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Basketball: "Wir glauben an unser Konzept"

Basketball : "Wir glauben an unser Konzept"

Claudio Di Padova (32), Geschäftsführer des Basketball-Bundesligisten Giants, über Startschwierigkeiten in der vergangenen Saison, ausgeglichene Etats und dem Wunsch nach einem Düsseldorfer Eigengewächs.

Herr Di Padova, genießen Sie die Sommerpause?

Di Padova Schön wär's. Für uns im Büro läuft gerade die stressigste Zeit, weil wir uns um die kommende Saison kümmern müssen. Wir verhandeln mit Agenten und Sponsoren, erstellen Marketing-Konzepte und analysieren die vergangene Saison — was war gut, was war schlecht?

Wenn wir schon dabei sind — was war denn gut?

Di Padova Gut war eine ganze Menge. Wir hatten Highlight-Spiele gegen Köln oder Berlin. Das war Werbung für Basketball. Dann haben wir es geschafft, über 2000 Leute im Schnitt in unsere Halle zu bekommen. Als wir vor der Saison gesagt hatten, dass wir den Leverkusener Schnitt, der bei 2700 lag, in etwa halten wollten, wurden wir ungläubig angeschaut.

Kommen wir zum Schlechten...

Di Padova Ganz klar: Wir haben unser Potential noch nicht so abrufen können, wie wir es wollten. Ich will nicht alles auf die Wirtschaftskrise schieben, aber das hat unsere Arbeit in der ersten Spielzeit nicht einfacher gemacht. Uns fehlt zum Beispiel nach wie vor ein Namenssponsor, außerdem ist unser Pool an kleinen Unternehmen noch ausbaufähig.

In der vergangenen Saison konnten die Giants den Etat ebenfalls nicht halten, die Stadt musste einspringen.

Di Padova Das stimmt und dafür sind wir natürlich sehr dankbar. Gleichzeitig muss man auch verstehen, dass wir keinerlei aussagekräftige Kennzahlen hatten, als wir hier angefangen haben. Wir haben einen Etat rein auf Prognosebasis aufstellen müssen. Den konnten wir dann aufgrund der veränderten Kostenstruktur in Düsseldorf nicht halten.

Wie wollen Sie dafür sorgen, dass Sie in dieser Saison alleine klarkommen?

Di Padova Zunächst einmal haben wir im laufenden Betrieb sukzessive alle Plan- durch Ist-Zahlen ersetzt, was bei der exakten Etatplanung hilfreich ist. Außerdem haben wir es geschafft, die Ausgabenseite um über zehn Prozent zu verringern, während alle Sponsoren an Bord geblieben sind. Darüber hinaus mussten wir in der vergangenen Saison große Anschubinvestitionen tätigen. Ich gehe davon aus, dass wir in dieser Spielzeit was Kosten und Einnahmen also deutlich näher an unseren Planzahlen agieren können.

Wie haben Sie denn die Kosten reduziert?

Di Padova Wir gehen zunächst nur mit elf statt mit zwölf Spielern in die Saison, das ist ein Beispiel. Oder nehmen Sie unser Hallenheft: In der vergangenen Saison hat das einen ansehnlichen Betrag verschlungen. Dann haben wir Format und Papier geändert, und dank eines Sponsors fallen inzwischen sogar keine Kosten für den Druck mehr an. Das sind Kleinigkeiten, die sich am Ende hochrechnen.

Muss man da Angst haben, dass Sie das Produkt kaputtsparen?

Di Padova Im Gegenteil. Wir werden den Zuschauern ein noch besseres und nach wie vor spannendes Erlebnis bieten. Trotz der Einsparungen haben wir andere, in unseren Augen bessere Neuerungen eingeführt.

Wenn Sie jetzt ein Langzeit-Ziel benennen müssten, was wäre das?

Di Padova Wir wollen ein Düsseldorfer Eigengewächs in unserem Bundesliga-Team sehen, das in einem ausverkauften Burg-Wächter Castello mit den Giants in den Play-offs steht. Wir haben die Giants League an Schulen eingeführt, haben enge Kooperationen mit acht Klubs und mit unseren Partnern das Basketball-Abzeichen ins Leben gerufen. Diese Anstrengungen werden sicherlich irgendwann Früchte tragen, aber das wird Zeit in Anspruch nehmen. So etwas geht nicht von heute auf morgen. Doch wir glauben an unser nachhaltiges Konzept. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen.

André Schahidi führte das Gespräch

(RP)