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Stadt Düsseldorf vermittelt zwischen Vermietern und Obdachlosen

Armut in Düsseldorf : Stadt vermittelt zwischen Vermietern und Obdachlosen

Die Initiative „Endlich ein Zuhause in Düsseldorf“ soll verlängert werden. Die Stadt zieht auch Bilanz der ersten zehn Monate nach dem Start.

(ale) Mit 65 Jahren wurde Giuseppe Pinto (Name geändert) plötzlich obdachlos. Der selbstständige Gastronom und seine Frau hatten sich nach 30 Jahren Ehe getrennt, er zog aus, eine zweite Wohnung konnte er jedoch nicht anmieten. So landete Pinto in der Notschlafstelle. Hilfe fand er nun über die städtische Beratung für Obdachlose, die ihn an die „Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit in Düsseldorf“ vermittelte. Das Team aus Sozialarbeitern und Immobilienfachkräften stellte Kontakt zur Vonovia GmbH her, die schließlich eine Wohnung im Süden der Stadt bereitstellte. Mittlerweile ist Pinto eingezogen.

Sein Schicksal ist ein Beispiel für die Arbeit, die das Projekt „Endlich ein Zuhause in Düsseldorf – Wohnraumakquise für wohnungslose Menschen“ als Teil der Landesinititative gegen Wohnungslosigkeit seit November vergangenen Jahres leistet. Nun gibt die Stadt bekannt, dass das Projekt bis Ende 2021 verlängert wird und berichtet auch vom Fallbeispiel Giuseppe Pinto. Umgesetzt hat sie es mit Hilfe von Caritas, Diakonie und den Franzfreunden.

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Die Strategie der Stadt: Zusammen mit den Trägern der Wohnungslosenhilfe vermittelt sie mit Hilfe von Mieter- und Vermieterprofilen zwischen beiden Seiten. Obdachlose Menschen, die an Beratungsgesprächen teilnehmen, kann dann ein Angebot gemacht werden. Die Übernahme der Miete durch das Jobcenter wird geregelt. Die Bilanz: 28 Wohnungen wurden akquiriert und 26 Mietverträge abgeschlossen, zwei Mietverträge sind in der Bearbeitung. „Eine erfolgreiche Wohnraumakquise für die auf dem Wohnungssektor benachteiligten Frauen, Männer und Familien mit minderjährigen Kindern erfordert in erster Linie eine enge Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft. Da, wo es notwendig ist, unterstützen wir gezielt durch wirtschaftliche und soziale Beratung“, unterstreicht Stadtdirektor Burkhard Hintzsche.

Und das ist auch dringend nötig. Denn die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt führt laut Stadt zu insgesamt steigenden Obdachlosenzahlen und zu längeren Aufenthalten in kommunalen Unterkünften, Notschlafstellen oder stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe. Die Stadt geht davon aus, dass derzeit rund 400 Menschen auf der Straße leben, 1262 Wohnungslose sind in städtischen Unterkünften untergebracht und suchen eine eigene Bleibe.

Die hat Giuseppe Pinto gefunden. Laut Stadt arbeitet er daran, bald wieder ein Restaurant in Düsseldorf eröffnen zu können.

(ale)