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Kinderbetreuung in Düsseldorf: Stadt gibt Kitas ab - Verdi will demonstrieren

Kinderbetreuung in Düsseldorf : Stadt gibt Kitas ab - Verdi will demonstrieren

Im Vorfeld der Ratssitzung am Donnerstag plant die Gewerkschaft Verdi von 13 bis 14 Uhr eine Demonstration auf dem Marktplatz. Unter dem Motto "Sparmarkt statt Jahrmarkt" möchte Verdi darauf aufmerksam machen, dass die Stadt sich von bis zu 20 Kindertageseinrichtungen trennt und an freie Träger abgibt.

Darüber hinaus geht es um mögliche Kürzungen im Kinder- und Jugendbereich. Welche Einrichtung abgegeben werde, welche Jugendfreizeitstätte geschlossen werden soll - darüber gebe die Verwaltung keine Auskünfte so Verdi. Die Verunsicherung - vor allem im Hinblick darauf, was mit den Beschäftigten passieren soll, sei groß. Bei einer Größenzahl von 20 Kitas, die derzeit im Gespräch sein sollen, gehe es immerhin um etwa 250 Beschäftigte, die direkt betroffen sind.

Mit dieser Größenordnung sei in allen städtischen Einrichtungen mit Verschiebungen des Personals zu rechnen und somit jede Einrichtung betroffen. Verdi befürchtet: Kinder müssten sich auf neue Erzieher und Kinderpfleger einstellen. Es bleibe abzuwarten, ob und welche Alternativen Kind und Eltern geboten werden. Bislang gebe es Informationen nur aus der Presse. Vor kurzem hatte die RP berichtet, dass Pläne des Jugendamts vorsehen, dass sich die Stadt frühestens zum 1. August 2013 von 20 Kitas trennt - das wäre ein Fünftel der 100 Einrichtungen. Offiziell ist diese Zahl allerdings nicht bestätigt worden. Die Stadt steht unter hohem Zeitdruck, immer mehr Plätze für unter Dreijährige zu schaffen. Ab August 2013 gilt ein Rechtsanspruch, Eltern, die leer ausgehen, könnten theoretisch klagen. Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann formulierte vor kurzem: "Wir müssen Wunder bewirken..." Voraussetzung sei aber, dass die pädagogische Qualität gehalten werde. Die CDU sieht die Abgabe von Kitas pragmatisch. Im Hinblick auf den Rechtsanspruch sei dies "eine vernünftige Sache", sagte Ratsherr Stephan Friedel. Die Stadt würde so Betriebskosten sparen.

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Bei ihrer Demo vor dem Rathaus möchte Verdi an Ständen ermöglichen, symbolisch eine Kita zu gewinnen. Es gehe darum, die Dimension zu zeigen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, mehr Transparenz und Einbindung in solch wichtige Fragestellungen von der Stadt einzufordern, sagt Gewerkschaftssekretärin Britta Wortmann.

(ila)