Staatsanwaltschaft Düsseldorf nimmt Ermittlungen gegen beurlaubten Stadtdechanten auf

Anfangsverdacht der sexuellen Belästigung : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Stadtdechanten Hennes

Er soll einen erwachsenen Praktikanten vor sieben Jahren sexuell belästigt haben, nun bestätigt die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht gegen den beurlaubten Düsseldorfer Stadtdechanten Ulrich Hennes.

Ein Anfangsverdacht liegt vor, wenn etwas strafrechtlich Relevantes vorliegen könnte und auch noch tatsächlich verfolgbar wäre, also nicht beispielsweise verjährt ist. Üblicherweise werden dann Akten gesichtet und meist auch Zeugen vernommen. Die nun einsetzenden Ermittlungen können am Ende auch die Unschuld des Stadtdechanten belegen. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Hennes selbst bestreitet den Vorwurf. „Ich bin unschuldig und habe keinen Grund abzutauchen“, hatte er bei Bekanntwerden des Vorwurfs gesagt. Am Freitag war er für eine Stellungnahme zu den nun aufgenommenen Ermittlungen nicht erreichbar. „Mit Blick auf das laufende Verfahren werden wir nichts über das bereits Bekanntgemachte hinaus sagen“, stellte der Sprecher des Erzbistums, Christoph Heckeley, am Freitag fest.

In einer in allen Gottesdiensten verlesenen Erklärung aus Köln hatte es vor 14 Tagen mit Blick auf den Vorgang geheißen: „Verunsicherung und ein tief greifender Vertrauensverlust sind die bleibenden Spuren.“ Das Erzbistum selbst hatte – den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz entsprechend – den Hinweis an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet sowie ein innerkirchliches Verfahren eröffnet. Es dürfe aber grundsätzlich keine Vorverurteilung geben.

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