Derendorfer Güterbahnhof im Wandel: „Neue Düsseldorfer Stadtquartiere“

Derendorfer Güterbahnhof im Wandel: „Neue Düsseldorfer Stadtquartiere“

Düsseldorf (dto). Auf dem Gelände des ehemaligen Derendorfer Güterbahnhofs soll auf einer Fläche von rund 35 Hektar ein neues Stadtquartier entstehen. Unter dem Titel "Neue Düsseldorfer Stadtquartiere" plant die aurelis GmbH nun eine Vielzahl an Büro- und Geschäftsgebäuden sowie rund 1.100 neue Wohnungen. 12.000 Menschen sollen hier bald leben und arbeiten.

Die städtebauliche Neuordnung des alten Güterbahnhofs startete im Sommer 2000 unter der Leitung des Stadtplanungsamts in Kooperation mit der damaligen Deutschen Bahn Immobiliengesellschaft mbH (DBImm), die sich heute aurelis GmbH nennt. Drei Architektengruppen waren aufgefordert, Ideen für die Nutzung und Erschließung von der brachliegenden Grundstücksfläche zu entwickeln. Die Düsseldorfer Bevölkerung durfte Anregungen einbringen und mit den Architekten über Planungswünsche diskutieren.

Die Entscheidung fiel letztendlich auf das dritte Team, bestehend aus den Architekturbüros ASTOC (Köln), Gerber (Dortmund) und Lützow (Berlin). Das Konzept sah vor, neue Stadtgärten und Quartiere mit unterschiedlichen Größen und Charakteren entstehen zu lassen. Der südliche Abschnitt war für besondere Nutzungen direkt an der S-Bahnstation Wehrhahn vorgesehen, der Abschnitt nördlich der Jülicher Straße wurde für weitere Entwicklungen zunächst offen gehalten. Die Erschließung sollte über eine "Stadtgartenallee" erfolgen.

Zwischenspiel

Doch erst mal tat sich lange Zeit nichts. Zwischen Werkstattverfahren und fertigem Rahmenplan vergingen Jahre. So hatte sich in der Zwischenzeit jede Menge Kleinkultur am alten Güterbahnhof entwickelt. 2001 öffnete das "Les Halles" seine Pforten: ein Café, Restaurant, Club und Flohmarkt zugleich. In Anlehnung an die ausradierten Hallen in Paris feilschten hier am Samstag rund 250 Trödler um die Kunden.

Doch mit fortschreitendem Bebauungsplan sind die Tage für Les Halles gezählt. Ein letztes Mal hatten die Trödler im Dezember ihre Stände am alten Güterbahnhof aufgebaut. Ein letztes Mal schlenderten die Flohmarkt-Fans durch die Halle des Les Halles. Der Abschied fiel Händlern und Besuchern gleichermaßen schwer. "Ich werde Klein-Paris vermissen." beteuert eine Liebhaberin des französischen Flairs mit Wehmut.

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Einziger Trost: Das Cafe bleibt bis Ende März weiterhin geöffnet. Eine Verlängerung darüber hinaus hängt vom Fortgang der Bauarbeiten auf dem ehemaligen Bahngelände ab. Derzeit müssen die vom Les Halles genutzten Gebäude noch nicht abgerissen werden. Im Laufe des Jahres soll das Les Halles dann in den alten Derendorfer Schlachthof umziehen. Wie schon am Güterbahnhof wird es dort einen großen Trödelmarkt und ein Café geben, dass sich an den Wochenenden nachts in einen Club verwandelt.

Vom Konzept zum Rahmenplan

Der inzwischen überarbeitete Rahmenplan "Neue Düsseldorfer Stadtquartiere" behält die Grundidee des anfänglichen Konzepts bei. Zwischen der Brücke Am Wehrhahn und der Franklinbrücke soll eine gewerbliche Nutzung mit Bürogebäuden, Einzelhandel und Dienstleistungsunternehmen entstehen. An der Schirmer-/Schinkelstraße ist eine Wohnbebauung vorgesehen, die am Kopfende in eine Bürobebauung übergehen soll. Im Übergangsbereich von der Tußmannstraße zum neuen Stadtgarten sind ebenfalls Wohngebäude geplant. In Anlehnung an die Bebauung in der Nachbarschaft werden die Wohnbauten höchstens sechs Etagen umfassen und zum Inneren der Baublöcke hin abfallen. Durch optimale Gebäudestellung sollen sie vor Lärmbelastungen geschützt werden.

Nördlich der Brücke Jülicher Straße ist eine Hochhausbebauung geplant. Stadtgärten mit unterschiedlicher Größe und verschiedenen Themenschwerpunkten sollen hier das Erscheinungsbild prägen. Großzügige Spiel-, Sport- und Erholungsmöglichkeiten werden nicht nur den zukünftigen Bewohnern des Quartiers, sondern auch der angrenzender Wohngebiete dienen. So können die bislang vorhandenen Freiraumdefizite in den umliegenden Quartieren endlich ausgeglichen werden. Das überarbeitete Rahmenplankonzept eröffnet zudem die Möglichkeit, eine Entlastungsstraße in Nord-Süd-Richtung parallel zu den Bahngleisen zu führen.

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