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Stadt Düsseldorf warnt​: Mähroboter können Tiere in Gefahr bringen​

Stadt Düsseldorf warnt : Mähroboter können Tiere in Gefahr bringen

Mähroboter sind für Gartenbesitzer eigentlich eine praktische Sache, erledigen sie das Rasenmähen doch vollautomatisch. Doch, so warnt die Stadt Düsseldorf jetzt, sie können auch eine tödliche Gefahr für Tiere darstellen.

Mähroboter nehmen Gartenbesitzer eine lästige Arbeit ab, das Rasenmähen. Nicht selten fahren die Geräte abends oder nachts herum, um das Grün zu stutzen – für viele Tier ist das nicht ungefährlich. Das Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Stadt Düsseldorf warnt jetzt vor den Gefahren durch den Einsatz der vollautomatischen Helfer.

Die immer beliebteren Roboter können für viele im Garten lebende Tiere eine tödliche Gefahr darstellen. Insbesondere dämmerungs- und nachtaktive Tiere, wie etwa Igel, sind beim nächtlichen, unbeaufsichtigten Einsatz von Mährobotern in Gefahr. "Igel sind besonders gefährdet, da sie bei einer Bedrohung nicht weglaufen, sondern sich zusammenrollen und ihre Stacheln aufstellen“, sagt Klaus Meyer, Leiter des Institutes. Das sei ein Schutzmechanismus, der sie vor Feinden schützte, nicht aber gegen die rotierenden Messer der Mähroboter.

Zwar würden die Benutzerhandbücher der Hersteller zumeist darauf hinweisen, dass die Mähroboter nicht unbeaufsichtigt angewendet werden sollten, um Gefahren für Kinder und Haustiere zu vermeiden, so das Amt. Aber genau diese unbeaufsichtigte Nutzung des Mähroboters sei häufig der Grund der Anschaffung. Mähroboter sollen ihre Arbeit erledigen, während sich der Gartenbesitzer anderen Dingen zuwendet.

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Aufgrund der geringen Lautstärke kommen diese Geräte häufig auch in den Abend- und Nachtstunden zum Einsatz. Das gefährde dann dämmerungs- und nachtaktive Tiere, teilte das Amt mit. Diese würden ihre Verstecke erst in der Dämmerung verlassen, um sich auf Nahrungssuche zu begeben. Dann würden sie zu leichten Opfern werden.

Aber auch Insekten, Amphibien, Spinnen oder kleine Säugetiere sind durch Mähroboter gefährdet. Viele dieser Tiere sind zu klein, um von den Sensoren der Mähroboter als Hindernis erkannt zu werden. Sie werden überrollt und zerhäckselt. Zudem finden viele Tiere in einem stets gepflegten Rasen keine Nahrung mehr.

Auch die Politik zeigt sich besorgt. CDU und Grüne werden am Donnerstag in der Sitzung des Umweltausschusses einen Antrag stellen, der die Verwaltung damit beauftragt, die Aktion „No Mow May“ vorzustellen. Beim „mähfreien Mai“ handelt es sich um einen Trend aus Großbritannien, wo Hobbygärtner gerade im Mai ihre Rasenmäher komplett ruhen lassen. Dies führe dazu, dass sich nektarreiche Wildkräuter und Blumen besser vermehren und damit Insekten mehr Nahrungsquellen bieten können. Die Verwaltung soll laut Antrag auch überprüfen, inwieweit eine solche Empfehlung an die Düsseldorfer weitergegeben werden kann und ob der Verzicht wünschenswert sei.

Allgemein gibt das Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen schon jetzt folgende Empfehlungen für Gartenbesitzer:

  • Mähroboter nur tagsüber unter Aufsicht einsetzen.
  • Die Rasenflächen vor dem Einsatz eines Mähroboters auf Tiere kontrollieren.
  • Falls als Zubehör erhältlich, sollte eine Schutzvorrichtung (sogenannte „Apfelschürze“) am Mähroboter angebracht werden.
(csr/june)