Stadt Düsseldorf wartet auf Gauselmann-Gruppe

Kampf gegen Spielsucht: Stadt wartet auf Vorschlag von Gauselmann-Gruppe

(arl) Ausgerechnet die Gauselmann-Gruppe, der neue Sponsor der Arena, hat der Stadt noch keinen Vorschlag vorgelegt, wie die Zahl ihrer Spielhallen reduziert werden soll. Die drei anderen großen Spielhallenbetreiber haben sich dazu bereits geäußert.

Dies geht aus einer Informationsvorlage vor, die das Ordnungsamt dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung vorlegt. Ein solches „Abschmelzungskonzept“ nutzt den Betreibern, da es ermöglicht, Spielhallen erst später zu schließen. Zu den möglichen Gründen für das Vorgehen von Gauselmann macht das Amt keine Angaben. Ordnungsdezernent Christian Zaum hatte mehrfach betont, man behandele den Arena-Sponsor nicht anders als seine Konkurrenten.

Das Amt reagiert mit dem Papier nach eigenen Angaben auf das zunehmende Interesse nach der Entscheidung, die Gauselmann-Gruppe als Sponsor des nun „Merkur Spiel-Arena“ genannten Stadions auszuwählen. Hintergrund ist, dass wegen des neuen Glücksspielstaatsvertrags die Zahl der Spielhallen erheblich reduziert wird. Unter anderem gilt ein Mindestabstand von 350 Metern zu anderen Spielhallen sowie zu Schulen oder Jugendeinrichtungen. Die FDP hatte ihre Kritik am Sponsoring durch Gauselmann unter anderem damit begründet, dass zeitgleich diese Entscheidung ansteht. Das Land NRW will durch die Neuregelung gegen Spielsucht vorgehen.

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Das Ordnungsamt prüft derzeit, welche Düsseldorfer Spielhallen geschlossen werden. Dazu wurde ein Katalog von Kriterien erarbeitet. Die Regelung muss bei möglichen Klagen vor Gericht Bestand haben. Besonders schwierig ist die Lage westlich des Hauptbahnhofs. Zwischen Luisenstraße und Worringer Platz, denn dort stehen 18 der aktuell 97 Spielhallen in Düsseldorf. Das Amt muss bei Konkurrenz-Situationen entscheiden. „Der Grundsatz der Gleichbehandlung wird streng beachtet“, heißt es in dem Papier, das unserer Redaktion vorliegt.

Die Gauselmann-Gruppe betreibt nach Angaben des Amts 22 Spielhallen an sechs Standorten und ist damit von der Neuregelung stark betroffen. Denn künftig darf pro Standort nur noch eine Spielhalle betrieben werden, 16 müssten demnach geschlossen werden, Dies ließe sich durch die „Abschmelzung“ bis 2021 verzögern.

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