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Lokalsport: Vom Hörsaal auf den Fußballplatz

Lokalsport : Vom Hörsaal auf den Fußballplatz

Die Uni Liga Düsseldorf ist international - und so beliebt, dass längst nicht jeder mitspielen kann, der gern möchte.

Dynamo Tresen, Schmerzgebirge Haue, FC Saufhemden. Der Kreativität, mit der die fußballbegeisterten Düsseldorfer Studierenden an die Wahl ihres Teamnamens herangehen, sind keine Grenzen gesetzt. Mit dem Sommersemester hat auch einer der Höhepunkte des Hochschulsports begonnen: Die Uni Liga. Über drei Monate lang messen sich 24 Teams Woche für Woche jeden Dienstag auf dem Rasenplatz an der Heinrich-Heine-Universität, um den Meister der Uni Liga Düsseldorf auszuspielen.

Ob durch eine Fachschaft, ein Wohnheim oder einfach aus dem Freundes-und Bekanntenkreis - wie sich die Mannschaften zusammensetzen, ist völlig egal. Wichtig ist nur, dass die Spieler und Spielerinnen eingeschriebene Studierende in der Landeshauptstadt sind. Teilnehmen dürfen alle Studierende der HHU, der HSD, der Robert Schumann Hochschule sowie der Kunstakademie. In diesem Jahr feiert die Uni Liga in Düsseldorf ein kleines Jubiläum: Zum zehnten Mal wird der Titelträger gesucht.

Mitverantwortlich, dass das Konzept der Uni Liga - das ursprünglich aus Göttingen stammt und inzwischen in über 20 Städten eine Erfolgsgeschichte ist - in Düsseldorf so gut ankommt, ist Ayman Elmashala. Der 24-jährige Medizinstudent organisiert seit fünf Jahren die Spieltage. Er kreidet die Plätze ab, instruiert die Schiedsrichter, stellt Bälle und Leibchen und hat ein Auge darauf, dass alles in geregelten Bahnen verläuft. "Ich habe viel Spaß, wenn ich sehe, dass alle glücklich sind. Auch wenn es eine Hobbyveranstaltung ist, irgendwie geht es doch um was. Jede Mannschaft kämpft und hängt sich voll rein", sagt er.

Und der Zuspruch ist riesig. Wie stets waren die 24 Startplätze binnen kürzester Zeit vergeben, einige Teams stehen auf der Warteliste und hoffen darauf, im nächsten Jahr mitspielen zu dürfen. "Wir haben vor drei Jahren von 20 auf 24 Mannschaften aufgestockt. Mehr ist leider nicht möglich, auch wenn immer noch nicht alle mitspielen können, die Lust haben", berichtet Elmashala. Grund dafür ist die Beanspruchung des Sportplatzes durch andere Sportarten und Angebote des Hochschulsports. Dadurch ist nur der Dienstag für die Uni Liga frei. Ein Ausmaß wie etwa in Göttingen, wo im Vorjahr 84 Teams um die Meisterschaft spielten, ist in Düsseldorf also nicht absehbar.

Inzwischen gibt es auch eine Winterliga, dann wird in der Soccerhalle gespielt. "Unter freiem Himmel macht es aber einfach mehr Spaß. Hier hat man alles, was man braucht: Wettbewerb, Spaß, Freunde und Abwechslung", sagt Maik Stutz, der mit Rotlicht St. Powi schon zum fünften Mal dabei ist.

Einige Teams verbringen den ganzen Abend am Sportplatz und sitzen nach dem Spiel noch beim Kaltgetränk beisammen und beobachten die Konkurrenz. Dafür hat Ayman Elmashala meist keine Zeit. Nur wenn er selbst mit seiner Mannschaft spielt, blendet er seine organisatorischen Aufgaben für 25 Minuten aus.

Besonders freut es den 24-jährigen, dass der Fußball eine verbindende Rolle einnimmt, auch für ihn persönlich. "2017 hat ein Erasmus-Student aus Spanien bei uns mitgespielt, wir haben uns sehr gut verstanden", sagt Elmashala. Für die ersten beiden Spiele dieser Runde ist Noé Midón López extra aus Spanien zurückgekommen. Für den Sommer haben die beiden auch schon Pläne: "Ich werde ihn im August in Santiago besuchen. Ich habe einen Freund fürs Leben gefunden", sagt Elmashala. Vielleicht gibt es aber auch vorher noch ein Wiedersehen: Falls López' Mannschaft Campus Weed in das Endspiel käme, wäre das doch ein guter Grund für einen erneuten Abstecher aus Spanien nach Düsseldorf.

(RP)