Nach dem Brandschaden größer als angenommen: St. Peter ein Jahr ohne Orgel

Nach dem Brandschaden größer als angenommen : St. Peter ein Jahr ohne Orgel

Der Schaden an der Orgel in der vom Feuer zum Teil zerstörten katholischen Kirche St. Peter in Friedrichstadt ist doch größer als bislang angenommen. Orgelbauer Karl Göckel hat sie begutachtet. Sie muss ausgebaut werden.

"Es ist zum Heulen." Karl Göckel klingt am Telefon so, als würde er wirklich weinen, so erschüttert ist er über den Zustand der Orgel in St. Peter. Er selbst hat sie mit seinem Team in der berühmten Heidelberger Orgelbau-Fabrik gebaut. Im April 2001 wurde sie eingeweiht, sie gilt als eine der schönsten Orgeln in der gesamten Region. Und jetzt? "Wir müssen sie ausbauen", erklären Göckel und der Kantor der St. Peter Gemeinde, Marcel Ober.

Am Tag des Großbrands, bei dem am Mittwoch der Dachstuhl der Kirche zerstört wurde, hatten alle noch gehofft, dass die Orgel keinen großen Schaden genommen hat. Die Hoffnung zog sich durch die ersten Stunden des Donnerstags - bis am Nachmittag der Experte aus Heidelberg angereist war und die Orgel unter die Lupe nahm. Die schlechte Nachricht: Sie ist stärker als erwartet vom Löschwasser angegriffen. Holz, Filz und Leder haben Wasser gezogen, 15 Zungenpfeifen zeigen erste Anzeichen von Rost.

Orgel ausbauen

In dem Fall kann es nach Meinung der Experten nur eine Lösung geben: Die Orgel muss ausgebaut, nach Heidelberg transportiert und dort restauriert werden. Allein der Ausbau dauert bis zu zwei Wochen, die Dauer der Restaurierungsarbeiten sei noch nicht abzusehen, so Göckel. "Vielleicht ein Jahr?" Kantor Marcel Ober weiß eines sicher: "In diesem Jahr wird die Orgel erst einmal nicht mehr bei uns zu hören sein."

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