Läden geöffnet, mit Stadtteilen sind es dort insgesamt elf Termine. In den Innenstädten von Neuss, Krefeld und Mönchengladbach sind an vier Sonntagen die Läden geöffnet.

Weiterhin auf strikte Ablehnung stoßen die verkaufsoffenen Sonntage bei der Katholischen und Evangelischen Kirche sowie der Gewerkschaft Verdi. Sie möchten den Sonntag als Tag der Erholung und des sozialen Miteinanders für alle Arbeitnehmer bewahren.

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(RP)