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Kolumne Die Woche In Düsseldorf: Sportstadt braucht neuen Schub

Kolumne Die Woche In Düsseldorf : Sportstadt braucht neuen Schub

Düsseldorf hatte mit dem Selbstverständnis als Sportstadt ein Versprechen abgegeben. Doch der Elan der ersten Jahre hat merklich nachgelassen, das zeigen auch fehlende Großevents.

Morgen findet in Düsseldorf der Marathon statt. Fast den ganzen Tag tickt die Stadt im Rhythmus des Sports. 16 000 Teilnehmer sind dabei, sehr viele Straßen in und ums Zentrum sind gesperrt. Viele Bürger feuern die Läufer an, Nachbarschaften organisieren Grillstände - die Stimmung ist dann besonders klasse. Der Marathon gehört sicherlich zu den Höhepunkten des Düsseldorfer Veranstaltungskalenders, und er ist auch ein Ausrufezeichen hinter dem Anspruch der Stadt, eine Rolle in der Welt des Sports zu spielen.

Leider aber hat der Elan, der mit diesem Anspruch verbunden ist, nachgelassen. Offensiv hatte sich die Landeshauptstadt in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends als Sportstadt vermarktet. Dafür gab es ein Logo, Fahnen und eine rührige Sportagentur, die auch finanziell gut ausgestattet wurde. Heute ist sie quasi weg vom Fenster, integriert in die Kongressgesellschaft und dort nur ein Spieler unter vielen. Dass dabei die ungeliebte Geschäftsführerin Christina Begale, einst rechte Hand von OB Erwin, "entsorgt" werden konnte, war für das Rathaus ein angenehmer Nebeneffekt.

Die schrumpfende Bedeutung ist einhergegangen mit der Reduzierung des Angebots. Die Rennspektakel in der Arena sind Vergangenheit, der Ski-Cup am Rheinufer war spektakulär und öffentlichkeitswirksam, wurde aber plötzlich als überholt angesehen. Bislang ist von einem würdigen Nachfolger nichts zu hören. Der Chef der Arena sollte sich darum kümmern, Erfolgsmeldungen jedoch lassen auf sich warten. Nun finden im Mai die Special Olympics Deutschland in Düsseldorf statt, sicher eine so begeisternde wie honorige Veranstaltung, aber sie sind ein Einzelereignis, das einen anderen Charakter hat.

Düsseldorf ist eine ehrgeizige Stadt, gerade im Sport hat das beflügelt. Wer hätte vor gut zehn Jahren gedacht, dass Düsseldorf sich für Olympische Spiele bewirbt oder für Heimspiele bei einer Fußball-Weltmeisterschaft? Dass es damit nicht geklappt hat, war schade, aber kein Nachteil, weil man merkte, dass man sich ruhig einmal etwas zutrauen kann.

Einher ging der Griff nach den Sternen zudem mit der Schaffung einer neuen Infrastruktur. Die Arena - heute ein Plus für Düsseldorf - und der Dome wurden gebaut, zahlreiche Sportplätze überholt und Hallen entstanden. Und wenn die Stadt auch im Hand- und Basketball leidensfähig sein muss - Fortuna wurde mit Hilfe der Stadt gerettet und hat nach wie vor großen Zuspruch. Die DEG kämpft, ist aber eine große Marke und kann es mit Unterstützung schaffen. Was unter dem Strich fehlt, sind Rückenwind und neuer Wagemut. Und warum nicht wieder offensiv mit dem Namen Sportstadt werben, wieso muss es immer das lächelnde D sein?

Hier geht es zur Infostrecke: Der Düsseldorf-Marathon 2014 in Zahlen

(RP)